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Beherrscht seine Trommeln: Biboul Darouiche bringt Klänge seiner Heimat Kamerun auf die Kulturbeutel-Bühne.

Trommelwirbel beim Kulturbeutel

An „Soleil Bantu“ scheiden sich die Geister

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Garmisch-Partenkirchen - Laut, intensiv und von Gitarren-Soli, Trommel- sowie Percussioneinlagen geprägt – das Konzert von "Soleil Bantu" wird zur Herausforderung.

Laut war es , so richtig laut. Angekündigt als „sicher kein Kammerkonzert“ übertraf der Auftritt von „Soleil Bantu“ auf der Kulturbeutel-Bühne „U 1“ in Garmisch-Partenkirchen dann doch jede Anforderung an das Gehör. Der Mix aus Afro-Beat und Jazz mit Percussioneinlagen, den Biboul Darouiche mit seinen fünf Musikern darbot, war eine Herausforderung. In jeder Hinsicht.

Das Sextett spielte sich, trotz musikalischer Qualität, die keinem der Bandmitglieder abzusprechen ist, nicht wirklich in die Herzen all ihrer Zuschauer. Irgendwie wollte der Funke nicht so recht überspringen. Auch wenn der Kameruner Darouiche mit seinen Taktstöcken immer wieder aufforderte mitzuklatschen. Das Publikum tat’s denn auch, aber, wie es schien, nur halbherzig. Sicher, einigen taugte diese lautstarke, intensive, von Gitarren-Soli, Trommel- und Percussioneinlagen geprägte Musik. Doch anderen , so war auch in der Pause aus manchen Bemerkungen herauszuhören, war es einfach zu viel. Die Stücke, die Ansätze von Leichtigkeit und fröhlichen afrikanischen Rhythmen anklingen ließen, endeten dann doch allzu oft in nicht enden wollenden Trommelkaskaden, die den Boden des brechend vollen Saales zum Vibrieren und den Zuhörer zum Schwitzen brachten. Die stickige, immer dünner werdende Luft tat dann ihr übriges.

So spielten sich die sechs Musiker – neben Darouiche noch Michael Hornek am Keyboard, Christian Lettner an der Trommel, Igor Kljujic am Bass, Miko Watanabe als Percussionist und Ferdinand Kirner an der Gitarre – auf der Bühne immer wieder in immer schneller werdende Ton-Eruptionen, die sicher das Zeug gehabt hätten, unter die Haut zu gehen – aber sie taten es nicht. Lag es vielleicht daran, dass die Rhythmen und Melodien der Jahrtausende alten, traditionellen Musik der Bantu, die, wie es im Programmheft stand, „mit der westlichen Jazz- und Popkultur fusionierten“, dann doch allzu fremd klangen? Auch wenn Biboul Darouiche anfangs versichert hatte, dass sie für Deutsche sicher verständlich seien. Und ja, er beherrschte seine Trommeln, spielte mit äußerster Präzision und Schnelligkeit, war bestens abgestimmt mit seinen hochkarätigen Musiker-Kollegen aus der europäischen Jazz-Szene.

Gerade die zahlreichen Instrumentalstücke verlangten dem Publikum aber viel ab. Manch einem allzu viel. Einige Zuhörer machten sich dann auch bereits nach der Pause – enttäuscht – auf den Heimweg. Andere hingegen forderten am Ende des knapp dreistündigen Konzerts eine Zugabe. Eines ist sicher: Dieser Auftritt war nicht jedermanns Sache und wahrlich, wie vorsorglich auch angekündigt, kein Kammerkonzert. An „Soleil Bantu“ schieden sich an diesem Samstagabend die Geister.

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