Brüsseler Gericht spricht Islamisten Abdeslam des Mordversuchs schuldig

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Bruchpiloten am Barmsee. Die Zuschauer bekommen einiges zu sehen.

Spektakel am Krüner Barmsee-Lift 

Nostalgisch bis brachial: Das war das verrückteste Skirennen der bayerischen Alpen

Den Hügel hinab auf uralten Holzlatten: Beim Nostalski-Rennen in Krün setzen sich Skifahrer gefährlichen Herausforderungen aus - von Schanze bis Schnaps. Die Stimmung in Text und Bildern.

Krün – Langsam nimmt Jan Jochen Fahrt auf. Seine Ski-Wahl ist eigentlich immer bedacht an solchen Tagen. Glücklich war die Entscheidung des 81-Jährigen an diesem Samstag diesmal leider nicht. „Gestern war es noch richtig musig“, beschreibt der mit Abstand älteste Teilnehmer des Krüner Nostalski-Rennens am Barmsee-Lift. „Aber heute ist es sehr eisig.“

Schon vor seiner Abfahrt überlegt sich der Architekt im Ruhestand deshalb, ob er mit oder ohne Kante fahren solle. Auswahl hätte er zu Hause nämlich genug: „Ich sammle alte Skier“, erzählt er. Über 15 Paar stehen in seinem Heimatort Ohlstadt im Keller bereit. „Die ältesten sind von 1910.“

Nostalgisch bis brachial: Bilder vom verrücktesten Skirennen der bayerischen Alpen

Bei der zwölften Auflage der nostalgischen Wintergaudi hatte er jene aus den 1920er Jahren ausgepackt – ohne Kante. Mutig stürzt der rüstige Senior sich mit diesen alten Bretteln den Hang hinab. Filigran meistert er den sogenannten Kamelbuckel. Die scharfe Kurve vor der Mittelstation nimmt er ebenso mit Bravour. Ein Schnapserl genehmigt er sich dort, ehe er zur Neuheit auf dem Gaudi-Parcours zusteuert: dem Stoaßbudeln. Schnell hingelegt und genauso schnell wieder auf den Beinen, geht es für den Ohlstädter schließlich zur Sprungschanze. Diesmal sollte das seine letzte Station sein.

Wagemutig hebt Jochen ab, segelt einige Meter weit. Ein falscher Dreher reicht jedoch, um ihn kopfüber in die eisige Piste tauchen zu lassen. Mit einer Platzwunde am Kopf muss er zügig von der Bergwacht verarztet werden. „Noch einmal gut gegangen“, verkündet der lädierte Bruchpilot nach seinem Sturz. Es sollte glücklicherweise der einzige blutige Vorfall an diesem Tag bleiben. 102 Teilnehmer rasten mit oder ohne Kante den Hang am Barmseelift hinab. Alle kamen heil im Ziel an.

Dort wartete bereits das bewährte Moderatoren-Duo Max Achatz und Martin Ceeh auf die Barmsee-Bruchpiloten. Bergschuhe und Holzskier waren genauso Pflicht wie ein Schnapserl auf der Strecke. Manche genossen gleich fünf Feuerwasser hintereinander. „Dem pressiert es anscheinend nicht so“, meint Organisator Hans Buchwieser. Der Mann vom Junggesellen-Verein organisierte mit seinem Ausschuss die nostalgische Pistengaudi bereits mehrere Male. Zum zwölften Mal fand das Skirennen der etwas anderen Art in Krün statt. Für Bürgermeister Thomas Schwarzenberger wäre die urige Talabfahrt nichts. „Wenn dieser Reporter zum Rauchen aufhört, dann fahr’ ich auch mal runter“, versprach der 47-Jährige, als er einen Tagblatt-Mitarbeiter mit Glimmstengel im Mundwinkel erblickte.

Sicher hingegen war der Sieg von Daniel Göthel. Mit einer Zeit von 43,91 Sekunden wedelte er zielsicher den Hang hinab. Bei den Damen mit Kante siegte Katharina Camelly (1.03, 37 Minute). Schwung in die Pistengaudi brachte, wie erwähnt, das Stoaßbudeln (Tischkegeln) nach der Mittelstation. Dort mussten so viele Kegel wie möglich mit einem Queue umgeworfen werden. Pro Kegel gab es eine Sekunde Abzug. „Des is so a Gaudi“, fand Tscharlie Beyerlein geradezu glückselig. Der 56-Jährige ist extra aus Gaißach angereist, um mal mitzumischen. „Ich habe sonst immer zugeschaut.“ Heuer dachte er sich: „Ich fahr’ mal selber mit.“ Mit der Startnummer 102 war er der letzte Teilnehmer an diesem Tag. Die uralten Bretter hat er sich von einem Bekannten seiner Freundin ausgeliehen.

Die meisten haben ihre Skier von anno dazumal noch von ihren Großeltern, oftmals aus Wehrmachtsbeständen oder schlichtweg im Internet bestellt. „Da werden alte Exemplare teilweise bis zu 150 Euro gehandelt“, weiß Beyerlein. Aber auch das Krüner Gaudirennen ist überregional inzwischen hoch im Kurs – wie der neuerliche Bericht des Bayerischen Fernsehens im Verfeld beweist.

Josef Hornsteiner

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