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Eine Viertelmillion Euro muss Krün für die Neugestaltung des Rathausplatzes an Bayerngrund überwiesen. Groß erschüttert wird der Etat dadurch aber nicht.

Eine positive Entwicklung

Krüner Traum: 2026 schuldenfrei

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Gut, besser, Krün: Viele Landkreis-Gemeinden dürften neidvoll in die Isartaler Kommune blicken. Die Einnahmen sind gestiegen und sprudeln weiter. Das schafft Kapazitäten, um zu investieren.

Krün –Die Gemeinde Krün hat sich finanziell verwandelt – vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan. Gut – hässlich mag übertrieben sein, aber „es gab Zeiten, in denen wir nach Hunderten gesucht haben“, sagt Bartholomäus Reindl. Das vergisst der Kämmerer nicht. Deshalb bleibt er wie auch Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) bescheiden. Beide warnen gebetsmühlenartig vor möglichen Durststrecken in der Zukunft. Sie stapeln tief, dabei könnten sie im wirtschaftlichen Erfolg baden.

Rathauschef Schwarzenberger gerät ins Schwärmen - ein bisschen zumindest

Ein bisschen gerät der Rathauschef in der Gemeinderatssitzung aber schon ins Schwärmen. Das kann man ihm nicht verdenken, angesichts eines Etats der Superlativen. Die Liste geht Schwarzenberger runter wie Öl: Höchstes geplantes Finanzvolumen aller Zeiten, höchster Gewerbe- und Einkommensteueransatz, höchste Zuführung zum Vermögenshaushalt, höchste je geplante Schuldentilgung und niedrigster Schuldenstand seit 1996. Und das alles trotz teuren Investitionen. 13 Millionen Euro über den Haushalt, 25 Millionen außerhalb. In den vergangenen 20 Jahren wurden in Krün knapp 40 Millionen Euro investiert und trotzdem Schulden abgebaut. Eine grundsätzlich positive Entwicklung, so bewertet es Schwarzenberger.

Diesen Trend will er fortsetzen. Logisch. Projekte wie die Ortskernsanierung in Klais, der Ausbau des Hochwasserschutzes oder die Erweiterung der Friedhofs-Urnenwand gehen ins Geld. Allein der Neubau der beiden Brücken über die Flutmulde schlagen mit jeweils 500 000 Euro zu Buche. Außerdem packt die Kommune auch kleinere Vorhaben an. Und wie heißt es so schön: Kleinvieh macht auch Mist. „Ein ruhiges Jahr wird das nicht“, betont der Bürgermeister. Dennoch gelingt es der Gemeinde, ihre Schulden weiter zu reduzieren. Bei diesen Prognosen erlaubt sich Schwarzenberger, auch mal einen Blick in die Glaskugel zu werfen. Wenn es so gut weiterläuft wie bisher, könnte „Krün 2026 schuldenfrei sein“. Rein theoretisch zumindest. In der Praxis wird dieser Fall wohl eher nicht eintreten – wegen neuer nötiger Investitionen.

Der Konsolidierungskurs des Bürgermeisters trägt Früchte 

Dass die Gemeinde in nächster Zeit vom Gipfel der Freuden ins Tal der Tränen fällt, damit ist bei einem Ort, der nicht einen Heller Schlüsselzuweisung vom Freistaat erhält, weil er sich selbst über Wasser halten kann, nicht zu rechnen. Dafür wird das Geldsäckchen zu gut gefüllt sein. Zum Beispiel durch die gestiegene Einkommensteuer. Einen neuen Spitzenwert erwartet Kämmerer Reindl in diesem Jahr nochmal bei der Gewerbesteuer. Mit 1,5 Millionen Euro hat er defensiv geplant, zumal heuer das G7-Jahr abgerechnet wird. Schwarzenberger glaubt nicht, dass sich bei dieser Einnahmequelle in naher Zukunft viel ändert. Der große Vorteil der Gemeinde: „Unsere Zahler können den Standort nicht so leicht verlagern“, sagt er. Deshalb sei kein Einbruch zu erwarten.

Es bewegt sich etwas in Krün. Der Konsolidierungskurs von Schwarzenberger trägt Früchte. Deshalb heißen die Gemeinderäte auch den Haushalt für 2017 sowie den Finanzplan für die kommenden drei Jahre für gut. Kein Veto, keine Kritik. Schließlich wurden auch alle von ihnen eingebrachten Projekte in dem Zahlenwerk berücksichtigt. Und trotzdem muss man Vorsicht walten lassen, fordert Georg Schober (Aktiv für Krün). „Wir sollten bei aller Euphorie auf dem Boden der Tatsachen bleiben.“ Damit aus dem schönen Schwan nicht eines Tages vielleicht doch ein weniger hübsches Entlein wird.

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