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Aufwändige Arbeiten: Flussmeister Andreas Funk (l.) überwacht die Baumfällaktion in Krün. 

Mit Naturschutz abgesprochen

1,8 Hektar Wald für Krüner Weidegenossenschaft gerodet

1,8 Hektar Wald müssen in Krün für die Landwirtschaft weichen. Die Aktion ist mit der Naturschutzbehörde abgesprochen.

Krün –Bereits vergangenes Jahr im März wurden in Krün neben dem Isar-Natur-Erlebnisweg einige Bäume gefällt. Die gut einen Hektar große Fläche bekam die Weidegenossenschaft Krün als Ausgleich für ihre Areale rund um den Tiefbrunnen zur Verfügung gestellt, die wegen der Lage im Wasserschutzgebiet nicht mehr genutzt werden durften. Derzeit stehen an der Ostseite der Isar erneut umfangreiche Rodungsarbeiten an. Hintergrund ist die Neuregelung der Heimweide Krün und der Pferdeweide Mittenwald, wie Flussmeister Andreas Funk von der Flussmeisterstelle in Oberau erklärt. Die Behörde ist für die Aktion zuständig. „Berg- und Schutzwaldflächen wurden von der Beweidung frei – und den Weideberechtigten wurden im Gegenzug geeignete Ausgleichsflächen zur Verfügung gestellt.“

Das 1,8 Hektar große Gebiet, das dem Freistaat Bayern und dem Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim gehört, befindet sich zwischen der Isarbrücke im Ortsteil Gries und dem Hochufer nördlich des Hüttlegrabens. Der Eingriff ist mit der Unteren Naturschutzbehörde abgesprochen und wurde per Bescheid genehmigt.

„Wir haben 2014 mit den Eigentümern vom WWA und dem Forstbetrieb Bad Tölz einen Nutzungsvertrag abgeschlossen, da ja wir die Fläche beweiden und durch bedarfsweises Schwenden auch pflegen werden“, erklärt Alois Kramer, Vorsitzender der Weidegenossenschaft Krün. „Die Umweltverträglichkeit dieser Maßnahme wurde von der Regierung von Oberbayern überprüft.“ Unter Schwenden versteht man das Herausnehmen von Bäumen und Sträuchern, um neues Nutzland zu gewinnen.

Da die Wurzelstöcke in der Erde bleiben, sieht Kramer das Ganze nicht als Rodung, sondern als Auflichtung. Wegen der Vogelbrutzeit sollen die Arbeiten bis zum Wochenende, 18./19. März, abgeschlossen sein. Entnommen werden auf dem 18 000 Quadratmeter großen Waldareal hauptsächlich Fichten. „Unser Ziel ist es, hier eine lichte Fläche mit dem Biotop Schneeheide-Kiefernwald herzustellen“, erklärt Funk. „Geschont werden Spirken, Kiefern, Wacholder sowie Höhlen- und Biotopbäume. Zur Beschirmung der zukünftigen Heimweide lassen wir 30 Prozent der Bäume stehen.“ Wegen des Abtransports des Grünguts ist der Fußweg zwischen der Isarbrücke und der Klamm ab sofort gesperrt.

Wolfgang Kunz

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