Neues Leben im Kurhaus Garmisch

Cafeteria nur der erste Coup

Garmisch-Partenkirchen - Schritt für Schritt soll neues Leben in die alte Villa im Michael-Ende-Kurpark kommen: Nun wurde eine Cafeteria eröffnet, bald folgen die Belebung der Terrasse und eine Bühne für Theaterer.

Ein wenig einschläfernd wirkt die alte Villa im Michael-Ende-Kurpark optisch ja schon, auch wenn die dort in der Galerie des Marktes ausgestellte Kunst meist alles andere als langweilig ist. Mit dem staubigen Image wird nun aufgeräumt. Denn auf Initiative der benachbarten Tourismusdirektion wurde in zwei der Ausstellungsräume eine kleine Cafeteria eingerichtet, die von Fall zu Fall für mehr Belebung sorgen soll.

Etwas aufgemotzt wurden die kleinen Säle mit einer kleinen geschwungenen Theke, einem Kühlschrank und immerhin einer professionellen Gastro-Kaffeemaschine und zahlreichen Sitzgelegenheiten in Form von kleinen Sofas, Sesseln, Barhockern für die Theke und schlichten Stühlen – allesamt in klassischem Altrot bezogen.

„Grundsätzlich ging es ja darum, die Kosten des Hauses, die vor allem wegen des Personals rund 100 000 Euro pro im Jahr ausmachten, in den Griff zu bekommen“, verdeutlichte Tourismusdirektor Peter Nagel bei der Eröffnung vor mehreren Gemeinderäten und zahlreichen heimischen Kunstschaffenden. „Also fiel uns zweierlei ein: Wir lagerten das Büro unseres Kulturbeauftragten Christian Ruf ins Kurhaus aus. Dorthin, wo ohnehin die Kultur zuhause ist und er auch mal eine kleine Führung durch eine Ausstellung machen kann.“ Ruf sitzt nun im bisherigen Raum des Galerie-Verwalters. Die zweite Idee war die Caféteria – auch eine Anregung der Künstler selbst. Eine freilich, die kein Personal benötigt und auch sonst ohne großen Aufwand auskommt. Nagel: „Wir wollten nur alles ein wenig attraktiver machen.“ Die Tourismus-Chefs sprachen mit einigen Experten und kamen schnell zur Überzeugung, dass im Kurhaus selbst bei großem Aufwand kein rentabler Gastro-Betrieb entstehen könne.

So entstand die minimalistische Lösung. „Jeder Gast kann, wenn er Lust hat, beim Galerie-Besuchen in der Caféteria Kaffee trinken“, erläutert Ruf, „und wenn eine Veranstaltung, beispielsweise eine Vernissage stattfindet, liegt die Bewirtung mit allerlei Snacks bei den Gastgebern.“

Alkohol sei ohnehin kein Thema – mit einer Ausnahme: GaPa-Tourismus will künftig in den gemütlicher gewordenen Räumen auch kleinere Konferenzen mit Journalisten, Reiseveranstaltern oder Gesundheitsexperten veranstalten. „Da gibt’s dann mehr“, kündigt Nagel an.

Und es gibt noch mehr Gedankenspiele: Die schöne, aber völlig kahle Südterrasse des Kurhauses soll demnächst gemütlich bestuhlt werden. In einem anderen, besonders langen Ausstellungsraum des Kurhauses könnten zudem gelegentlich auf einer kleinen Bühne junge Theaterer auftreten. „Der Schauspieler Matthias Gerstner will sich darum kümmern, in den nächsten Wochen passiert da noch einiges“, kündigt Nagel an.

Viel Beifall spendierten die zur Cafeteria-Eröffnung geladenen Besucher schließlich den drei Künstlern, die den Abend literarisch-musikalisch umrahmten: Lilian Edenhofer las humorvoll-hintergründige Geschichten unter anderem vom Erfolgsautor Jörg Maurer sowie über den Monaco Franze. Mit stilvoll verträumten Klarinetten- und Harmonikaklängen erfreuten die Musiker Andreas Güntsch und Wolfgang Sampel.

Wolfgang Kaiser

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