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Personalwechsel im Luxus-Hotel

G7-Chefkoch verlässt Schloss Elmau - Nachfolger kennt sich mit Michelin-Sternen aus

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Sein Name bleibt mit Schloss Elmau verbunden: Mario Corti nimmt Abschied vom Zwei-Michelin-Sterne-Haus. Für den Kulinarischen Direktor kommt Anton Pozeg. Ebenfalls ein Mann mit bestem Ruf in der Nobel-Branche.

Elmau – Der G7-Gipfel steht in allen ihren Lebensläufen. Bei der Künstlerischen Leiterin Silke Zimmermann, bei PR-Frau Dalia Banerjee und bei Hotel-Manager Nikolai Bloyd. Sie alle haben mittlerweile neue Wege eingeschlagen, jenseits von Schloss Elmau. Jetzt geht der nächste, der beim Politspektakel 2015 eine große Verantwortung getragen hat: Der Kulinarische Direktor Mario Corti verlässt das Luxus-Refugium.

Er geht: Mario Corti.

„Das ist normal in der Branche“, sagt der 41-Jährige über die Personalwechsel. Und gut für’s Haus, „wenn neue Augen reinkommen“. Vor acht Jahren begann Corti im Elmauer Tal. Als Herr über sechs Restaurants, fünf Küchen und über 60 Köche plus Auszubildende startete er richtig durch. „Er hatte in diesen Jahren einen maßgeblichen Anteil an dem außergewöhnlichen kulinarischen Erfolg“, bescheinigt General Manager Yasmin Cachemaille Grimm dem gebürtigen Radolfzeller (Bodensee). Zuletzt holte er gemeinsam mit Küchenchef Christoph Rainer den zweiten Michelin-Stern für das Gourmet-Restaurant Luce d’Oro.

So märchenhaft wie das Schloss landschaftlich liegt, so märchenhaft verlief Cortis Zeit. Er selbst sagt: „Es gab nie Krisen oder große Probleme, wo man in ein Loch gefallen ist.“ Die Erfolgskurve zeigte stets steil nach oben. Immer wieder verweist Corti auf das ganze Gefüge, das starke Team, und auf seinen Chef Dietmar Müller-Elmau, „den Visionär“, der ihm alle Freiheiten gelassen habe.

Corti sucht neue Herausforderung

Corti bleibt im Herzen mit Schloss Elmau verbunden. Und sein Name mit dem Schloss. „Es war schön, das Buch mitschreiben zu können“, betont der Spitzenkoch. Blickt er zurück, überschlägt, was sich seit seinen Anfängen weiterentwickelt hat, erfüllt es ihn ein bisschen mit Stolz. Vieles im Luxustempel hat er mitgeprägt. Corti konzipierte unter anderem die Restaurants neu, selbst für das Schwesterhaus Orania in Berlin trug  er die Küchenplanungen mit. Als spannend empfand er auch die Eröffnung des Retreats und natürlich das Treffen der mächtigsten Staatsoberhäupter. „Das war ein grandioser Höhepunkt.“ Vor allem aber bleiben ihm die kontinuierlichen Erlebnisse in Erinnerung. Zum Beispiel, dass die Küche bei internationalen Gästen gefragt ist. Ein Zeichen, alles richtig gemacht zu haben.

Trotz der Karriere im Schloss strebt der Perfektionist nach Neuem. Nach einer weiteren, spannenden Herausforderung. „Es gibt noch viele andere schöne Häuser“, findet er. Von einem, was er seit seiner Lehrzeit auf dem Schirm hatte, ereilte ihn schließlich ein Angebot. „Ich konnte nicht nein sagen.“ Für Corti geht damit ein Traum in Erfüllung. Am 1. Juli tritt er seinen Dienst als so genannter Executive Chef im Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden an, dem Stammhaus der renommierten Oetker Collection mit Top-Hotels unter anderem in St. Barths, Sao Paulo und Paris. Der 41-Jährige zeichnet dort für sämtliche Küchen des Grandhotels verantwortlich. Frank Marrenbach, der Geschäftsführende Direktor der Fünf-Sterne-Wellness-Oase, ist glücklich über Cortis Zusage. „Ich freue mich, mit ihm eine erfahrene Führungspersönlichkeit mit einem feinen Sinn für großartige Küche gewonnen zu haben.“

Nachfolger genießt hervorragenden Ruf

Er kommt: Anton Pozeg.

Adäquater Ersatz für den Feinschmecker ist bereits gefunden. Wieder einer, der zur Crème de la Crème der Branche zählt: Anton Pozeg, 36, gebürtiger Münchner. Ihm eilt der Ruf des dynamischen und kreativen Perfektionisten voraus, der beste Produkte aus der Region und aller Welt nicht nur kunstvoll zubereiten, sondern auch mit Liebe zur Schönheit im Detail präsentieren kann. Mit Sternen kennt er sich ebenfalls aus. Als Küchenchef im Palais Hansen Kempinski in Wien wurde er 2015 damit ausgezeichnet, ebenso im Münchner Vier Jahreszeiten. Kopf des Luce d’Oro bleibt aber weiterhin Christoph Rainer. Die beiden werden sich untereinander und im Team austauschen, teilt General Manager Grimm mit.

Eine gemeinsame Phase mit seinem Vorgänger wird es nicht geben. Cortis letzter Arbeitstag in Schloss Elmau steht bereits Anfang Juni vor der Tür. „Es hat sich Urlaub angestaut“, sagt er. Der 41-Jährige weiß um die Qualität seines Nachfolgers, der in dem „stabilen Team gut aufgehoben“ sein wird. Für ihn heißt es dagegen, Abschied nehmen von einem Arbeitgeber, der ihm viel bedeutet. Und von einer Region, in der er sich sehr wohlgefühlt hat.

Pozegs Stationen: 

Ausbildung im Restaurant Weichandhof in München; Bayerischer Hof in München, Atlantic Kempinski in Hamburg, Sterne-Restaurant Aquarello von Mario Gamba, Hotel Vier Jahreszeiten Kempinski München, Palais Hansen Kempinski in Wien, Executive Head im Restaurant Sexy Fish in London.

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