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Führungsmannschaft mit Verspätung: Die neuen Vorstandsmitglieder des Trachtenvereins Krün mit (v. l.) Andreas Leitner, Benedikt Schober, Alois Kramer (Ehrenmitglied), Andreas Funk senior, Thomas Mayer (vorne), Josef Winzinger junior (hinten), Josef Achner junior, Franziska Sellmaier, Bernhard Benz, Franz Kriner junior, Vroni Reindl, Franz Rauth junior, Max Achatz junior, Alois Kriner junior , Franz Rauth senior, Richard Zahler senior, Franz-Paul Reindl junior (Musikvorstand), Johannes Höck, Johann Kriner und Richard Zahler junior tragen nun Verantwortung.  

Sitzungsmarathon bei Krüner Trachtlern 

Leitner erlöst die Soiernbergler

Krün – Annähernd 111 Jahre gelebte Tradition – das ist am Sonntag beim Jahrtag des Krüner Trachtenvereins auf dem Spiel gestanden. Eine vierstündige Marathon-Sitzung und eindringliche Worte waren nötig, bis mit Andreas Leitner ein neuer Vorsitzender bei den Soiernberglern gefunden wurde.

Dass es eine haarige Sache werden könnte, musste allen bewusst sein. Denn schon lange hatte das bisherige Führungsduo Sepp Winzinger junior und Franz Rauth senior mehrfach bekundet, im Januar 2017 abzutreten. Darüber hinaus waren Gespräche über ihre Nachfolge im Vorfeld offenbar ergebnislos verlaufen.

Kein Wunder also, dass Bürgermeister Thomas Schwarzenberger als Wahlleiter beim „Gansler“ viel zu tun hatte. Nach den obligatorischen Rechenschaftsberichten sollten fast 90 Minuten vergehen, bis Schwarzenberger die am Runden Tisch zusammengetrommelten restlichen Vorstandsmitglieder für eine weitere Amtszeit überreden konnte. „Die Pause hat sich rentiert.“

Zuvor hatte der Rathauschef ein Schreckensszenario an die Wand gemalt, falls die Trachtler keinen Winzinger-Nachfolger fänden. „Dann droht diesem Traditionsverein die Auflösung.“ Über diese müsste in einer weiteren Versammlung Beschluss gefasst werden. Soweit die Faktenlage. Aber dazu kam es allerdings nicht.

Die 106 stimmberechtigten Soiernbergler im Saal zeigten sich erleichtert, als Leitner Bereitschaft für den Chefposten signalisierte. Mit einer Einschränkung müssen sie allerdings leben. „Alle für einen Posten bereiten Mitglieder treten nur für ein Jahr an“, verkündete Schwarzenberger. „Die Vereinssatzung erlaubt dieses Vorgehen, jetzt erwarte ich bei dieser Wahl auch eine entsprechende Honorierung.“ Normalerweise dauert eine Amtszeit zwei Jahre.

Bei seiner letzten Kür 2015 hatte Winzinger – seit 2013 an der Spitze – berufliche Gründe für seinen Rückzug geltend gemacht. „Ich bin als Vorstand fehl am Platz, wenn ich keine Zeit mehr für den Verein habe“, stellte er seinerzeit klar.

Nun also übernimmt der bisherige Schriftführer Leitner das Kommando. Er ist der 21. Trachtlerchef in dem 1906 gegründeten Traditionsverbund. Mit seinen gerade einmal 26 Jahren fehlt es dem Industriekaufmann noch an Erfahrung – an Einsatzwillen sicher nicht. Mit dem ebenfalls jungen Betriebswirt Bernhard Benz (24) steht Leitner der bisherige Kassier als Vize zur Seite. Per Akklamation konnten dann auch die anderen Posten mit nur wenigen neuen Gesichtern besetzt werden (siehe „Gewählt & geehrt“).

Über die gerade noch abgewendete Führungskrise freute sich auch Gau-Gebietsvertreter Anton Neuner (Wogner) aus Wallgau. „Ihr habt jetzt einen tollen neuen Ausschuss zusammen. Bitte macht weiter so.“

Wolfgang Kunz

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