24-jähriger Krüner soll sich an junger Frau in einer Toilette vergangen haben

Vergewaltigung bei Schaumparty? Krüner beschuldigt

  • schließen

Krün/Ötztal – Das sind schwere Vorwürfe: Ein Krüner soll Geschlechtsverkehr mit einer 18-Jährigen gehabt haben - gegen deren Willen. Nun wird ihm im Landgericht München II der Prozess gemacht. 

Die Schaumpartys in einer Spaß-Arena im Ötztal (Tirol) sind legendär. Auch eine Gruppe junger Männer aus Krün zog es im Juli vergangenen Jahres nach Österreich. Berauscht vom zuvor konsumierten Alkohol tobten die Burschen wie ausgelassene Fohlen durch den 1,50 Meter hohen Schaum – einer von ihnen hatte sich gar nicht mehr im Griff und soll auf der Damentoilette eine 18-Jährige vergewaltigt haben. Seit Freitag wird ihm am Landgericht München II der Prozess gemacht.

Bei einem unbeabsichtigten Rempler auf der Tanzfläche hatte der 24-Jährige die junge Frau erstmals bemerkt. Als er sie vor einem Toiletten-Container wiedertraf, ging er gleich zur Sache. Weil sie angeblich auch wollte, packte er sich die in Österreich lebende Serbin und verging sich in der Kabine an ihr. In der Verhandlung beschrieb er einvernehmlichen Geschlechtsverkehr in verschiedenen Stellungen. „Da war keine Gewalt im Spiel“, beteuerte er. An alles andere erinnerte er sich nicht mehr so genau. Wohl aber, dass die Zugänglichkeit der jungen Frau nach dem Liebesspiel ruckartig nachließ. Da habe sie so einen komischen Blick gehabt, kam es ihm wieder ins Bewusstsein. Zeugen brachten das weinende Mädchen zu ihrer Freundin. Ihr schilderte sie Vorgefallenes. Vorerst passierte nichts. Die Burschen schliefen in ihrem Bus ihren Rausch aus. Erst gegen Mittag fuhren sie heim.

Als Monate später die Polizei von dem jungen Mann eine Speichelprobe verlangte, war er sich angeblich keiner Schuld bewusst. Seine DNA war von einem anderen erkennungsdienstlichen Einsatz bekannt. Er hatte nach eigenen Worten schon einmal so eine Blitz-Nummer gedreht – bei der Halli-Galli-Party in Ohlstadt hinter dem Zelt. Niemand warf ihm anschließend Vergewaltigung vor.

Das Motiv der Anschuldigung sahen seine drei Verteidiger in der Scham der 18-Jährigen durch den Verlust ihrer Jungfräulichkeit. Aufgrund ihres Glaubens, der keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe erlaubt, hätte sie bei der Version der Vergewaltigung bleiben müssen, ohne sich der Folgen bewusst zu sein, hieß es in einer Erklärung. Das Gericht nahm dem 24-Jährigen die Geschichte so nicht ab. Die Frau soll am Montag, 12. Dezember, als Zeugin gehört werden – wohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit. 

Rubriklistenbild: ©  dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Brauerei Karg macht das Rennen
Das Geheimnis ist gelüftet: Murnaus Traditionsbrauerei Karg übernimmt zum Saisonstart 2018 im Freilichtmuseum Glentleiten die neue Gastronomie samt Schaubrauerei. Jetzt …
Brauerei Karg macht das Rennen
Party artet in wilde Schlägerei aus
Acht Stunden hat eine Jugendgerichtsverhandlung in Garmisch-Partenkirchen gedauert. Aber auch dann war nicht klar, was genau im Sommer 2015 bei einer Schulabschlussfeier …
Party artet in wilde Schlägerei aus
Schreiben sorgt für Riesenwirbel
Drei Seiten geballter Zündstoff: Das Staatliche Bauamt in Weilheim hat mit einem dreiseitigen Brief für Turbulenzen in Mittenwald gesorgt. Darin wird den verdutzten …
Schreiben sorgt für Riesenwirbel
GaPa-Tourismus: Nachfolger von Peter Ries nimmt Arbeit auf
Er tritt in große Fußstapfen: Thorsten Unseld ist der Nachfolger von Tourismusdirektor Peter Ries. Vor zwei Wochen hat der neue Kaufmännische Leiter bei GaPa-Tourismus …
GaPa-Tourismus: Nachfolger von Peter Ries nimmt Arbeit auf

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion