Kreativer Ingenieur: Peter Stademann mit dem Plan, auf dem neben dem Kultur- und Tagungszentrum der Eisplatz (blaue Fläche) zu sehen ist. Foto: Herpen

Ein Kunsteisplatz als Publikumsmagnet

Murnau - Der Murnauer Peter Stademann wünscht sich in seinem Heimatort einen Kunsteisplatz. Jetzt hofft er auf eine politische Debatte. Die Freien Wähler unterstützen ihn.

Viel Zeit und Kreativität hat der Murnauer Peter Stademann investiert, um einen Plan für einen Kunsteisplatz westlich des Kultur- und Tagungszentrums (KTM) zu erstellen. Doch die Resonanz ist bislang gering. Im Mai durfte der Ingenieur sein Konzept, das im Zuge der Bürgerinitiative Murnau Miteinander entstand, im Bauausschuss vorstellen (wir berichteten). Seitdem wartet er vergeblich darauf, dass sich die Politik intensiver mit seinen Gedanken beschäftigt und eine Entscheidung fällt. „Es herrscht absolute Funkstille“, sagt Stademann. Er sei schon etwas enttäuscht. Er erwarte eine Auseinandersetzung mit der Idee - auch auf die Gefahr hin, dass diese verworfen wird.

Das Thema Kunsteisplatz ist politisch brisant - und wirft eine Reihe schwieriger Fragen auf: Braucht Murnau überhaupt solch eine Sportstätte? Wenn ja, wer soll sie bezahlen und betreiben? Und: Ist der von Stademann favorisierte Platz direkt neben dem KTM geeignet? Dieser wurde auch schon als Standort für ein Tagungshotel gehandelt. Manch einem Volksvertreter dürfte zudem die Vorstellung Bauchschmerzen bereiten, in Zeiten des Klimawandels viel Energie zu verbrauchen, nur um eine künstliche Eisfläche zu schaffen.

Die Fraktionen sind am Zug. Diese sollen, so die Vereinbarung nach der besagten Sitzung des Bauausschusses, den Stademann-Entwurf behandeln und das weitere Vorgehen festlegen. Die Freien Wähler drängen darauf, dass der Kunsteisplatz bald auf die Tagesordnung des Gemeinderats kommt. Noch im Dezember will Sprecher Welf Probst einen entsprechenden Antrag stellen. „Es kann nicht sein, dass das in der Schublade verschwindet.“ Er hält das Projekt für eine „charmante Geschichte“ - wenn sich hierfür Geldgeber finden.

Von einem „guten Vorschlag“ spricht zwar auch Sportreferent und SPD-Gemeinderat Hans-Peter Burger, schickt allerdings sogleich einige Änderungsvorschläge hinterher. Er könnte sich eine abgespeckte Variante vorstellen, etwa eine Anlage, die wie am Münchner Stachus nur im Winter aufgebaut wird. Auch wäre seiner Ansicht nach ein anderer Standort vielleicht besser, um nicht das Filetgrundstück neben dem KTM zu verbauen. Auch für den Sozialdemokraten ist entscheidend, dass das Unternehmen die Gemeinde finanziell nicht belasten darf.

Solch ein Vorhaben wäre freilich nicht ganz billig. Allein ein professioneller, nicht überdachter Eislaufplatz (60 auf 30 Meter) mitsamt der nötigen Ausstattung dürfte nach ersten Schätzungen über eine Million Euro kosten. Stademann schweben zwei Erweiterungen vor, die die Ausgaben weiter in die Höhe treiben würden: eine ökologische Energie-Versorgung in Form einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage im KTM und eine Vergrößerung der Tiefgarage unter dem Eisplatz.

Der Murnauer ist davon überzeugt, dass sich Sponsoren finden - und schlägt die Gründung eines Fördervereins vor. „Die Marktgemeinde stellt das Grundstück zur Verfügung. Die Gemeindewerke sollen den Bau, die Organisation und die Pflege der Anlage zumindest federführend übernehmen“, schreibt er in dem Konzept. Seiner Ansicht nach wäre der Kunsteisplatz eine Winter-Attrakton für Einheimische und Gäste - und eine Bereicherung für den Tourismus. (as)

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