1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen
  4. Krün

G7-Gipfel: Krüner Kurhaus wird Polizei-Kantine

Erstellt:

Von: Christof Schnürer

Kommentare

Das Kurhaus in Krün
Das Krüner Kurhaus wird in der heißen Phase wieder zum Verpflegungszentrum für die Sicherheitskräfte umfunktioniert. © Peter Kornatz

Die Wiederauflage des G7-Gipfels in Schloss Elmau (26. bis 28. Juni) wirft viele Fragen auf. Viele sind beantwortet, einige nicht weniger wichtige noch nicht. Das ist die Botschaft des ersten Sachstandsberichts des Bürgermeisters an den Krüner Gemeinderat.

Krün – Am Montag diskutierte Thomas Schwarzenberger (CSU) mit Vertretern des Bundeskriminalamts, am Dienstag folgten Gespräche mit Repräsentanten des Bundespresseamts. Ja, der Krüner Bürgermeister ist mit dem Jahreswechsel wieder voll im G7-Rhythmus. Ein beruflicher Ausnahmezustand wie schon bei der Gipfelpremiere 2015 in Schloss Elmau. „Die Termindichte nimmt zu“, drückt es der viel gefragte Rathauschef aus.

Hinter den Kulissen wird also fleißig an der Wiederauflage gebastelt – nur eben mit viel kürzerer Vorlaufzeit: Statt 16 sind es diesmal nur gute 6 Monate.

Einmal mehr bestimmt die Weltpolitik den Takt im kleinen und beschaulichen Tourismusort Krün. Einen Vorgeschmack darauf gab es gestern Abend im Gemeinderat. Dort trug Schwarzenberger einen ersten Sachstandsbericht vor. Viele von den Punkten, die der 51-Jährige ansprach, kamen einem irgendwie bekannt vor. So soll wie schon vor sieben Jahren das Kurhaus in der heißen Phase zur Polizei-Kantine umfunktioniert werden. Damals wie heute ist dann Pächter Florian Schmid gefragt, der diesem Plan natürlich zustimmen sollte. Apropos: Neben der Verpflegung scheint auch die Unterbringung der Sicherheitskräfte nach Aussage der Polizei trotz diverser Anlaufschwierigkeiten auf einem guten Weg zu sein. Erste Einheiten werden laut Schwarzenberger am 25. Mai erwartet.

Zwei neue Feuerwehr-Fahrzeuge

Zurück zum Kurhaus: Die 40 Jahre alte Einrichtung im Gemeindebesitz bedarf einer Ertüchtigung des Brandschutzes. Das steht schon länger auf der politischen Agenda. Bislang gab es für das 300 000-Euro-Vorhaben keine staatliche Finanzspritze. Jetzt, nachdem das Kurhaus wieder Verpflegungs- und im schlimmsten Fall Evakuierungszentrum wird, öffnet sich wie schon 2015 die G7-Wundertüte. Plötzlich kann die Gemeinde in puncto Brandschutz mit einer Förderung des Projekts in Höhe von 65 Prozent rechnen.

Nutznießerin der Gipfel-Neuauflage könnte wie bereits 2015 auch die Feuerwehr werden. „Da schaut’s gut aus“, vermeldet der Bürgermeister. Ihm zufolge sollen ein in die Jahre gekommenes Löschfahrzeug und ein Pickup gegen neue Modelle ausgetauscht werden. 70 Prozent der Kosten übernimmt der Staat. Mit anderen Worten: Der komplette Fuhrpark im Krüner Gerätehaus ist somit dank G7 seinerzeit und demnächst großteils vom deutschen Steuerzahler runderneuert worden.

Wieder ein Schutzzaun

In seinem Sachstandsbericht teilte der Bürgermeister überdies mit, dass es in bewährter Manier rund um den Tagungsort Schloss Elmau zwei Sicherheitsbereiche geben werde. Der enge Zirkel (S1) umfasst das Luxushotel, der weitere (S2) die Peripherie. Diese wird – auch hier grüßt 2015 – durch einen rund 14 Kilometer langen Schutzzaun abgegrenzt.

Und dann gibt es im Vorfeld noch Probleme, „für die wir eine Lösung brauchen“. Schwarzenberger zielt damit auf den Schulbetrieb während der G7-Klausur der Staats- und Regierungschefs (26. bis 28. Juni) ab. Zwei der drei Tage davon sind nämlich Werk- und somit Schultage. Und nicht nur das: In dem Zeitraum, wenn in Garmisch-Partenkirchen zig tausende Gipfelgegner demonstrieren werden, beginnen die Abschlussprüfungen an den dortigen Realschulen. Daher fragt sich Schwarzenberger völlig zurecht: „Wie ist es möglich, dass den Prüflingen ein ungestörter und stressfreier Zugang zu den Prüfungen gewährleistet wird?“ Ebenfalls rätselt man in Krün darüber, wie in Corona-Zeiten die heimische Bevölkerung vor Ort und aus erster Hand adäquat informiert werden kann. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht. „Ich halte es aber für sehr wichtig, dass die Bevölkerung informiert und mitgenommen wird“, unterstreicht der Bürgermeister.

Zu den kleinen G7-Verlierern zählt übrigens die Gemeinde-Belegschaft. So tritt sowohl für die Rathaus- als auch die Bauhof-Mitarbeiter von 6. Juni bis 8. Juli eine Urlaubssperre in Kraft. Erst der Gipfel, dann Ferien.

Auch interessant

Kommentare