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Präsentieren das Kultursommer-Programm: (v. l.) Georg Büttel, Florian Zwipf-Zaharia, Dr. Sigrid Meierhofer und Harald Helfrich.

Vorschau auf den Kultursommer

Verbunden durch den Freiheitsdrang

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Garmisch-Partenkirchen - Frei sein – unter diesem Motto steht der Kultursommer in Garmisch-Partenkirchen. Vom 19. August bis 18. September erwartet die Zuschauer ein buntes Programm.

All die charismatischen Helden, die im Mittelpunkt des Kultursommers in Garmisch-Partenkirchen stehen, haben eines gemeinsam: einen unbändigen Freiheitsdrang. Und sie lehnen sich gegen einengende Normen und Zwänge der Gesellschaft auf. So auch in dem Familienstück „Max & Moritz“, das in einer neuen Fassung auf der Bühne U1 aufgeführt wird. Das Freilicht-Drama „Kindertragödie“ am wild-romantischen Rießersee setzt sich unter der Regie von Harald Helfrich mit dem Verlorensein junger Menschen und der Sprachlosigkeit zwischen den Generationen auseinander. „Es war gar nicht so leicht, passende Darsteller für die anspruchsvollen Rollen der drei Jugendlichen zu finden“, erzählt Helfrich. Mit Hannes Wipfelder, Antonia Wiedemann und Max Jeschke hat er die perfekte Besetzung gefunden.

Den „Räuber Kneißl“ bringt Angela Hundsdorfer in einer neuen Version auf die Bayernhallen-Bühne. Maximilian Pfnür, mittlerweile schon ein „alter Kultursommer-Hase“, verkörpert den Rebellen Mathias Kneißl, der vor seiner Hinrichtung mit „Die Woch’ fängt ja guad o“ bis zuletzt seinen finsteren Humor bewiesen haben soll.

Wie üblich beginnt die Spielzeit mit der „Michael-Ende-Woche“, die dieses Mal dem Thema „Künstlerfreunde: Michael Ende & Wilfried Hiller“ gewidmet ist. Sicher ein Höhepunkt für viele ist die Wiederaufnahme der Kultursommer-Uraufführung von „Momo“ aus dem Jahr 2013, für die Hiller die Bühnemusik komponierte.

Zur Vorstellung des Programms kam auch die Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) in das offiziell noch gar nicht eröffnete Kultursommer-Café direkt neben dem Garmischer Hof und lobte den künftigen Künstler-Treffpunkt. „Die neue Location passt prima zum Kultursommer.“ Derselben Meinung war Florian Zwipf-Zaharia, dem eine Sonderausstellung mit bislang unveröffentlichten Originalen von etwa sieben Illustratoren von Michael Endes Texten besonders am Herzen liegt. „Wir wollen nicht nur unterhalten, sondern noch unbekannte Facetten von Ende zeigen“, erklärt der Veranstalter des Kultursommers sein Anliegen. Um bildliche Darstellung ist er auch in anderer Weise bemüht: Wie schon in den Vorjahren sind die Stücke jeweils mit Piktogrammen graphisch umgesetzt. „So hat man auch eine visuelle Vorstellung.“

Für den künstlerischen Leiter Georg Büttel ist vor allem eines wichtig: „Wir möchten Kinder und Jugendliche ans Theater heranführen und freuen uns immer ganz besonders , wenn Künstler aus unserer Gemeinde wieder zu uns zurückfinden.“ Und solche, die gerne auf einer Bühne in Garmisch-Partenkirchen stehen. Stefanie von Poser ist so ein Beispiel: Die Bergretter-Darstellerin kehrt als die Graue Herrin in „Momo“ zurück und übernimmt zudem einen Part im „Räuber Kneißl“.

Die Stücke

Momo im Amphitheater im Michael-Ende-Kurpark (Wiederaufnahme ab Samstag, 20. August, um 20 Uhr): Mit ihren besten Freunden Beppo Straßenkehrer und Gigi Fremdenführer lebt Momo glücklich im Amphitheater. Doch dann tauchen die eiskalten Grauen auf... Ein poetisches Theatererlebnis für Kinder und Erwachsene mit Janina Stopper in der Hauptrolle.

Max & Moritz: Im Familienstück, das sich für Kinder ab fünf Jahren eignet, nach Wilhelm Busch (Premiere am Samstag, 27. August, um 15 Uhr auf der U1-Bühne) lassen die Darsteller mit viel Witz und Bewegung die Lausbuben-Geschichten lebendig werden. Da wird Schneider Böck geärgert, Lehrer Lämpel kriegt sein Fett weg und Witwe Bolte werden Streiche gespielt.

Räuber Kneißl: In der bayerischen Legende von Angela Hundsdorfer steht der Wilderer und Räuber Mathias Kneißl (1875 bis 1902) im Mittelpunkt. Der Rebell und Volksheld legte sich mit dem Staat an und wurde mit 26 Jahren hingerichtet. Das Stück beschäftigt sich mit Fragen wie: Was macht einen Menschen zum Außenseiter und wie geht die Gesellschaft mit ihnen um? Die Uraufführung findet am Sonntag, 28. August, um 19.30 Uhr in der Bayernhalle statt.

Kindertragödie: Das Drama von Karl Schönherr schildert das Schicksal dreier Jugendlicher, die sich gegen Moral, Religion und gesellschaftliche Zwänge auflehnen. Sich selbst überlassen in einem einsamen Forsthaus, erleben sie das Ende einer zunächst unbeschwerten Kindheit als Tragödie. Der ungewöhnliche Aufführungsort des selten gespielten Meisterwerks unter der Regie von Harald Helfrich ist die Olympia-Bobbahn am Rießersee (Premiere am Donnerstag, 1. September, 20 Uhr)

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