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Alles im Griff (v. l.) Franz Oberauer, Dr. Peter Saur und dessen Tochter Anne retten den Schwan.

Tierschutzverein im Einsatz in Krün

Verletzter Schwan in besten Händen

Rettungsaktion am Krüner Stausee: Ein verletzter Schwan musste vom Tierschutzverein und der Wasserwacht geborgen werden. Eine Geschichte mit Happy-End: Der stolze Vogel ist mittlerweile wieder wohlauf.

Krün Wenn Christine Sprengers Handy klingelt, heißt es: Einsatz für sie. Diesmal verschlug es die Vorsitzende des Tierschutzvereins Mittenwald zum Krüner Stausee. „Eine Spaziergängerin teilte mir mit, dass sie einen verletzten Schwan mit herabhängendem Flügel gesehen hat.“ Gemeinsam mit ihrem Beisitzer und Wildvogel-Spezialisten Franz Oberbauer sichteten sie das stattliche Tier am Ufer. „Was tun, überlegten wir.“ Eines war klar: Dem Schwan musste dringend geholfen werden.

Gleich am nächsten Tag wurde ein kleiner Rettungstrupp gemeinsam mit der Wasserwacht einberufen. Mit einem Fangnetz sollte der Schwan in die Obhut der Tierschützer gebracht werden. Jedoch stellten sie schnell fest, dass „das Fangnetz das Tier noch mehr verletzten würde“. Er wusste schließlich nichts von dem guten Willen hinter der Aktion. Der Schwan war auf diese Art also nicht zu fassen.

Da fiel Sprenger Tierarzt Dr. Peter Saur aus Garmisch-Partenkirchen ein. „Ich rief ihn an, ob er ein Betäubungsgewehr oder Blasrohr habe, dann könnten wir ihn schonender einfangen.“ Der Veterinär war sofort bereit, an Ort und Stelle zu helfen. Gleich am nächsten Tag sollte die Aktion starten. Doch siehe da: An dem Ufer, wo sich das verletzte Tier die drei Tage zuvor aufgehalten hatte, war er nicht mehr – wie vom Erdboden verschluckt. Zusammen mit einer Freundin kurvten sie mehrmals um den Stausee, bis schließlich der rettende Anruf bei Sprenger einging. „Eine aufmerksame Passantin hatte das Tier mit einem Fernrohr vom Land aus entdeckt.“

Dann musste alles schnell gehen, denn schon von weitem war klar, dass „der Schwan bereits sehr schwach war und auch nichts mehr zum Fressen annahm. Wieder ging die Alarmkette los, die Wasserwacht war erneut sofort zur Stelle, ebenso wie Dr. Saur und Franz Oberbauer.

Betäubt musste der Schwan nicht mehr werden, zu mitgenommen war der stolze Vogel bereits. „Wir kreisten ihn vorsichtig ein, damit er nicht wieder ins Wasser flieht.“ Der Tierarzt nahm ihn dann mutig von hinten am Hals, und Oberbauer wickelte den Körper schnell in ein Leintuch. Trotz der „noch ganz schönen Kräfte, die der Schwan entwickelte“, hatten sie ihn endlich.

Im Auto bekam der Patient natürlich einen Sonderplatz und reichlich zu Trinken von Tierschützer Oberbauer. Saurs Tochter Anne schenkte dem Patienten Streicheleinheiten, „er war ganz ruhig“.

Beim Röntgen dann die gute Nachricht: „Der Flügel ist nicht gebrochen.“ Allerdings hat sich „eine schlimme Infektion gebildet“, die dank der beherzten Rettungsaktion von Tierschützern und Wasserwacht gezielt behandelt werden konnte.

Einen Tag später bekommt Sprenger vom pflegenden Tierarzt ein Foto zugesandt: Darauf ein Schwan, der noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist neben seinem eigenen Planschbecken in Saurs Garten. „Es geht ihm gut, und er hat schon gefressen“, berichtet dieser. Aktion geglückt.

Josef Hornsteiner

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