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Verwandte Vertraute: Bürgermeister Thomas Schwarzenberger und Gemeinderat Peter Schwarzenberger.

Die Stimmenkönige Schwarzenberger

Krüns geballte Brüder-Power

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Der eine ist Bürgermeister, der andere Gemeinderat: Thomas und Peter Schwarzenberger gestalten maßgeblich Krüns Ortsgeschehen mit. Bei langen „Beratungen“ hilft ihnen dabei ein besonderes Gen.

Krün – Die damals „gleiche Gewichtsklasse“ war schuld. Anders kann es sich Peter Schwarzenberger nicht erklären. Auf der Straße, bei Veranstaltungen – überall sprachen ihn die Leut’ als Bürgermeister an. Sogar Mitglieder aus den Reihen der Kreis-CSU. Ständig wurden die Schwarzenberger-Brüder verwechselt. Peter mit Thomas – Thomas (47) mit Peter (51). Das kam nicht von ungefähr.

Peter Schwarzenberger sollte, wollte aber nicht. Als CSU-Ortsvorsitzender und Gemeinderat war er die erste Wahl. Seine Parteikollegen hielten große Stücke auf ihn, beabsichtigen, ihn ins Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Josef Zahler (CSU) zu schicken. Der Selbstständige lehnte dankend ab. Aus beruflichen, aber auch aus persönlichen Gründen. „Ich wäre nicht der Typ dazu gewesen“, sagt er. Ein anderer Kandidat kam ins Spiel: Bruder Thomas. Politisch unerfahren, aber als Kommandant der Feuerwehr im Ort angesehen. Der Ältere fragte den Jüngeren. Der aber sagte nur: „Du spinnst.“

Das war vor den Kommunalwahlen 2002. Thomas Schwarzenberger änderte seine Meinung, trat der CSU bei und zog schließlich mit gerade einmal 31 Jahren als Politnovize ins Rathaus ein. Vom Bürgermeister-Büro aus leitet der gelernte Sozialversicherungsangestellte auch heute – knapp 16 Jahre später – die Geschicke Krüns. Sein Bruder Peter sitzt im Gemeinderat. Wieder.

Der Diplom-Informatiker für Software-Entwicklung hätte damals zwar den Sprung in das Gremium erneut geschafft. Nur: Zwei Schwarzenberger waren einer zu viel. Unter 10 000 Einwohnern durften keine Verwandte dem Kommunalparlament angehören. Peter legte eine Zwangspause ein. So fühlte sich das für ihn aber nicht an. Gerne verzichtete er Thomas zuliebe auf sein Mandat. Den Erfolg „hab’ ich ihm gegönnt“.

Kleiner Bruder holt Rat beim großen Bruder

Das Schicksal spielte ihm gut mit. Zur nächsten Wahl änderte sich die Gesetzeslage. Sofort informierte der jüngere den älteren Schwarzenberger. Der hatte mit so einer Nachricht überhaupt nicht gerechnet. „Ich dachte, das ist eine Ewigkeitsregelung.“ Das Thema war für ihn eigentlich abgehakt. Doch seine CSU-Kameraden wollten ihn wieder für das Gemeinderatsamt nominieren. „Ich bin bekniet worden“, erzählt er, „und wollte mich nicht wehren“. Sein Bruder lacht los. Er drückt’s ein bisschen anders aus. „Wir haben sanften Druck ausgeübt und ihn einfach auf die Liste geschrieben.“ Am Ende landete der Bürgermeister auf Platz eins, Peter Schwarzenberger auf zwei. „Wir waren die Stimmenkönige“, sagt der Gemeindechef. Geballte Brüder-Power.

Ihr Interesse an der Ortspolitik verbindet die beiden, auch wenn es sich in jungen Jahren erst langsam, aber stetig entwickelte. Sie haben es im Blut. Ein Opa war schon Bürgermeister, der andere Großvater und ein Onkel Gemeinderat. Jetzt ist die nächste Generation in dem Gremium vertreten, um den Heimatort mitzugestalten. Ihre gemeinsame Leidenschaft.

Eng arbeiten die beiden zusammen. Manchmal ruft Thomas Schwarzenberger seinen Bruder an, holt sich Ratschläge oder eine zweite Meinung ein. „Er ist ein wichtiger Berater.“ Nicht nur wegen dessen Gemeindeerfahrung, Peter Schwarzenberger tickt berufsbedingt anders. „Er ist ein Analytiker“, sagt Thomas. „Er rechnet und schreibt im Kopf erst einmal ein kleines Programm.“

Rivalität gibt es bei ihnen nicht. Knatsch auch nicht – nicht mehr. „Er hat mir früher immer das Lego kaputt gemacht“, klagt Peter und schaut seinen Bruder vorwurfsvoll an. Der grinst wie ein Spitzbub. Heute liegen die zwei in der Regel auf einer Wellenlänge. „Seitdem wir 20 sind, haben wir nicht mehr gestritten.“ So sieht Geschwisterliebe aus.

Brüder mit ausgeprägtem Sitzfleisch

Nicht selten trifft man sie im Doppelpack an. Und zwar durchaus zu fortgeschrittener Stunde. Daran sind sie natürlich voll und ganz unschuldig. „Wir haben das Sitz-Gen“, rechtfertigt sich Thomas Schwarzenberger. Klarer Fall von Vererbung. Schließlich sei es ein weitverbreitetes Phänomen in der Familie. „Wenn wir sitzen, dann wie angeschraubt.“

So wie nach einer Gemeinderatssitzung. Wie üblich kehrten die Mitglieder des Gremiums im Anschluss noch ein. Der eine kürzer, die Schwarzenbergers länger. Viel länger. Um kurz vor 8 Uhr stand Peter auf. Er hatte einen Termin beim Friseur. Wie praktisch, dachte sich der Bürgermeister. Wär auch bei ihm nötig. Er begleitete seinen Bruder. Rausgegangen sind die beiden mit unterschiedlichen Frisuren. Peter mit dem Scheitel auf der linken, Thomas auf der rechten Seite. Der Anti-Verwechslungs-Schnitt.

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