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Musizieren in wilder Natur: Mit diesem einfachen Konzept will das Schlosshotel Elmau neue Wege beschreiten und seine Konzertsäle verlassen. Zwei Musikerinnen üben bereits am Ferchensee.

1 Tag, 17 Stationen, 50 Musiker

Schloss Elmau geht neue Wege - mit einem besonderen Konzert-Konzept im Freien

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Das Schlosshotel Elmau ist bekannt für sein exzellentes kulturelles Angebot. Tausende Besucher säumen deshalb jährlich seinen Konzertsaal. Jetzt dreht Sarah Kesting den Spieß um: Die Künstlerische Leiterin bringt die Musik mit einem komplett neuen Konzept nach draußen. 

Elmau– Sarah Kesting, Heike Abt und Valérie Siegrist sind aufgeregt. Nicht dieses nervöse, unangenehme Gefühl, als würde bald etwas kommen, das man schnellstmöglich hinter sich bringen will. Nein, sie sind so aufgeregt wie vor der eigenen Geburtstagsfeier: Viel Arbeit zwar, aber mit einer Aussicht auf ein großartiges Fest.

So können die vergangenen Wochen und Monate der Mitarbeiterinnen des Kulturbüros im Schlosshotel Elmau am besten beschrieben werden. Ziemlich spontan beschloss Artistic Director Kesting, eine noch nie dagewesene Veranstaltung auf die Beine zu stellen. Sie trägt den simplen Namen „Wanderkonzert“. Der prägnante Titel beinhaltet aber schon das Herzstück des 17. August: An verschiedenen Stationen im Elmauer Tal bis hin zum Lautersee werden zahlreiche Musikgruppen zu erwandern und zu hören sein.

„Ich kenne aus dem Norden Deutschlands so genannte Fahrradkonzerte“, sagt Organisatorin Kesting. Sie selbst hat daran schon mitgewirkt. Mit dem Bike wird dort eine vorher festgelegte Route abgefahren, wo an allen Ecken und Enden musiziert wird. „Allerdings wäre das in unserer Region zu anspruchsvoll“, fügt Abt lächelnd hinzu. Also überlegten sie und ihre Kollegin sich einen Kompromiss. Am 17. August wird zwar auch eine Route für Zweiräder angeboten. Hauptsächlich aber steht das Wandern im Vordergrund. Schließlich ist die Region im Elmauer Tal prädestiniert dafür.

Nicht nur Klassik gibt‘s zu hören

Nüchtern in Zahlen betrachtet lässt sich das Wanderkonzert wie folgt beschreiben: Nächsten Samstag werden zwischen 10 und 17 Uhr an insgesamt 17 Stationen 15 Gruppen mit rund 50 Musikern auf einer Strecke von etwa 25 Kilometern auftreten. Doch hinter diesen Fakten steckt viel mehr – nämlich der erste Vorstoß des exquisiten Schlosshotels, nicht nur innerhalb seiner altehrwürdigen Mauern Kunst und Kultur darzubieten, sondern sie nach außen unters Volk zu bringen.

Auf Routensuche war Valérie Siegrist wochenlang. Hier ist sie am Lautersee und genießt den Ausblick.

Wer glaubt, nur hochgradig klassische Stücke von Mozart und Co. zu hören, liegt falsch. „Ein Tag für alle“ soll es werden. Ob jung und alt, vom Klassik-Liebhaber bis zum Volksmusikanten“, beschreibt Abt das Konzept. „Spielen wird beispielsweise die Kranzberg Blos.“ Bodenständige, bayerisch-unverfälschte Musik aus dem Isartal. „Auch das Duo Kriner/Hornsteiner hat zugesagt.“ Die beiden, Anton Hornsteiner und Christoph Kriner, sind aus Rundfunk international bekannt. Die Werdenfelser Alphornbläserinnen stehen ebenfalls auf der Bühne. Oder Hornisten der Münchner Philharmoniker sowie Cello-Suiten von Wen-Sinn Yang. Oder Pascal Schumacher mit dem Vibraphon. Moderne und Tradition gehen Hand in Hand. Auch die Alpin Drums mit Toni Bartl sind dabei.

Alle Vorführungen finden mitten in der Natur statt. „Wir verzichten ganz bewusst auf Technik“, betont Abt. Die Melodien sollen „eins werden mit den natürlichen Geräuschen des Waldes“. Waldyoga steht auf dem Programm. Genauso wie esoterische Klangschalen.

Da die meisten Konzerte somit am Wegesrand an hochsensiblen Wäldern stattfinden, war der Schutz der Natur eines der wichtigsten Kriterien. „Wir wollen gemeinsam mit der Natur und nicht dagegen spielen“, sagt Abt. Das bedeutet, es sollen keine Tiere verschreckt oder außerhalb der Forst- und Wanderwege getrampelt werden. Viele Genehmigungen mussten sie und Siegrist deshalb einholen, um die ganze Bandbreite anbieten zu können. Auch ein einheimischer Bergführer ist vor Ort. Die Freiluft-Konzerte ziehen sich dabei vom Schlosshotel durch das Elmauer Tal bis hin zum Lautersee. Herzstück wird der Ferchensee sein, wo eine kulinarische Station mit Brotzeit aus der Elmauer Küche angeboten wird.

Kesting hatte die Idee im März dieses Jahres. Also blieben nur wenige Monate für die Umsetzung. „Es waren unglaublich viele Telefonate nötig“, sagt sie. Auch jetzt noch, wenige Tage vor dem Konzert, klingelt dauernd ihr Handy. Doch das Gröbste ist organisiert. Jetzt kommt es nurmehr auf Kleinigkeiten an. „Wer wie viele Notenständer braucht, wo Stühle und Tische hinkommen und so weiter.“ Angemeldet haben sich schon viele. Die Veranstalter rechnen mit etwa 300 Zuhörern. Noch sind Karten zu ergattern. „Die können ab sofort online auf unserer Homepage gebucht werden.“ Jeder Teilnehmer darf sich zwischen 10 und 11 Uhr am Schlosshotel registrieren. Dann wird gestartet – passend zu dem Tag mit einem gemeinsamen Wanderlied.

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