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Lieferte viele Beiträge bei der Diskussion: Dr. Christian Wolf. 

Kleinster gemeinsamer Nenner

Kulturbeirat: Ein Schritt nach dem anderen

Die Kulturschaffenden in Garmisch-Partenkirchen fordern einen Kulturbeirat, um ihre Belange besser vertreten zu können. Grundsätzlich besteht bei der Kommunalpolitik Konsens, dass ein solches Gremium eine gute Sache ist. Nur der Weg dorthin wurde im Tourismusausschuss lange und kontrovers diskutiert.

Garmisch-Partenkirchen – Wann er kommt, in welcher Form er kommt, ob er überhaupt kommt: Alles ist nach wie vor offen. Im Tourismusausschuss des Gemeinderats Garmisch-Partenkirchens redeten sich Kommunalpolitiker, die Spitze von GaPa-Tourismus und Teile der Steuerungsgruppe Kultur fast zwei Stunden über einen Kulturbeirat die Köpfe heiß, den in einem fraktionsübergreifenden Antrag 14 Gemeinderäte inklusive der vielen Kulturschaffenden fordern. Das Ergebnis ist der kleinste gemeinsame Nenner. Man will sich im Rahmen einer Sondersitzung noch einmal treffen, um die Rahmenbedingungen für dieses Gremium festzuzurren.

In einem Grundsatzreferat legte Robert Allmann, in Personalunion SPD-Fraktionsvorsitzender und Kulturreferent der Gemeinde, dar, für wie bedeutsam er das Thema hält. „Es ist ein Privileg, dass wir uns damit beschäftigen dürfen“, sagte er. „Kultur hat Verfassungsrang.“ Er machte deutlich, dass der Markt ein kulturelles Leitbild brauche.

Die Frage, ob die Kultur bei GaPa-Tourismus richtig untergebracht ist, warf Hermann Guggemoos (CSU) auf. Er erinnerte daran, dass sie in früheren Jahren im Kulturbüro des Richard-Strauss-Instituts angesiedelt war. Und er wies darauf hin, dass die Kulturschaffenden unzufrieden seien, weil sie nicht wüssten, an wen sie sich zu wenden haben. Dem widersprach Ausschussvorsitzender Wolfgang Bauer (CSU). „Die Kultur wird nicht stiefmütterlich behandelt. Und die Ansprechpartner sind mit Robert Allmann und Christian Ruf klar.“

Die besten Diskussionsbeiträge lieferten Dr. Christian Wolf, Chef des Strauss-Instituts und ebenso wie die Tourismusdirektoren Peter Nagel und Peter Ries sowie Vizebürgermeister Bauer und Ruf Mitglied der Kultur-Steuerungsgruppe, Claus Gefrörer (CSU) und Dr. Christoph Elschenbroich (parteifrei). Wolf fragte, ob es Aufgabe einer Gemeinde sein kann, dafür zu sorgen, dass es den Kulturschaffenden gut gehe. Der Markt nehme als Veranstalter des Richard-Strauss-Festivals, von Musik im Park und dem Kultursommer dreimal Geld in die Hand. Gefrörer meinte, der Kulturbeirat müsse analog des Gestaltungsbeirats mit Experten und nicht mit Lobbyisten besetzt sein, was allerdings Geld kosten würde. Elschenbroich, als Organisator von jazzGAP selbst mit Kultur befasst, skizzierte den Weg, der begangen werden müsste. Es brauche ein Leitbild, dann müsse ein Dezernent eingestellt werden, der über ein Budget verfügt. „Erst zum Schluss benötigen wir einen Beirat.“ Auf diesen Kurs schwenkte auch Guggemoos ein. „Wir müssen die Rahmenbedingungen festlegen, Ziele und Aufgaben definieren und dann über die Zusammensetzung sprechen.“

Ein Weg, der es sogar Gemeinderat Peppi Braun (Freie Wähler) möglich machte, mit seinen Kollegen zu stimmen. Er hatte sich lange Zeit geziert, weil er nicht pauschal, der Errichtung eines Kulturbeirats zustimmen wollte. „Wenn wir uns auf diese Vorgehensweise einigen können, dann bin ich dabei.“

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