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Arbeit vor Publikum: Die Lebensretter beim Elektro-Fischen.

Mysteriöses Verschwinden von Forellen und Äschen 

Fische in der Isar – verzweifelt gesucht

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Parallel zur derzeit laufenden Kiesentnahme sind im Isar-Flussbettwieder Lebensretter im Einsatz. Elektrofischen lautet das Zauberwort. Knapp 600 Forellen, Mühlkoppen und Äschen konnten bei dieser Aktion in Sicherheit gebracht werden. Andere wiederum sollen auf mysteriöse Weise aus den Gumpen verschwunden sein.

Krün – Rücken die Bagger der Firma Achner wieder Richtung Isar aus, wird’s auch für die Mitglieder des Kreisfischereivereins ernst. Für sie heißt es dann, in abgeschnittenen Wasserläufen unzählige Lebewesen aus ihrer prekären Lage zu befreien. Elektrofischen lautet dann die Losung. Mit anderen Worten: Die Tiere werden mit Hilfe von leichten Stromstößen kurz betäubt, aus dem Wasser geholt und an anderer, sicherer Stelle wieder eingesetzt. „Alle Fische wurden in nicht gefährdeten Bereichen in die Freiheit entlassen“, formuliert es Hans Schanderl, der rührige Sprecher des Kreisfischereivereins.

Während also derzeit die Bagger auf Anweisung des zuständigen Wasserwirtschaftsamts (WWA) im Krüner Gries auf beiden Seiten der Isarbrücke auf einer Länge von rund 800 Metern Kies auskoffern, um die Hochwassergefahr einzudämmen kümmern sich Schanderl und Co um das Wohl unzähliger Schuppentiere. Bislang konnten knapp 600 Bach- und Regenbogenforellen, Äschen und Mühlkoppen gerettet werden. Auch am gestrigen Dienstag ging’s am späten Nachmittag wieder für den Kreisfischereiverein, der dieses Gewässer angepachtet hat, hinunter ins Isarbett. Nicht wenige Schaulustige tummeln sich dann am Ufer oder postieren sich auf der Brücke. Für die Männer im Wasser kein Problem. Ihre Arbeit hält so manche Überraschung bereit. So sollen laut Schanderl sowohl Spaziergänger als auch Fischer auf dieser Strecke noch vor wenigen Tagen in kleinen Gumpen mehrere große Äschen und Bachforellen beobachtet haben. Plötzlich waren die Fische auf mysteriöse Weise verschwunden. „Ein Schelm, der an strafbaren Fischdiebstahl denkt“, meint Schanderl mit leichter Süffisanz. Sein Problem bei der Sache: „Ich kann’s nicht beweisen, ich kann’s nur vermuten.“

Kein Kavaliersdelikt

Doch anscheinend soll’s den einen oder anderen im Isartal geben, der diese Fisch-Wilderei als Gewohnheitsrecht betrachtet. Dabei ist das eine strafbare Handlung und alles andere als ein Kavaliersdelikt. Besonders frustrierend für Schanderl ist, dass viele Äschen dabei entwendet wurden. Diese gelten als gefährdete Art und werden von Fischern nicht gefangen, „damit sich der Bestand stabilisieren und vermehren kann“.

Ruf nach Kiesfang

Der Kochler ist aber auch in anderer Hinsicht leicht verschnupft – und zwar beim Dauerthema Kies. Schanderl erinnert daran, dass vor vier Jahren an selber Stelle „großzügig Kies entnommen“ worden sei. „Davon ist nichts mehr erkennbar.“ Einmal mehr bringt er einen Kiesfang oberhalb des Krüner Wehrs ins Spiel. „Damit hätte sich das Flussbett mit Sicherheit nicht in so kurzer Zeit gefährlich erhöht.“ Und der Staat würde sich damit viel Geld sparen.

Schanderl möchte dieses Thema am 20. November bei einem weiteren Runden Tisch in Wallgau mit Vertretern von Behörden und Verbänden nochmals zur Sprache bringen. Mit dabei sein wird auch Johannes Riedl, zuständiger Abteilungsleiter beim WWA Weilheim. „Der Kiesfang wäre aus unserer Sicht eine gute Lösung.“ Riedl hofft deshalb auf eine baldige – aus WWA-Sicht positive – Stellungnahme von der Regierung von Oberbayern und vom Landratsamt.

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