Kies-Entnahme beim Verein „Rettet die Isar“ am Krüner Wehr: (v. l.) Stefan Klaffenbacher, Michael Lindmair, Dr. Karl Probst und Schatzmeister Fritz März.
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Kies-Entnahme beim Verein „Rettet die Isar“ am Krüner Wehr: (v. l.) Stefan Klaffenbacher, Michael Lindmair, Dr. Karl Probst und Schatzmeister Fritz März.

Letzter Wildfluss Deutschlands

Verein fordert: Mehr Wasser für die Isar

Ableitungen zu Kraftwerken wie zum Walchen- und Achensee entziehen der Isar bis zum Sylvensteinspeicher beinahe das gesamte Wasser. Für den Verein „Rettet die Isar“ ist es höchste Zeit, dass für alle Bypässe zur Stromerzeugung entsprechende Restwassermengen festgeschrieben werden.

Krün – Dr. Karl Probst, Vorsitzender des Vereins „Rettet die Isar“, findet bei einem Ortstermin am Krüner Wehr deutliche Worte: „Wir wollen dem letzten deutschen Wildfluss Isar und ihren Zuflüssen wieder mehr Wasser zurückgeben. Hier beginnt das Walchensee-System.“ Ein weiterer Grund für erhöhte Vereinsaktivitäten ist die Tatsache, dass 2030 die Konzession zur Energieerzeugung mit dem Walchenseekraftwerk ausläuft (wir berichteten). „Wenn nach einem Hochwasser das Wehr geöffnet und der Kies abgeschwemmt wird, wird der Kanal sofort wieder aufgemacht“, betont Probst. Dadurch bleibt der Kies in der Isar liegen, und das Grundwasser steigt. „Damit ist keine der beteiligten Gemeinden Krün und Wallgau zufrieden, deshalb ist eine Kiesentnahme die beste Lösung.“ Ob oberhalb des Wehrs mit einem Abschottungsbecken oder unterhalb zwischen Krün und Wallgau und dem dafür notwendigen Abtransport durch Lkw, das müsse mit dem Naturschutz geklärt werden. „Wer die Kosten verursacht, muss auch dafür zahlen“, bekräftigt Probst. „Es müsste schriftlich fixiert werden, ob der Kies ständig oder nur nach Antrag entnommen werden darf.“

Der Entnahmeort ist uns egal, aber Einigkeit und Verträglichkeit für die hiesige Natur müssen gemeinsam gefunden werden.

Stefan Klaffenbacher, Bürgermeister von Lenggries

So sehen es auch seine zwei Stellvertreter. Der eine ist der Bürgermeister von Lenggries, Stefan Klaffenbacher. „Unsere Gemeinde ist im Arbeitskreis vertreten, und wir wollen uns aktiv einbringen. Der Entnahmeort ist uns egal, aber Einigkeit und Verträglichkeit für die hiesige Natur müssen gemeinsam gefunden werden.“

Als Zweiter Stellvertreter fungiert auch Michael Lindmair, Vizebürgermeister von Bad Tölz. „Wir ziehen alle an einem Strang, damit wir für die anliegenden Gemeinden etwas erreichen können.“ Mit seinem Verein „Rettet die Isar“ will Probst auch anregen, dass Kraftwerk-Betreiber Uniper das Hochwasser langsamer auslaufen lässt. „Damit bleibt das Kiesbett länger nass, und die Wasserlebewesen haben eine größere Überlebenschance. Das schreiben die Wasser-Rahmen-Richtlinien vor, und darauf fußen unsere Forderungen.“

Nachgedacht werden sollte aus Vereinssicht zudem darüber, ob Fischtreppen wie die in Krün auch an anderen ökologisch wichtigen Stellen eingerichtet werden sollten. Nach der Besichtigung des Krüner Wehrs ging es weiter Richtung Wallgau zum Finzbach und an den Sachensee. „Wir informieren uns dort über die Ableitungen, ihre Folgen und Probleme“, teilte Probst mit. „Die fälligen Entscheidungen liegen aber bei den Politikern. Wir wollen aufmerksam machen und uns nicht einmischen, aber die derzeitige Situation ist die Allerschlechteste.“ Wolfgang Kunz

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