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Mitten ins Herz der Ski-Romantiker

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Ein Skifahrer nimmt die Schanze beim Nostalskirennen in Krün
Zielsprung: Nur noch wenige Meter trennen Lokalmatador Tommi Schmidt vom verdienten Applaus. © Hubert Hornsteiner

Passend zum Flair dieser Retro-Veranstaltung hat der Winter Einzug in Krün gehalten. Der perfekte Rahmen für das kultige Nostalskirennen, bei dem am Barmsee-Lift – passend zur Faschingszeit – eines ganz bestimmt nicht zu kurz kam: die Gaudi.

Krün – Für das Nostalskirennen in Krün nimmt ein echter Alpin-Pionier schon mal eine längere Anreise in Kauf. Anton Herzog und Ramon Wimmer sind zwei solche Exemplare. Die beiden Mannsbilder vom Annoclub 1900 Saalfelden aus dem Salzburger Land verleihen der Pistengaudi sozusagen internationalen Glanz. „Wir machen das schon lange“, sagt Herzog und schultert seine Holzlatten. „Uns gefällt es hier am Barmsee-Lift einfach super gut.“

Das hören die Organisatoren vom Junggesellenverein natürlich gerne. Dabei spielte ihnen am Samstag bei der Neuauflage dieser Retro-Gaudi das Wetter in die Karten. Den Neuschnee bezeichnet Streckenchef Hansi Buchwieser als „Glücksfall“. Verpasste der unerwartete Winterzauber der Nostalgie-Arena doch die passende Kulisse. „Das war der Wahnsinn, es war total bärig“, schwärmt Junggesellenchef Hias Schmidt.

Zwei Ansager beim Nostalskirennen in Krün
Ein Traumgespann: die Ansager (v. l.) Martin Ceeh und Max Achatz junior. © Hubert Hornsteiner

Den Rest erledigten die 71 Teilnehmer – zwölf Mannschaften –, die stilecht mit Schiebermütze, Kniebundhose oder luftigem Rock sich mit ihren historischen Skiern in die Tiefe stürzten. Christl Cranz, Olympiasiegerin von 1936, hätte sicherlich ihre Freude gehabt.

Rund 300 Zuschauer hatten sich bei knackigen Temperaturen zum Barmsee-Lift aufgemacht. Und das lag nicht nur an den seltsam gewandeten Ski-Ästheten – oder sollte man besser sagen Ski-Akrobaten, die beim Start und an der Mittelstation den obligatorischen Schnaps trinken mussten. Daneben durften die Bruchpiloten noch mit einem Schneeball auf eine Scheibe werfen. Das Eintrittsgeld allein sind die Ansager wert: Martin Ceeh und Max Achatz junior. Dieses kongeniale Duo zündete in bewährter Weise ein Feuerwerk an Sprüchen. Als einer der Teilnehmer so gar nicht mehr das Ziel erreichen wollte, schallte es von der Moderatoren-Galerie herunter: „Jetzt hots’n dreimal g’missn. Liebe Zuschauer, jetzt holt’s Euch a Leberkas-Semmel, a Hoibe Bier, I mach mei Steuererklärung und mei Kolleg geat zum Bieseln, und wenn ma alle wieder da san, dann werd er scho herunten sei.“

Organisationschef und Teilnehmerin beim Nostalskirennen in Krün
Und jetzt ein Pfeiferl: Junggesellenchef Hias Schmidt freut sich auf ein tolles Spektakel, während Teilnehmerin Franziksa Sellmaier mit der Startnummer kämpft. © Hubert Hornsteiner

Fünf Stunden derbleckten Ceeh und Achatz die Freunde der alten Skilatten und -klamotten, und auch der eine oder andere Zuschauer bekam sein Fett weg.

Nach der Corona-Zwangspause feierte das Krüner Nostalskirennen mit einem Ausrufezeichen eine Wiederauferstehung. Was auch den fleißigen Bauhof-Mitarbeitern geschuldet war, die mit Schneekanonen für den passenden Untergrund gesorgt hatten – und dann rieselten noch 20 Zentimeter von oben auf natürlichem Wege herunter. Perfekter geht’s nicht. Auch das Kamerateam des Bayerischen Rundfunks hat sicherlich perfekte Bilder eingefangen. Hubert Hornsteiner

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