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Einen freiwilligen Beitrag könnte die Gemeinde zum Kunstrasenplatz am Gröben beisteuern, um das Defizit des 1. FC Garmisch-Partenkirchen zu senken. Das sieht zumindest ein Vorschlag des Ältestenrates vor.

Nach langem Hin und Her zwischen Gemeinde und 1. FC ist Einigung in Sicht 

Kompromiss im Kunstrasen-Streit

Garmisch-Partenkirchen - Eine Einigung in Sachen Kunstrasenplatz ist zum Greifen nah: Der 1. FC Garmisch-Partenkirchen und der Ältestenrat haben sich auf einen Beitrag des Marktes verständigt. Doch der Gemeinderat entscheidet.

Beinahe hätte Siegfried Riesch von einer „lockeren Atmosphäre“ gesprochen. Dann aber verbessert sich der Präsident des 1. FC Garmisch-Partenkirchen. „Locker wäre dann vielleicht doch etwas übertrieben“, sagt er am Telefon. Aber „okay“ und „normal“ seien die Gespräche am Mittwochabend mit den Mitgliedern im Ältestenrat des Marktgemeinderats gelaufen. Und das ist durchaus ein Erfolg. Für ein rundum entspanntes Klima war im Vorfeld zu vieles falsch gelaufen. Zudem stand für den Verein zu viel auf dem Spiel.

Immerhin ging es zuletzt um rund 40 000 Euro – ursprünglich hatte der Verein 50 000 Euro gefordert –, die der Marktgemeinderat für den Kunstrasenplatz am Gröben zuschießen sollte. Dieser Betrag hätte die Finanzierungslücke geschlossen. Jetzt haben sich die Beteiligten im besagten normalen Gespräch auf einen Kompromiss geeinigt. Nachdem die endgültige Entscheidung beim Gemeinderat liegt, vereinbarten sie über die vorgeschlagene Höhe des Zuschusses Stillschweigen. Aber im Gespräch mit Riesch wird klar: Die komplette Summe will der Ältestenrat, also die Fraktionsvorsitzenden der im Gemeinderat vertretenen Parteien, nicht übernehmen; auf einem Teil des Defizits wird der 1. FC wohl sitzen bleiben.

Es drohen Einschnitte in der Jugendarbeit

Sofern sich nicht noch Sponsoren verstärkt bei den Fußballern engagieren, „müssen wir ab der nächsten Saison wohl Abstriche im Jugendbereich machen“, sagt Riesch. Damit würde genau das eintreten, was der Vorstand mit aller Macht verhindern wollte. Doch bei einem Eigenanteil zwischen 140 000 und 150 000 Euro „haben wir ein rechtes Rucksackl zu tragen“. Daher macht der Garmisch-Partenkirchner keinen Hehl daraus: „Es wäre mir schon lieber gewesen, wenn die Räte mehr Einsicht gehabt hätten.“ Nachdem zuletzt die Stimmung übergekocht und sich Gemeinderäte sowie Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) irritiert angesichts der fordernden Haltung des Vereins gezeigt hatten (wir berichteten), beschwichtigt Riesch sogleich: „In Anbetracht der Umstände ist dieser Kompromiss akzeptabel und das Maximale, was zu holen war.“ Denn einen rechtlichen Anspruch hat der Verein nicht.

Wie berichtet, hat der Markt seinen Anteil, die vertraglich vereinbarten 402 311 Euro, längst überwiesen. Bei Gesamtkosten von 702 797 Euro – ursprünglich waren einmal 634 860 Euro kalkuliert – blieben zuletzt 40 000 Euro offen. Laut Vertrag muss diese Summe der 1. FC aufbringen – Geld, das er nicht hat. Die Verantwortlichen hatten sich auf eine Vereinbarung mit dem früheren Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) verlassen: Er hatte 2013 Verhandlungsbereitschaft „bezüglich der Deckung der Finanzierungslücke“ signalisiert. Für das neue Gremium unter Rathauschefin Meierhofer hat dieses Schreiben rechtlich allerdings keinerlei Relevanz.

"Nicht glücklich, wie das Ganze gelaufen ist"

Angesichts dieser Vorgeschichte zeigt sich Meierhofer „nicht glücklich darüber, wie das Ganze gelaufen ist“. Damit meint sie das Auftreten einiger Vereinsmitglieder samt „geschmackloser Attacken gegen mich und die Gemeinde“, was allerdings für sie mit der Entschuldigung erledigt sei. Hinzu komme die ungenaue Vorbereitung. „Es hätte gar nicht erst so weit kommen dürfen. Wir konnten ja nur noch Schadensbegrenzung betreiben.“

Mit der nun erarbeiteten Lösung könnte sie gut leben. Diese beinhaltet auch, dass mit dem freiwilligen Beitrag die Zahlungen seitens des Marktes abgegolten sind; für alle Instandsetzungsmaßnahmen kommt der Verein selbst auf. „Ich bin froh, wenn das Thema dann mal erledigt ist“, sagt Meierhofer.

Noch aber liegt nur ein Vorschlag auf dem Tisch; Entscheidungen kann der Ältestenrat um Meierhofer, Vize-Bürgermeister Wolfgang Bauer, Elisabeth Koch (beide CSU), Robert Allmann (SPD), Florian Hilleprandt (CSB), Florian Möckl (Freie Wähler), Andreas Grasegger (Bayernpartei) und Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen) keine treffen. In seiner Sitzung am 15. März wird der Gemeinderat das Thema behandeln. Meierhofer hofft, dass der Kompromiss „mehrheitlich mitgetragen werden kann“. Davon geht sie aus. Doch auch wenn sie die Gespräche mit Riesch und Finanz-Vorstand Arne Albl ebenfalls als „sachlich“ beschreibt: „Eine einstimmige Entscheidung wird das wohl nicht werden."

Katharina Bromberger

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