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Die Ersten am Dorfplatz: Hirte Max Kriner führt mit Fini und Franz-Paul Riesch die Herde an.

Traditionelles Spektakel in Ortsmitte

Rund 2500 Zuschauer in Krün: Almabtrieb als Publikumsmagnet

Diese Tradition ließen sich am vergangenen Samstag rund 2500 Zuschauer in Krün nicht entgehen: Sie verfolgten den Almabtrieb von 140 Rindern. Kurz vor Mittag erreichten die von ihren acht Besitzerfamilien geführten Tiere auf dem Weg zur Nachweide im Gries die Ortsmitte.

Krün – „Die ersten der rund 90 Stück Almvieh, die den Almsommer auf der Finz- und Krüner Alm verbracht haben, werden von unserem Hirten Max Kriner angeführt“, informierte Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) die zahlreich erschienenen Zuschauer. Heuer wurden die Tiere beim Almabtrieb allerdings nur teilweise „aufgekranzt“. Warum – das erklärte der Rathauschef: „Weil zwei Kälber den Sommer nicht überlebt haben, sind sie aus Respekt vor dem verstorbenen Jungvieh nicht geschmückt worden.“ Aber auch so bot sich den Besuchern ein farbenprächtiges Bild.

Und so zogen die von ihren Besitzern mit prächtigem Kopfschmuck, farbenfrohen Bändern und fröhlich klingenden Glocken ausgestatteten Vierbeiner an der Menge vorbei. „Unsere 13 Jungrinder sind alle gesund zurückgekommen“, freute sich etwa Mathias Gschwendtner. „Meine ganze Familie hat letzte Woche die nötigen Utensilien in der Natur gesammelt und heute morgen die Tiere geschmückt.“ Neben dem „Schoggl-Bauern“ hatten noch die sieben Familien Josef Heiß (Baur), Alois Kramer (Ferl), Hans Kriner (Beer), Franz Kriner (Wulf), Matthias Kriner (Hansl) und Anton Simon (Scheck) ihre Tiere auf die Alm geschickt. Zuletzt kamen 45 Kälber, die den Sommer auf der Brandle-Alm bei Mittenwald verbracht hatten. „Sie werden mit dem anderen Almvieh den Herbst auf der Krüner Viehweide verbringen“, sagte dazu Schwarzenberger.

Nach dem Vieh setzte sich die Menschen-Karawane in Richtung Sport- und Festplatz in Bewegung. Dort wartete beim Almfest neben einem Bauermarkt mit regionalen Produkten an 25 Ständen, einer Tombola und Kinder-Unterhaltung im vollbesetzten Festzelt ein vielseitiges Rahmenprogramm auf die Besucher. Zur Unterhaltung spielten die Achtaler Musikanten aus Uffing auf. Die Nachwuchsplattler des Trachtenvereins „D’Soiernbergler“ und die Alphornbläser zeigten ihr Können. Und Heidi Reiser-Filser stellte bei einer Trachtenmodenschau mit ihren Models Katja, Andrea, Lisa, Elfriede, Susanne, Sabine, Charly und Franz die angesagte Herbstmode vor.

Als Höhepunkt standen Ehrungen an. Als Obmann der Weidegenossen machte Alois Kramer auf das Thema Erderwärmung aufmerksam und brach eine Lanze für die Bauern: „Unsere Landwirtschaft arbeitet als Kreislaufwirtschaft, bei der freies Kohlendioxid durch Photosynthese aus der Luft gebunden und gleichzeitig Sauerstoff gebildet wird.“ Kramer informierte, dass in Krün 100 Milchkühe gezählt werden, von denen jede täglich 25 Liter Milch gibt. „Alle zwei Tage werden 5000 Liter abgeholt und als Bergbauernmilch nach Berchtesgaden geliefert.“ Als Auszeichnung gab es eine Kuhglocke für Thomas Reiser (Partenkichen), Alois Kamer junior (Krün) und Theresa Kirschner (Krün). Sie hatten ihre Landwirtschaftslehre bei Ausbilder Kramer mit Erfolg abgeschlossen. Eine Jury zeichnete die „Almkönigin“ aus. Damit wird die Familie geehrt, die die schönste auf der Alm stehende Kalbin vorweisen konnte. Darüber durften sich Anton Simon (Scheck) und seine beiden Enkelkinder Sebastian und Julia freuen.

Wolfgang Kunz

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