Bürgermeister Thomas Schwarzenberger aus Krün im Dienstzimmer im Rathaus
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Blickt hoffnungsfroh in die Zukunft: Bürgermeister Thomas Schwarzenberger.

Kommune plant Grundstückskäufe

Millionen-Offensive in Krün: Hoffnung für Einheimische

Die Gemeinde Krün will finanziell in die Vollen gehen. Von dem großangelegten Grundstückskauf sollen nicht zuletzt heimatverbundene Einheimische profitieren.

Krün – Die Botschaft von Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) klingt vielversprechend: „Das, was wir vorhaben, ist eine Chance für die Gemeinde.“ Eigentlich sollte er sagen: für einheimische Familien. Denn diese werden im Idealfall am meisten von der Zukunftsinvestition profitieren, die der Krüner Gemeinderat nun einhellig (13:0 Stimmen) auf den Weg gebracht hat. Klappt alles wie geplant, dann wird die nach wie vor solvente Kommune im großen Stil Grundstücke erwerben – insgesamt rund 10 000 Quadratmeter, die peu à peu in Bauland umgewandelt werden beziehungsweise der Gemeinde als Puffer dienen sollen.

„Das richtige Zeichen für junge Leute“, findet Gemeinderat Bernhard Benz (CSU). „Das ist total sinnvoll“, ergänzt Franz Ostler (Bürgerliche Wählergemeinschaft/BWG). „Der Wert ist ja da.“ Im Klartext: Das finanzielle Risiko hält sich in Grenzen. Denn eines ist auch klar: Die Kommune zahlt den Landkauf nicht aus der Portokasse. Zu den bereits genehmigten Darlehen von einer Million müssen zusätzliche Kredite in Höhe von 1,5 Millionen Euro aufgenommen werden. Um dieses Finanzpaket auf den Weg zu bringen, musste daher ein Nachtragshaushalt verabschiedet werden.

Kein Griff in die Rücklagen

Natürlich hätte man die Rücklagen (868 000 Euro) weiter plündern können. „Aber wir wollen flexibel bleiben“, verdeutlichte Anneliese Albrecht (CSU), von berufswegen in der Bankenbranche tätig, und daher hat ihre Einschätzung durchaus Gehalt. Dann also lieber auf geliehenes Geld zu nach wie vor günstigen Zinskonditionen zurückgreifen und die sechsstellige Reserve als komfortable Manövriermasse, so gut es geht, unangetastet lassen. Die Schulden der Kommune schnellen damit allerdings wieder von 2,5 auf 4 Millionen Euro nach oben. Der Konsolidierungskurs Krüns ist somit bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Die Gemeinde, die selbst trotz Corona über solide Einnahmequellen verfügt, kann und will sich den neuerlichen Schuldengang leisten.

Denn im Gegensatz zu anderen Kommunen, die händeringend Flächen suchen und partout nicht finden, möchte Krün buchstäblich für die Zukunft vorbauen. Deshalb forcierte man beispielsweise die Verhandlungen mit dem Freistaat Bayern über den Kauf des 4100 Quadratmeter großen Areals im Gries. Dieses nimmt einen großen Teil der Immobilien-Offensive ein und soll zu einem Einheimischen-Modell entwickelt werden (wir berichteten). Sollten auch die anderen Ankäufe beim Notar beurkundet sein, könnten bis zu 20, verhältnismäßig erschwingliche Bauplätze angeboten werden. „Das ist das Ziel“, meint Schwarzenberger. Ansonsten hält er sich mit zusätzlichen Details merklich zurück.

Viele Modelle möglich

Wegen der reizvollen staatlichen Förderung könnte er sich auf einer der künftigen gemeindeeigenen Flächen auch Kommunalen Wohnungsbau vorstellen. Genauso denkbar: Eigentumswohnungen in Erbpacht (auf 100 Jahre) weitergeben. „Dann bleiben sie in Besitz der Gemeinde“ – und können nicht Opfer privater Spekulation werden. Oder man hält wertvollen Grund in Reserve – für mögliche Tauschgeschäfte.

Vieles sei möglich, meint Schwarzenberger, „aber ob das alles so gelingt?“ Doch der Bürgermeister ist völlig überzeugt von dieser Millionen-Offensive. „Zumindest haben wir jetzt die Chance.“

Die Chance, jungen Menschen eine Perspektive zu geben, den Traum vom Eigenheim in der geliebten Heimat zu realisieren. „Und die Nachfrage ist sehr groß.“

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