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G7-Gipfel in Schloss Elmau: Wanderparkplatz wird wieder zum Mini-Flughafen

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Von: Christof Schnürer

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Noch ist es ruhig auf dem Wanderparkplatz im Elmauer Tal. Doch damit es schon bald vorbei.
Noch ist es ruhig auf dem Wanderparkplatz im Elmauer Tal. Doch damit es schon bald vorbei. © Josef Hornsteiner

Die Rückumwandlung des Wanderparkplatzes am Schloss Elmau muss im Zuge des G7-Gipfels 2022 wieder zum Hubschrauberlandeplatz umgebaut werden. Im März sollen die Arbeiten über die Bühne gehen. Danach soll er wieder zum Wanderparkplatz werden.

Elmau – Die Uhr wird um sieben Jahre zurückgedreht. Wie schon beim G7-Gipfel 2015 wird auch beim anstehenden Treffen der Staats- und Regierungschefs in Schloss Elmau (26. bis 28. Juni) der angrenzende Wanderparkplatz zum Mini-Flughafen umfunktioniert. Mit anderen Worten: Sämtliche Bepflanzung verschwindet wieder, und die rund ein Hektar große Fläche mutiert neuerdings im Eiltempo zur riesigen Asphaltwüste in gesegneter Natur. Und das alles, damit Polit-Promis wie US-Präsident Joe Biden oder Bundeskanzler Olaf Scholz sicher mit ihren gepanzerten Helikoptern landen und abheben können.

Gastgeber-Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) kennt das Spiel, schließlich war er bereits beim Gipfeltreffen 2015 in Amt und Würden. Doch der G7-erprobte Krüner Rathauschef versichert in puncto Landeplatz: „Es geht nicht nur um die An- und Abreise.“ Das versiegelte Areal, deutlich größer als ein Fußballfeld, ist auch Teil eines ausgeklügelten Evakuierungskonzepts. Denn ist am exklusiven Tagungsort Gefahr in Verzug, zählt jede Sekunde. „Da muss es ruckzuck gehen.“

Erhöhte Schlagzahl vom Staatlichen Bauamt gefordert

Eine erhöhte Schlagzahl ist jetzt erst einmal vom Staatlichen Bauamt Weilheim gefordert, das die Rückumwandlung des von jungen Bäumen gesäumten Wanderparkplatzes in einen Miniatur-Flughafen möglichst geräuschlos bewerkstelligen soll. Laut Sachgebietsleiter Werner Hüntelmann wird die Aktion spätestens im Februar anlaufen. Zunächst jedoch nehmen sich die Straßenbau-Experten die Brücke unmittelbar am Anstieg zum Wanderparkplatz vor. „Diese ist nicht mehr tragfähig“, teilt Hüntelmann mit. Doch das müsse unabhängig vom G7-Gipfel gesehen werden. Denn bekanntlich donnern auch Holztransporter der Bayerischen Staatsforsten über diese schmale Passage – und bald auch schweres Gerät der Straßenbauer. „Ab spätestens März sollen dann auch die Arbeiten auf dem Parkplatz beginnen“, ergänzt Hüntelmann. Besagtes Areal gehört den Staatsforsten und somit dem Freistaat Bayern.

Eine Asphaltwüste: So wie im Sommer 2015 soll es in einigen Wochen wieder aussehen.
Eine Asphaltwüste: So wie im Sommer 2015 soll es in einigen Wochen wieder aussehen. © Thomas Sehr

Ein ambitionierter Zeitplan. Denn niemand ist dieser Tage gefeit vor einem Kälte- oder Wintereinbruch, schließlich liegt das mondäne Luxus-Resort im Hochgebirge. Doch spätestens der G7-Gipfel 2015 hat gezeigt, dass in diesen Ausnahmezeiten Wunder wirken und scheinbar Unmögliches möglich gemacht wird, koste es, was es wolle.

Anders als vor sieben Jahren sind die Voraussetzungen am künftigen Mini-Flughafen ungleich besser. Seinerzeit waren mordsmäßige Erdbewegungen vonnöten, um aus der zerfurchten und welligen Fläche eine staubfreie Asphaltebene zu modellieren. Wie viel Geld das Kommando retour verschlingen wird, dazu kann Experte Hüntelmann zum aktuellen Zeitpunkt nichts sagen. „Es gibt noch keine Kostenschätzung.“

Sanierungsfall: Die Brücke auf dem Weg zum künftigen Landeplatz muss generalüberholt werden.
Sanierungsfall: Die Brücke auf dem Weg zum künftigen Landeplatz muss generalüberholt werden. © Josef Hornsteiner

Doch eines ist ebenso klar: Es gibt natürlich ein Budget für die sofortige Wiederherstellung des bepflanzten Wanderparkplatzes. Und geht das ganze Prozedere ähnlich wie 2015 vonstatten, dann ist die Asphaltdecke wenige Tage nach dem medienträchtigen Schaulaufen der Staats- und Regierungschefs der führenden westlichen Industriestaaten in diesem Naturrefugium auch wieder ratzfatz verschwunden.

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