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Großer Andrang beim Festival

KultUrknall in Murnau: Ein Hauch von Woodstock

Murnau - KultUrknall 2015: Das mittlerweile legendäres Festival zieht Tausende von Menschen ans Murnauer Schloss.

Bunt, laut und voll von guter Laune: Das war der Kulturknall 2015. Diesmal fand das Festival, das seit 1994 aus dem Murnauer Sommer nicht mehr wegzudenken ist, rund um das Schloss statt. Und entsprechend festlich war das Ambiente. Lebende Statuen standen anmutig im Schlosshof und weiße Wimpel flatterten im Wind. Einer der Hauptakteure, das Wetter, zeigte sich in Form und guten Willens. Nach einem nicht zu heißen Samstagnachmittag brach am Abend noch einmal die Sonne durch und ließ ihren goldenen Schein über das Festival spielen. Und der Sonntag war ohnehin ein Sommertag wie aus dem Bilderbuch.

Zum Kulturknall gehören seit Jahren die großen Acts genauso wie die kleinen Attraktionen. Hip-Hop mit der Mundwerk-Crew brachte die Jugend in Bewegung und Kinderschminken erfreute die Kleinen. Plakate von Amnesty International und ein Stand des Waldkindergartens informierten Jung und Alt. Auch die Künstlerin Irmgard Lange-Redinger mit ihren Sandbildern gehört zum Kulturknall, genauso wie Familie Holzbauer-Frühschütz, die für Baby Sarahs Home in Indien Mango Lassie und anderes verkauft. Eis und Crêpes, frische Aus’zogne, Bratwürstl und Guaranawein erfreuten die Gaumen und junge Akrobaten aus Huglfing brachten ihr Publikum zum Staunen. Die Malerin Silke Lühr, die an der Schloßbergstraße ihr Atelier hat, hat die Gelegenheit genutzt, ihre Türen zu öffnen und freute sich über die Besucher. Zum ersten Mal gab es heuer sogar einen Chefdesigner, der sich Gedanken über das visuelle Konzept zwischen Seidlschule und Schlosshof gemacht hat. Die Farbe Weiß war vorherrschend, große Lampions in den Bäumen und eine Chillout-Area im Ainmillerpark waren einige Elemente im Konzept, das sich Toni Dittrich aus Murnau hat einfallen lassen.

Robert Roithmeier, der Vorsitzende des Vereins Menschen helfen und damit auch Festivalleiter, freute sich, dass alles dabei so gut klappte und jeder mitgemacht hat. Er selbst hat seine Outdoorkronleuchter auf dem Gelände verteilt, die am Abend für die rechte Stimmung sorgten. Die Musik war auf zwei Bühnen verteilt und so geplant, dass das Publikum viel in Bewegung war. Den Anfang machten Musiker der Camerloher Musikschule am Samstagnachmittag im Schlosshof. Später hatte dann das Ensemble „Die Zeitzeugen“ an gleicher Stelle mit hintergründigen Texten und eigenwilligen musikalischen Sprache ihr Publikum fest im Griff. Myu Myu aus Berlin brachten mit Synthesizerklängen und sphärischem Gesang ihr Publikum zum Tanzen. Auf der großen Bühne, mit der Pfarrkirche im Hintergrund, brachten Impala Ray ihre Version von San Francisco-Feeling über die Bühne und Karin Rabhansl gab Rock und Blues mit deutschen Texten, zum großen Teil in Mundart, zum Besten. Gegen Abend schlich noch Georg Ringsgwandl, der 2010 beim Kulturknall am Staffelsee einen Auftritt hatte, mit geschmeidigem Schritt und freundlichem Blick über das Festivalgelände.

Der Sonntagvormittag begann entspannt mit der Gruppe Verplant aus Murnau. Und während brave Bürger gerade den Gottesdienst verließen, stand Schauspieler Willy Manske brüllend, singend und manchmal ungelenk tanzend auf der Bühne, um Derbdunkles und Lasterhaftes vom französischen Dichter Francois Villon zum Besten zu geben. Begleitet wurde er von Florian Oppenrieder und Freunden. Später hatte sich die Bigband des Staffelsee-Gymnasiums angekündigt, ebenso wie das Mathias Kellner Trio, das schon in Oberammergau die Zuhörer begeisterte.

Bilder: Ein Hauch von Woodstock beim KultUrknall-Festival

Bilder: Ein Hauch von Woodstock beim KultUrknall-Festival

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