Gemeinderat beschließt Erhöhung mit deutlicher Mehrheit

Kurbeitrag in Krün steigt um 50 Cent

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Krün - Die Kooperation mit dem Regionalverkehr Oberbayern ist in trockenen Tüchern: Jetzt hat nach Mittenwald und Wallgau auch die Gemeinde Krün entschieden, deshalb den Kurbeitrag zu erhöhen. Er steigt um 50 Cent.

Die Gemeinde Krün sitzt im gleichen Boot wie Mittenwald und Wallgau, wenn es um das neue Angebot der Alpenwelt Karwendel geht. Der Tourismusverbund kooperiert ab 1. Mai 2017 mit dem Regionalverkehr Oberbayern (RVO). Diese Zusammenarbeit ermöglicht Urlaubern mit der AlpenweltCard, einer elektronischen Gästekarte, Gratis-Fahrten im Landkreis. Doch während die Isartal-Besucher Geld sparen, muss die Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs finanziert werden. Mittenwald hat seinen Kurbeitrag bereits um 30 Cent erhöht, Wallgau um 60 Cent. Krün zog nun nach. Der Gemeinderat hat sich mit 11:2-Stimmen dafür entschieden, diesen um 50 Cent anzuheben. Im Ort steigt er somit auf 2 Euro, im Außenbereich Elmau auf 1,10 Euro (pro Gast/pro Nacht).

Der richtige Beschluss, davon ist Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) überzeugt. Vor allem mit Blick auf die Gemeindekasse. Zwar entstehen durch das neue Angebot Mehrkosten, die er mit rund 90 000 bis 100.000 Euro beziffert. Dem stehen mit dem erhöhten Beitrag allerdings zusätzliche Einnahmen von 160 000 bis 180 000 Euro gegenüber. Heißt: Das jährliche Defizit von 400 000 bis 500 000 Euro im Tourismus (ohne Kurhaus) könnte um 60 000 bis 80 000 Euro verringert werden. Deshalb kann der Rathauschef die Beitragserhöhung, die es zuletzt 2010 gegeben hat, nur begrüßen. Denn streng genommen müssten sich laut Kommunalrecht die Ausgaben und Einnahmen im Bereich Tourismus decken. „Wir sind da immer im Graubereich.“ Krün ist da kein Ausnahmefall.

Kehrseite der Medaille

Nicht so recht schmeckt das Ganze Georg Schober (Aktiv für Krün). „Es gibt auch eine Kehrseite der Medaille“, sagte er. Der Hotelier gab zu bedenken, dass durch die Kooperation mit dem RVO die Kaufkraft zum Beispiel nach Garmisch-Partenkirchen abwandern könnte. Doch Schwarzenberger nahm ihm den Wind aus den Segeln. „Das geht auch in die andere Richtung.“ Rege diskutiert wurde zudem, dass in Elmau – dort gibt es künftig statt bisher keiner einzigen zwei Anbindungen, – ebenfalls 50 Cent mehr zu zahlen sind. Doch auch dieser Disput nahm ein frühes Ende. Dazu trug Andreas Zick seinen Teil bei. „Es dürfte dem Gast schwer zu vermitteln sein, unterschiedliche Taxen zu zahlen.“ Das ist so auch nicht geplant, wie der Rathauschef verdeutlichte. Alle Kurbeitrags-Sätze gelten ihm zufolge in allen Kurbezirken und zu allen Jahreszeiten. Das heißt auch an den Campingplätzen. Für Zick zählt nur eins an dem System: die Anbindung an den Kreisort und damit an das Alpspitz-Wellenbad. „Das ist ein Mehrwert, der den Wegfall des Schwimmbads in Mittenwald kompensiert.“

Jetzt sind mitunter die Vermieter gefragt: Sie müssen den neuen Beitragssatz bei den Angeboten berücksichtigen und diesen kommunizieren. Auch, dass beim Wanderbus dagegen alles beim Alten bleibt. Er stoppt weiterhin an den üblichen 30 Haltestellen.

Rubriklistenbild: © dpa

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