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Starten eine Informationskampagne: (v. l.) Sophie Andrä, Susanne und Alois Kramer, Christine Singer, Sebastian Kramer und Lisa Loth präsentieren am Ferlhof die „Milchstraße“. 

Plakat-Aktion der Landwirte

Woher kommt die Milch? Bauern klären auf

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Woher kommt die Milch, die im Supermarkt gekauft wird? Um dieser Frage nachzugehen, hat die Zugspitz Region nun ein Plakat in Auftrag gegeben. Dieses zeigt im Detail, wie viele Erzeuger an welche Firmen liefern. Die „Milchstraße“ soll – gut sichtbar – für mehr Sensibilität beim Konsumenten sorgen.

KrünFür die 18-jährige Sophie Andrä ist es der Traumjob schlechthin. Mit einem Lächeln streichelt sie ein kleines Kalb. Sie liebt ihre Arbeit. Ihr drittes Lehrjahr zur Landwirtin absolviert die junge Frau vom Tegernsee derzeit am Ferlhof in Krün. Andrä wird eine der künftigen Landwirte, die für die Milchproduktion vor Ort verantwortlich zeichnen. Doch schon jetzt weiß sie, dass sie nur dann eine Zukunft hat, wenn der Konsument auch weiterhin Produkte aus der Region kauft.

Zusammen mit ihrem Chef Alois Kramer gilt es täglich, über 40 Kühe im Stall zu versorgen. Kramer trägt somit zu den insgesamt 39 Millionen Litern Milch bei, die im Landkreis Garmisch-Partenkirchen jedes Jahr erzeugt werden. 300 Bauern liefern das lebenswichtige Produkt von 7000 Kühen. Mit zusätzlich 10 000 Rindern wird aber nicht nur Milch produziert, wie Kramer weiß. „Sie erhalten auch unsere Kulturlandschaft.“ Ohne das Vieh wäre das Landschaftsbild, wie wir es kennen, in Gefahr. Die Bauern selbst müssen allerdings um ihre Existenz kämpfen. Das Problem? Zu schnell würde der Konsument auf billige Schnäppchenangebote reinfallen, zu oft würden einheimische Betriebe darunter leiden.

Das Ziel ist deshalb, „unsere Landwirtschaft sichtbarer zu machen“, betont der CSU-Gemeinderat. Zeigen, wohin die Milch vom Bauern nebenan geht, und wie beim täglichen Einkauf die richtige Entscheidung getroffen werden kann. Die Zugspitz Region GmbH hat sich dieser Aufgabe nun angenommen. Regionalmanagerin Lisa Loth besuchte zusammen mit Zugspitz-Region-Geschäftsführer Sebastian Kramer den Ferlhof seines Bruders, um das neue Plakat „Die Milchstraße“ vorzustellen.

Auch die Stellvertretende Landesbäuerin und Bezirksbäuerin Christine Singer ist begeistert von dieser wichtigen Öffentlichkeitsarbeit. „Das Plakat muss jetzt gut sichtbar ausgehängt werden“, meint sie. Perfekt wäre dort, wo der Kunde sich für seine Milch entscheidet: im Einzelhandel. „Das werden wir prüfen“, betont Loth. Bisher sei daran nämlich noch nicht gedacht worden.

Doch was steht überhaupt darauf? Von den fast 40 Millionen Litern Milch im Jahr entfallen fast 20 Millionen auf die Milchwerke der Berchtesgadener Land Chiemgau eG. Mit 162 Lieferanten der Marktführer im Landkreis. Gut die Hälfte davon, also rund zehn Millionen Liter, wird von der Hochland SE aus dem Landkreis aufgekauft. Das macht 74 Lieferanten aus. Den Rest teilen sich Zott, Allgäu Milch Käse Bio und die Andechser Molkerei Scheitz Bio. Auch die Schaukäserei Ammergauer Alpen hat mit 16 Lieferanten einen Bedarf von gut 1,45 Millionen Litern im Jahr.

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