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Wird modernisiert: das Feuerwehrhaus in Krün. 

In der Gemeinde Krün ist vieles geplant

Projekte 2018: Klais erregt Aufmerksamkeit

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Die Gemeinde ist klein. Nur etwa 1940 Menschen leben in Krün. Das heißt aber nicht, dass sich dort nichts tut. Von wegen. Einige Projekte stehen heuer auf der Agenda von Bürgermeister Thomas Schwarzenberger.

Krün– Die Stapel türmen sich auf dem Schreibtisch. Dokumente, Unterlagen, Pläne. Das neue Jahr beginnt für Thomas Schwarzenberger (CSU) mit Vollgas statt mit angezogener Handbremse. Themen, die ein bisschen liegen geblieben sind, bekommen jetzt seine Aufmerksamkeit. Die Aktualisierung von Satzungen zur Zweitwohnungssteuer oder fürs Abwasser zum Beispiel. „Wir müssen sie überarbeiten“, sagt Krüns Bürgermeister. Gleichzeitig hat er einige bedeutende Projekte vor der Brust, die heuer über die Bühne gehen sollen. Bauhof, Gewerbegebiet und Einheimischenmodell sind nicht die einzigen.

Dorferneuerungim Mittelpunkt

Vorhaben vier der Dorferneuerung läuft, seit 2017 ist die Ortskernsanierung in Klais im Gange. Die größten Brocken: Neugestaltung der Bahnhofstraße und des Elmauer Wegs sowie die Verbesserung des Regenwasserkanals. Der Fortschritt: nicht wie gewünscht. Manches verzögerte sich. Zum Beispiel die Lieferung der Gabionen. Auf das Vorhaben, das rund 2,1 Millionen Euro (Gemeindeanteil 800 000 Euro) verschlingt, richtet sich heuer der Fokus. „Es wird die Hauptbaumaßnahme 2018“, sagt Schwarzenberger.

Gleichzeitig bereitet die Gemeinde den fünften Teil der Dorferneuerung vor: die Neugestaltung des Kirchplatzes in Krün. Die grundsätzliche Planung steht und wurde von den Gremien verabschiedet. Schwarzenberger hofft, dass die Genehmigung Mitte des Jahres im Rathaus eintrifft. So wäre es möglich, die Ausschreibung über den Winter hinweg zu absolvieren. „Dann könnten wir eventuell 2019 anfangen.“

Zeitliche Prognosen wagt der Bürgermeister in puncto Dorfplatz nicht. Die Planungen stehen noch am Anfang. Bisher gab es ein erstes Treffen des Arbeitskreises. Heuer werden Beratungen folgen. In welche Richtung es gehen könnte, hängt vor allem vom Gebäude an der Walchenseestraße 2 ab. Bleibt das Haus stehen oder nicht beziehungsweise wie könnte es genutzt werden? Eine schwierige Entscheidung, die sich auf das Ortsbild auswirkt.

Sanierung des Feuerwehrhauses

Am Feuerwehrhaus in Krün nagt der Zahn der Zeit. Dem Erdgeschoss des 1969 errichteten Gebäudes hat man sich im vergangenen Jahr bereits angenommen und beispielsweise mehr Spinde installiert. „Wir sind im Haus durch“, sagt Schwarzenberger. Bis auf den Büchereisaal im ersten Stock, der einer energetischen Sanierung bedarf. „Da sind Fenster aus dem Jahr 1970 drin“, verdeutlicht der Bürgermeister. Darüber hinaus steht noch die Außentreppe auf dem Programm, die Probleme bereitet. „Sie ist angewittert.“ Die Folge: Der Putz bröckelt ab. Es gibt Überlegungen, die Treppe einzuhausen oder das Dach zu verlängern.

Hochwasserschutz: Rückhaltebecken

Schwarzenberger kann die Pläne, die wegen des G7-Gipfels zwei Jahre in der Schublade verschwanden, wieder rausholen. Beim Hochwasserschutz und der damit verbundenen Installation eines Rückhaltebeckens am Kranzbach, Bereich Bärnbichl, könnte es jetzt schneller gehen als erwartet. Damit die Kommune für das Gutachten und später unter Umständen auch für die Baumaßnahme in den Genuss von Fördermitteln kommen kann, brachte der Gemeinderat im März 2016 das so genannte Integrale Hochwasserschutz- und Gewässerentwicklungskonzept auf den Weg. Der Auftrag umfasste nicht nur den Kranzbach, wie es zuerst von der Regierung mitgeteilt wurde, sondern alle Gewässer dritter Ordnung, für die Krün unterhaltspflichtig ist. Jetzt kommt wieder Bewegung in die Angelegenheit: Die Ausarbeitung liegt im Entwurf seit wenigen Monaten vor, teilt Schwarzenberger mit. Sie müsse nun vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim geprüft werden. Dann erst kann das Rückhaltebecken beurteilt werden. Mit dem Ergebnis rechnet er in der ersten Jahreshälfte.

Ziel ist, den Kranzbach bei Starkregen zu entschärfen. Südlich des Maximilanhofs soll ein etwa 30 Meter langer Staudamm mit kontrollierter Wasserabgabe gebaut werden. Damit will man die Flut stoppen und diese auf einer vorgelagerten Wiese auslaufen lassen. Es wäre Schwarzenberger zufolge die vorläufig letzte größere Vorsorge-Maßnahme, die sinnvoll sein kann.

Homepage und Krün-App

Der Blick richtet sich im Jahr 2018 wieder auf das Zentrum der Macht, das Rathaus. Nachdem dieses baulich bereits auf Vordermann gebracht wurde, soll nun auch die Verwaltung in der Moderne ankommen. Erste Schritte sind bereits getan. Bürger können beispielsweise Briefwahlunterlagen online anfordern. Dieses Angebot will die Gemeinde mit Formularen und Anträgen ausbauen. Mit der Überarbeitung des Internetauftritts versucht sie, die Vorgaben der e-Government-Vorschriften umzusetzen.

Neben der Homepage entsteht derzeit die Krün-App. Schwarzenberger schätzt, dass sie noch im Januar zum Download zur Verfügung steht. Dahinter steckt ein klares Ansinnen: Die Gemeinde will damit die Einheimischen und Neubürger mit Informationen über aktuelle Entwicklungen versorgen. Bisher lief das über Broschüren ab, die aber seien dem Rathauschef zufolge schnell überholt.

Hinter dem Ganzen steckt ein einfacher Gedanke. Mit den EDV-Möglichkeiten setzt sich die Verwaltung zum Ziel, Abläufe zeitgemäß zu vereinfachen und dem zunehmenden bürokratischen Aufwand entgegenzutreten – also papierarm zu werden. Dann würden sich auf Schwarzenbergers Schreibtisch auch nicht mehr ganz so viele Zettel stapeln.

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