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Veranstaltungsort passt zum historischen Kontext

Kulturknall 2016 - und sein heißes Thema

Murnau - Alte Marktbrände modern in Szene gesetzt: Der Verein "Menschen helfen" hat sich für den Kulturknall 2016 ein spannendes Thema ausgesucht.  

Eines wahrhaft heißen Themas hat sich der Verein „Menschen helfen“ für seinen Kulturknall 2016 angenommen: Murnaus großen Marktbränden im 17., 18. und 19. Jahrhundert. Mehrfach hatten während dieser Zeit verheerende Feuersbrünste das Ortszentrum in Schutt und Asche gelegt – einmal waren sogar über 170 Häuser niedergebrannt.

Diese einschneidenden, historischen Ereignisse ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen, sei Ziel der heuer stark geschichtsorientierten Veranstaltung am 23. und 24. Juli, sagte der Erste Vorsitzende des Vereins, Robert Roithmeier, auf der Jahresversammlung im Hotel Klausenhof. Die dramatisch gestaltete Wandmalerei auf dem Axthaler-Hof, die den letzten der großen Brände im Jahr 1851 zeigt, soll dabei zentrales Element des zweitägigen Events sein. „Als Veranstaltungsort haben wir uns bewusst für den Burggraben entschieden, weil dort das dichtere, ältere Murnau ist“, erklärte er dazu. „Wir müssen das Thema da präsentieren, wo es im historischen Kontext steht.“

Überdies werde der Kulturpark und der Parkweg ins Geschehen einbezogen. Auf dem Parkplatz am Burggraben (neben der Abzweigung in die Schlossergasse) werde eine Theaterbühne stehen, auf der Szenen aus „Käthchen von Heilbronn“ Heinrich von Kleists, Ödön von Horváths „Jüngstem Tag“ und Henrik Ibsens „Gespenstern“ aufgeführt werden. „Das Ganze wird verbunden durch eine Rahmenhandlung, die in der Gegenwart spielt. Zwei Gemeindearbeiter kommen mit einem Unimog angefahren und laden Brandschutt vor der Bühne ab. Sie erzählen, dass es gerade im Marktarchiv gebrannt hätte, und das sei alles, was übrig geblieben wäre.“ So zögen sie mal ein altes Dokument, mal eine verkohlte Ritterrüstung aus dem Haufen, um damit die Geschichte der verschiedenen Schadfeuer zu kommentieren. Einmal, verriet der Vorsitzende, solle laut einer Legende sogar eine Art Feuerteufel in Murnau sein Unwesen getrieben haben.

„In Retrospektiven werden die Brände im Theater aufbereitet. Wir wollen versuchen, die Situation von damals einzufangen.“ Die Rahmenhandlung solle dabei mit den drei klassischen Stücken so verwoben werden, dass ein schlüssiges Gesamtwerk entstehe. Als Darsteller habe der Verein unter anderem so bekannte Mimen wie Josef Daser, Christian Jungwirth und Chiara Nassauer gewonnen. Regie wird Jonas Meyer-Wegener führen.

Auf dem Gelände des Kulturparks würden zudem kleinere Sequenzen stattfinden. Auch die Freiwillige Feuerwehr Murnau wird mit von der Partie sein.

Wie von Oberstudienrätin Andrea Weinzierl von Staffelsee-Gymnasium zu erfahren war, hätten sich drei 15-jährige Schüler intensiv mit dem Thema der Brände beschäftigt und im Marktarchiv viele interessante Informationen erhalten. Das Ergebnis ihrer Arbeit würden sie auf Schrifttafeln beim Kulturknall zeigen.

Ein buntes Musikprogramm darf natürlich beim Kulturknall nicht fehlen, die Bands stehen allerdings noch nicht fest. Der Burggraben wird während der Veranstaltung im Bereich zwischen Schlosser- und Postgasse gesperrt, der Zugang für die Tiefgarage am Kultur- und Tagungszentrum erfolgt über die Nordeinfahrt an der Kohlgruber Straße. „Die Anwohner des Parkwegs sind bereits informiert, wir werden alles im Einvernehmen mit ihnen lösen“, versprach Roithmeier.


Heino Herpen

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