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Bürgermeister trifft auf Präsident: Thomas Schwarzenberger (r.) beim Empfang von Barack Omaba in Krün. Das Vorbereitungsjahr zum G7-Gipfel wurde bei der Prüfung herangezogen.

Lob für die Arbeit der Verwaltung

Traumnoten der Finanz-Kontrolleure für Krün

Krün legt eine Glanzleistung hin: Überörtliche Rechnungsprüfer haben 45.000 Buchungen unter die Lupe genommen - und fordern lediglich 18 Nachbesserungen.

Krün Vom Sorgenkind zum Musterknaben – in den zurückliegenden zehn Jahren hat Krün in finanzieller Hinsicht einen steilen Aufstieg hingelegt. Das wird der Gemeinde nun auch von amtswegen bestätigt. Mehr noch: Der 32-seitige Bericht der zwei überörtlichen Rechnungsprüfer liest sich wie ein Traumzeugnis.

So forderten die Kontrolleure bei den insgesamt 45 000 Buchungen zwischen 2006 und 2015 lediglich 18 Nachbesserungen. Eine Glanzleistung, bedenkt man, dass ausgerechnet 2014, also das Vorbereitungsjahr zum G7-Gipfel in Schloss Elmau, zur detaillierten Einsicht herangezogen wurde.

Nervös brauchte Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) während der 24 Prüfungstage, bei denen jeder noch so kleine Beleg unter die Lupe genommen wurde, nicht sein. Er weiß, dass seine Verwaltung mehr als zuverlässig arbeitet. Das hat der Rathauschef nun sogar schwarz auf weiß.

„Insgesamt ging es um 45 000 Belege“, erläuterte Schwarzenberger während der jüngsten Gemeinderatssitzung. Natürlich fanden die gestrengen Prüfer auch das eine oder andere Haar in der Suppe. So muss die Krüner Verwaltung künftig „noch mehr darauf achten, dass bei einer Vergabe von Aufträgen mindestens drei Angebote vorliegen“. Gleiches gilt bei sogenannten Dienstleistungs-Aufträgen – insbesondere bei Winterarbeiten. „Oftmals sind bei öffentlichen Ausschreibungen leider nur ein Angebot oder zwei bei uns eingegangen“, beteuerte hierzu der Bürgermeister. Künftig kommt die Kommune also auch bei relativ überschaubaren Aufgaben wie Schneeräumen nicht um eine Ausschreibung herum. Aufträge dürfen dabei „für einen Zeitraum von maximal vier Jahren vergeben werden“, teilen die Prüfer in ihrem Dossier mit.

Anregung der Prüfer: Gebührenkalkulation im Bestattungswesen überdenken

Darin enthalten sind zudem Kleinigkeiten wie die „wesentlich frühere Anhebung der Abwassergebühren“ oder die Einhaltung der Frist in der Etat-Satzung, laut dieser „Beschlüsse für Ausgaben im Vorgriff auf den Haushalt nicht mehr gefasst werden dürfen“, wie Schwarzenberger hierzu erklärte. Bei lediglich acht von den mehr als 4000 kontrollierten Buchungsbelegen waren zu wenig begründete Unterlagen, Hinweise und Erläuterungen beigefügt. Hier will Schwarzenberger nachbessern und „künftig noch mehr darauf achten“. Auch rügen die Experten, dass der Gemeinderat unter dem Punkt „Sonstiges“ diverse Male abstimmen ließ. Das sieht der Gesetzgeber nicht vor.

Auch Anregungen geben die Prüfer den Krünern: So solle die Gebühren-Kalkulation im Bestattungswesen noch einmal zugunsten der Bürger überdacht werden. „Sollten sich auch in den kommenden Haushaltsjahren weiterhin erhebliche Überschüsse errechnen, sollte eine mögliche Gebührenreduzierung überprüft werden“, heißt es im Prüfbericht. Gleiches gilt für die Wasserversorgung.

Insgesamt gesehen war die Expertise für Schwarzenberger allerdings „sehr positiv“. Die Kontrolleure „lobten die Arbeit der Verwaltung“ sogar, wie er erfreut feststellt. Und das Beste: „Die Finanzlage hat sich im Gegensatz zu 2006 wesentlich verbessert.“ Die allgemeine Rücklage (Finanzreserve) sei „um ein Drittel mehr als vor elf Jahren“, informierte der Bürgermeister. Sie liegt weiterhin „über dem Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden“.

Josef Hornsteiner

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