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Sanierungsbedürftig: die Klaiser Kapelle.

Los geht‘s mit der Sanierung der Kapelle

Startschuss für Dorferneuerung Klais steht bevor

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Die erste Runde ist überstanden, die Genehmigungen liegen vor: Bereits am kommenden Montag beginnen in Klais die Arbeiten für die Dorferneuerung. Für 1,9 Millionen Euro soll sich der Krüner Ortsteil Schritt für Schritt in ein Topmodel verwandeln.

Klais– Thomas Schwarzenberger (CSU) hat gerufen, sie kamen: Dr. Jakob Edinger und Dietmar Müller-Elmau. Der eine Chef von „Das Kranzbach“, der andere von Schloss Elmau. Die vielbeschäftigten Hoteliers nahmen sich die Zeit für das Treffen. Es gab Dringendes zu besprechen. Nichts Geheimes, sagt Krüns Bürgermeister. Er informierte die beiden Männer über die anstehende Dorferneuerung in Klais. Denn von dem Großprojekt sind die Sterne-Häuser ebenfalls betroffen – besser gesagt die Gäste und Zulieferer.

Planung und Vorbereitung sind mittlerweile ein gutes Stück weiter als noch vor ein paar Monaten. Inzwischen liegt auch die Genehmigung der beteiligten Behörden schriftlich vor. Das stimmt Schwarzenberger zuversichtlich, dass der kalkulierte Zeitplan eingehalten werden kann. Startschuss für die Hauptmaßnahme: Anfang September. Doch schon im Vorfeld wird an mancher Stelle kräftig gewerkelt.

Sanierung des Regenwasserkanals

Beim Regenwasserkanal ist man bereits in Verzug. Eigentlich hätte die Sanierung schon bis Anfang Mai abgeschlossen sein sollen. Das Problem: „Die sehr alten Planunterlagen stimmten nicht mit dem gebauten Kanal überein“, erklärt der Rathauschef. Deshalb war es nicht möglich, das Vorhaben wie geplant umzusetzen. Nach einer Prüfung entschied man sich nun für eine offene Bauweise, also ohne Grabarbeiten. Der Auftrag ist vergeben. Auftakt: Sobald bei der zuständigen Firma ein Zeitfenster frei ist. Ein bisschen pressiert’s. Die Sanierung muss Schwarzenberger zufolge in jedem Fall vor den Hauptarbeiten erfolgen, damit sich die Unternehmen nicht gegenseitig behindern.

Renovierung der Kapelle Klais

Kurz bevor steht die Schönheitskur der Klaiser Kapelle. Landratsamt und Landesamt für Denkmalpflege haben grünes Licht gegeben. Bereits am Montag, 19. Juni, wird Hand angelegt. „Ich gehe davon aus, dass die Maßnahmen an der Außenseite relativ zeitnah abgeschlossen werden können“, teilt Schwarzenberger mit. Im Innenbereich sind die Arbeiten aufwändiger. Um das Mauerwerk trocken zu legen, muss erst der Putz runter. Unter Umständen dauert das Ganze Monate. Die Folge ist logisch: In dieser Zeit steht die Kapelle nicht für kirchliche Anlässe zur Verfügung. Als Belohnung für den Verzicht dann aber wieder in ansprechendem Ambiente.

Das lag den Klaisern am Herzen. Zum Teil ansehnliche Beträge spendeten sie für die Sanierung des Wahrzeichens. Die Bürger haben die Sanierung alsihr“ Projekt gesehen, sagt Schwarzenberger dankbar und erfreut.

Elmauer Weg und Bahnhofstraße

Einiges kommt auf die Anlieger am Elmauer Weg und an der Bahnhofstraße zu. Es ist der umfangreichste Bauabschnitt. Dementsprechend lange zogen sich die Verhandlungen hin. Nun wurde die Genehmigung erteilt und die Vereinbarung bezüglich der Finanzierung zwischen der Gemeinde und dem Amt für ländliche Entwicklung unterzeichnet. Die Ausschreibung soll um Juli im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht werden, um bis Mitte August den Auftrag zu vergeben. Wenige Wochen später, am 4. September, startet dann die Kosmetik-Behandlung des Bereichs. Es ist ein ehrgeiziger Zeitplan, „aber realistisch“, betont Gemeindeoberhaupt Schwarzenberger.

Heikle Engstelle: Drei Monate dauert die Sanierung der Kranzbachbrücke.

Koordination spielt dort eine große Rolle. Weil man den Verkehr nicht zu sehr behindern möchte. Eine Herausforderung. Gerade bei den Engstellen am Elmauer Weg und an der Kranzbachbrücke. Allein deren Sanierung wird voraussichtlich drei Monate dauern, weil die Arbeiten wegen des Verkehrs in zwei Bereiche unterteilt werden müssen. Außerdem habe dem Rathauschef zufolge der Beton eine Aushärtezeit von 21 Tagen.

Erst nach dieser Phase können Fahrzeuge die Brücke wieder passieren. Um die Betroffenen, darunter viele Vermieter, über das ganze Prozedere genau in Kenntnis zu setzen, plant der Bürgermeister in der letzten Augustwoche erneut eine Informationsversammlung im Schützenhaus. In diesem Rahmen werden die Ansprechpartner der Baufirmen vorgestellt und nochmals der Ablauf mitgeteilt.

Kosten für das Großprojekt

Langsam wird’s ernst im Krüner Ortsteil. Klais verwandelt sich häppchenweise in eine Baustelle. Die Belohnung ist das Ergebnis. Und für das müssen die Anlieger nicht ihren Geldbeutel plündern. Den Eigenanteil der Kosten für die Dorferneuerung trägt ausschließlich die Gemeinde, betont der CSU-Politiker. Heißt: Er wird nicht auf die Anwohner umgelegt. Die finanzielle Vorzeige-Kommune muss rund eine Million Euro berappen – und profitiert dabei vom G7-Gipfel 2015 in Schloss Elmau. Vom Freistaat fließt ein Sonderzuschuss in Höhe von 200 000 Euro. Trotzdem bleibt ein ordentlicher Batzen, der zu stemmen ist.

Es ist eine notwendige Schönheitskur. Eine nicht ganz billige obendrein. Insgesamt verschlingt sie 1,9 Millionen Euro. Eine Summe, die schon mal niedriger lag. Bürgermeister Schwarzenberger nennt den Grund für die Steigerung: In der letzten Berechnung sei der Planer, die Sanierung der Brücke nach aktuellen Vorgaben (250 000 Euro) sowie die kostenintensive Ausbesserung des Klaiser Kanals (knapp 100 000 Euro) nicht einkalkuliert worden.

Die gute Nachricht dabei: Die Gemeinde hat es geschafft, die beiden Maßnahmen in das Dorferneuerungsprojekt zu integrieren. Somit gibt’s eine Förderung.

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