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Die zwei verstehen ihr Fach: Der Kulinarische Direktor Mario Corti (r.) heißt seinen Top-Kollegen Christoph Rainer in Schloss Elmau willkommen. 

Schloss Elmau: Top-Profi im Luce d‘Oro 

Mit Sternekoch in den Feinschmecker-Olymp

Schloss Elmau ist auf dem Weg zu seinem zweiten Michelin-Stern. Mit dem neuen Küchenchef im Gourmet-Restaurant Luce d’Oro, Christoph Rainer, hat man in der Luxusherberge jedenfalls mehr als gute Karten. Ab heute können sich zahlungskräftige Kunden von dessen Fertigkeiten verwöhnen lassen.

Elmau„Die Kunst der Verfeinerung des Elementaren“ – das Konzept des Luce d’Oro liest sich leicht. Doch für die Umsetzung dieses scheinbar einfachen Mottos im Gourmet-Restaurant von Schloss Elmau braucht’s Profis. Ein solcher ist Christoph Rainer, der seit 1. Oktober im Luxushotel arbeitet und heute erstmals seine Gäste bekocht.

Noch sind die 25 Plätze im Luce d’Oro, das neben einem Michelin-Stern auch 17 Punkte im Gault Millau führt, verwaist, als vor einigen Tagen der Neue eintrifft. Nur kurze Zeit bleibt Rainer, sich an seinem exquisiten Arbeitsplatz zu gewöhnen. Mit dem mehrfachen Sternekoch hat sich das G7-Schloss einen ganz dicken Fisch aus Hessen an Land gezogen. Küchenprofi Rainer soll mit seinen preisgekrönten Ideen und Kreationen der Speisekarte seinen Stempel aufdrücken.

Er kommt am 15. April 1974 in Hanau zur Welt. Das Handwerk wird im sozusagen in die Wiege gelegt. „Schon im elterlichen Betrieb hab’ ich als Kind mit angepackt.“ Seine Ausbildung zum Koch absolviert er im Sternehotel „Zum Adler“ in Bruchköbel, deren Besitzer gute Freunde seiner Eltern sind. Von dort geht’s für das wissbegierige Talent quer durch Deutschland.

Schon früh träumt er vom Michelin-Stern. 2007 ist Rainer am Ziel: Nach Zwischenstationen unter anderem im Schlosshotel Kronberg, in der Residenz Heinz Winkler in Aschau sowie bei Dieter Müller in Bergisch Gladbach wird sein Fleiß nach nur sieben Monaten in der Villa Rothschild in Königstein mit einem Stern belohnt. Zudem schafft er im Fachmagazin „Der Feinschmecker“ in der Kategorie „Aufsteiger des Jahres“ den zweiten Platz. Doch der nimmermüde Rainer ist noch lange nicht satt. 2010 zählt er zu den ganz wenigen Zwei-Sterne-Köchen in der Republik. Damit verleiht er von 2015 bis vor kurzem dem Tigerpalast in Frankfurt Glanz.

Doch bei Rainers Karriere spielt nicht nur Können, sondern auch der Zufall Pate. Denn der eigentliche Plan – gemeinsam mit befreundeten Sterneköchen selbstständig zu werden – scheitert aufgrund einer glücklichen Fügung. Denn ein Anruf von Mario Corti, dem Kulinarik-Chef von Schloss Elmau, ist ein besonderes unter den zahlreichen Angeboten, die seit Bekanntwerden seines Wechsels eintrudeln. Küchenchef im Gourmet-Restaurant – das hat etwas. Schon beim ersten Besuch im Elmauer Tal steht für Rainer und seine Gattin Nicole fest: „Das ist es.“

Vor acht Tagen haben die beiden – er Koch, sie Restaurantfachfrau – Quartier im Luxus-Refugium bezogen. Zeit, um Land und Leute kennenzulernen, hatten sie noch nicht. Das wollen die zwei auf alle Fälle nachholen. „Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch“, meint Rainer beim Blick aufs imposante Wetterstein. Anders als für seinen Lieblingsfußballclub Eintracht Frankfurt in der Bundesliga soll’s für ihn im Luce d’Oro steil nach oben gehen.

Sein Stil ist die französische Küche – modern interpretiert. Nutzen will er die hervorragenden lokalen Anbieter. So wird frischer Fisch aus dem Leutaschtal geholt, das Rindfleisch stammt vom Tegernsee. „Zwei Menüs werden im Luce d’Oro angeboten.“ Die Namen sind dabei Programm: Die Leckerbissen „aus aller Welt“ und „aus der Region“ sollen den Gaumen der Gourmets schmeicheln.

Corti freut sich dabei besonders, dass nicht nur Hotelgäste die exquisiten Speisen schätzen. „Mittlerweile kommen auch viele Einheimische.“ Die Chemie in der autarken Gourmetküche stimmt bereits: „Wir haben den gleichen Humor“, sagt Rainer schmunzelnd in Richtung Corti. Die beiden Spitzenköche sind sich sicher, die richtigen Zutaten für den weiteren Erfolg der Elmauer Küche zu haben. Wer weiß, vielleicht reichen sie für den zweiten Michelin-Stern.

Josef Hornsteiner

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