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Hält ein Plädoyer für ein Umdenken der Konsumenten: Petra Schuhmacher aus Krün kämpft für ein plastikfreies Oberland und bringt Beispiele, wie das gehen soll. 

Geschäfte auf digitaler Karte registriert

Mit Box und Beutel: Mehr plastikfreies Einkaufen im Isartal ermöglichen

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Ein Leben ohne Plastik. Geht das überhaupt? Beim Krüner Nachhaltigkeitsstammtisch wurden Erfahrungswerte und Tipps ausgetauscht. Nun ist der Plan, gemeinsam mit den Isartalern eine Kehrtwende in Mittenwald, Krün und Wallgau herbeizuführen.

Krün – Wenn Petra Schuhmacher im Isartal zum Einkaufen geht, hat sie stets Stoffbeutel und Boxen dabei. An der Frischfleisch-Theke stellt sie stets die entscheidende Frage: „Können Sie mir das bitte gleich in meine Box packen?“ Sie braucht keine Tüten, die um die Ware herumgewickelt werden. An der Kasse steckt die Krünerin alles in einen Beutel. Wie viel Müll entsteht bei diesem Einkauf? So gut wie keiner.

Was so einfach klingt, stellt sich in der Praxis oft als bedeutend schwieriger heraus. „Der Fachverkäufer darf keine mitgebrachte Box über die Theke wandern lassen“, erklärt Schuhmacher. Der Grund: Die deutsche Gründlichkeit in Form der Hygiene-Verordnungen.

Damit hat Schuhmacher schon ihre Erfahrungen gemacht. Eine Vorgesetzte sagte einmal vorwurfsvoll, als sie Fleisch kurzerhand im eigenen Behälter verstaute: „Das hab ich jetzt aber nicht gesehen.“ Die Auflagen machen dieser sinnvollen Müllvermeidung einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Vor allem große Supermarkt-Ketten, auch im Isartal, wollen nicht nur, sondern müssen sogar Unmengen an Plastik verwenden, um Lebensmittel laut den Vorschriften entsprechend hygienisch einzupacken. Deshalb appellieren Schuhmacher und ihre Mitstreiter des Nachhaltigkeitsstammtisches in erster Linie an kleine Läden und Familienbetriebe, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Einige Bäckereien, bei denen die frischen Lebensmittel in selbst mitgebrachte Boxen hinein dürfen, gibt es bereits. Bei den Metzgereien ist das schon schwieriger. Doch jeder, der auf dieses umweltschonende Prinzip umsteigt, bekommt ein kleines Plakat überreicht, dass er sich auf die Eingangstür kleben darf: „Der Umwelt zuliebe füllen wir unsere Waren gerne auch in Ihre eigene Beutel und Behälter“ steht drauf. Die Aktion des Vereins „Oberland plastikfrei“ ist freiwillig und soll ein Umdenken bei den Konsumenten bewirken. Zahlreiche dieser Flyer teilte Marisa Neumeister am Stammtisch aus. Die Lenggrieserin versucht seit eineinhalb Jahren, ein Leben ohne den Kunststoff zu führen. Aus gutem Grund.

Denn die Zahlen sind erschreckend. Sollte der Mensch seinen Plastik-Konsum nicht einschränken, werden laut einer Studie der „Ellen MacArthur Foundation“ im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer schwimmen. Wer glaubt, das betrifft im Isartal niemanden, der befindet sich auf dem Holz-, beziehungsweise Plastikweg. Die größten Sünder der Welt kommen zwar allesamt aus Asien – China, Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Thailand sind für mehr als die Hälfte dieses Abfalls im Meer verantwortlich – doch hinzu kommen tonnenweise Plastikmüll aus Deutschland, Bayern und somit aus dem Isartal.

Selbst wenn es nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist, den Schuhmacher, Neumeister und Co. gehen, könnte er großes Bewirken. „Wir sammeln online alle Läden und Geschäfte, die plastikfreies Kaufen anbieten“, offenbarte Neumeister. Dann kann im Internet auf einer digitalen Karte nachgeschaut werden, wer umweltschonendes Einkaufen anbietet. In Kürze sollen dort auch Isartaler Geschäfte abgebildet sein und eine sanfte Revolution gegen die Plastik-Massen ins Rollen bringen.

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