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Bei dem Unfall wurden sieben Menschen verletzt

Unfall am Lautersee

Kutsche stürzt Abhang hinunter: Neun Verletzte

Mittenwald - Für acht Touristen wurde eine idyllische Kutschentour im Mittenwalder Kranzberggebiet am Donnerstagnachmittag zum Desaster. Sie alle sowie der Kutscher landeten nach einem folgenschweren Unfall am Lautersee im Krankenhaus.

Schuld an dem Drama, das sich um 14.15 Uhr auf der Forststraße zwischen Ferchen- und Lautersee ereignete, war ein Kutschenverdeck – und der starke Wind, der zu dieser Zeit hoch über Mittenwalds Wandergebiet pfiff. Durch eine starke Böe „löste sich das Verdeck der ersten Kutsche und kippte zur Seite“, erläutert Mittenwalds Polizeichef Michael Weber. Denn unterwegs waren zwei Gefährte aus Mittenwald mit Touristen. Der Kutscher und ein Fahrgast lösten daraufhin den Windschutz und befestigten ihn am Wegrand.

Als die zweite Kutsche gerade daran vorbeifahren wollte, flatterte das Verdeck durch den Wind am Wegrand. Die Pferde erschraken und stiegen vorne hoch. „Obendrein verhedderte sich ein Tier in einem Maschendrahtzaun“, berichtet Weber. Dadurch gerieten die Pferde in Panik, durchbrachen den Zaun und stürmten den Abhang hinunter in Richtung Lautersee. Die Kutsche drehte sich dabei um die eigene Achse, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Alle neun Insassen – vier deutsche Touristen zwischen 60 und 70 Jahren, ein englisches sowie ein US-amerikaisches Pärchen im Alter von zirka 60 Jahren – wurden aus dem Gefährt geschleudert. Dabei zogen sich ein Mann und eine Frau „mehrere lebensgefährliche Verletzungen“ zu, berichtet BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher. Sie wurden per Hubschrauber direkt in die Murnauer Unfallklinik beziehungsweise in die Uni-Klinik nach Innsbruck geflogen. Um die sieben weiteren Opfer, unter ihnen der 52-jährige Kutscher aus der Schweiz, kümmerte sich ein Großaufgebot an Rettungskräften zunächst vor Ort. Zwei Insassen wurden schwer verletzt, zwei zogen sich Prellungen und Platzwunden zu, zwei weitere kamen mit leichten Blessuren davon. Alle wurden ins UKM und im Garmisch-Partenkirchner Klinikum gebracht.

Den Unfall hat auch Steinbrecher geschockt: „Solch schwere Verletzungen sind schon außergwöhnlich“, sagt der Einsatzleiter. Drei Notärzte, 16 BRK-Kräfte, Mitglieder der Schnelleinsatzgruppen aus Mittenwald, Garmisch und Partenkirchen sowie die Wasserwacht Krün-Wallgau und 25 Retter der Mittenwalder Feuerwehr kümmerten sich um die Verletzten und bargen die Kutsche. Die Pferde überstanden den Unfall relativ glimpflich und wurden mit einem Anhänger in ihren Stall nach Mittenwald gebracht.

(matt)

Unfall am Lautersee: Kutsche stürzt Abhang hinunter

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