Fingerspitzengefühl braucht Maler-Geselle Matthias Schmidt. Er verputzt den kleinen Glockenturm der Kapelle Maria Rast bei Krün neu. 
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Fingerspitzengefühl braucht Maler-Geselle Matthias Schmidt. Er verputzt den kleinen Glockenturm der Kapelle Maria Rast bei Krün neu. 

Nächstes Jahr feiert sie 25-Jähriges

Krüner Kapelle Maria Rast braucht dringend neuen Anstrich

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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Krüner Kapelle hat dringende Renovierung nötig – Feinarbeit für Matthias Schmidt

Krün – Auf wie vielen Bildern sie bereits zu sehen ist, kann wohl niemand zählen. Sie ist aber auch eine Schönheit, die Kapelle Maria Rast bei Krün. In keinem Fotoapparat und keinem Handy eines Urlaubers darf das atemberaubende Motiv, das Kirchlein auf den Buckelwiesen, fehlen. Im Winter 2017 war es sogar auf der Weihnachtssondermarke der Post zu sehen.

Die Geschichte des Gotteshauses aus dem Jahr 1998 ist sensationell. Doch hat das kleine Schmuckstück mittlerweile eine dringende Sanierung nötig. Regen und Sturm setzten dem Glockenturm, der Holzkonstruktion sowie dem Verputz über die Jahrzehnte hinweg stark zu. Jetzt müssen Handwerker ran.

Wände am Kirchturm haben sich durch Regen und Sturm verfärbt

„Die Wände am Kirchturm haben sich recht unansehnlich in gelb verfärbt“, sagt Kapellenpfleger Peter Manghofer aus Krün. „Wegen dem Kupferblech.“ Die Schlieren waren deutlich zu sehen. Eine Sanierung war dringend erforderlich. Die Zeit drängt. „Am 11. September habe ich schon die nächste Andacht an der Kapelle“, sagt Manghofer. „Bis dahin müssen die Arbeiten fertig sein.“

Der Zeitplan ist durch das Wetter etwas strapaziert worden. Matthias Schmidt von der Malerfirma Schmidt musste wegen des Starkregens der letzten Zeit einige unfreiwillige Pausen einlegen. Er ist für die Sanierung verantwortlich. Doch soll es nun in den nächsten Tagen besser werden. „Ich glaube, die Arbeiten werden sogar noch in dieser Woche fertig.“ Das wäre perfekt.

Unansehnlich war die Außenfassade bis vor kurzem. Das ändert sich nun in den nächsten Tagen.

Schmidt hat dabei alle Hände voll zu tun, muss viel Feingefühl an den Tag legen. Er stabisiliert das Bauwerk mit einem Gittergewebe, trägt neuen Putz auf. Auch das Holzgesimse und die hölzernen Jalousien der Glocken streicht er neu. Eine Rundum-Kur für das sakrale Gebäude quasi. Zuvor schon hatte Spenglermeister Christian Sloof wasserabweisende Bleche unter dem kleinen Zwiebelturm angebracht, um den Aufbau künftig besser vor Nässe zu schützen.

Für Manghofer kommt die Renovierung gerade rechtzeitig. „Das ist wunderbar“, schwärmt er. Denn im nächsten Jahr feiert das heilige Schmuckstück auf den Buckelwiesen sein 25-Jähriges. Am 11. Oktober 1998 hatte der damalige Pfarrer Thomas Reiser, der evangelische Geistliche Gottfried Franke sowie Diakon Gerhard Tietze das Gotteshäuschen geweiht. Es war für den langjährigen Seelsorger Reiser die letzte kirchliche Amtshandlung in der Pfarrkuratie Krün.

Manghofer hat viel erlebt

In den 24 Jahren hat Kirchenpfleger Manghofer einiges erlebt an dem magischen Ort. Die Idee für den Bau einer Kapelle genau an dieser Stelle hatte der Krüner bei einem Spaziergang – er wohnt nur 15 Geh-Minuten entfernt – im September 1995. Zwei Jahre später vollzogen Bauarbeiter den Spatenstich. Das Resultat sei ein „Gemeinschaftswerk aller Krüner Bürger“.

Einheimische und Gäste besuchen sie seither regelmäßig. Auch ungewöhnlichen Besuch gab es schon. So gastierte einmal Schlagersänger Peter Orloff, Spitzname „König der Hitparade“ („Ein Mädchen für immer“, „Baby Dadamda“) für eine Weihnachtssendung an der Kapelle und sang russische Lieder. VON JOSEF HORNSTEINER UND HANS BUCHWIESER

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