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Problemstelle für den Bau: An einigen Stellen wurde der Lainbach sogar überbaut.

Hochwasser-Schutz voll im Zeitplan

Lainbach: Anwohner ins Boot holen

Mittenwald - Alles läuft bisher wie geschmiert beim ersten Teil der Hochwasserverbauung am Mittenwalder Lainbach. Kosten und Zeitplan – wie kalkuliert. 

Adolf Hornsteiner (CSU) klappt einen Plan aus und breitet diesen auf dem großen Tisch in seinem Büro aus. Darin markiert: der Lainbach in Mittenwald. Der Bürgermeister deutet auf das Papier und zeichnet mit seinem Zeigefinger einen Bereich davon nach – den nächsten großen Abschnitt (zwei bis fünf) der Hochwasser-Verbauung, den die Gemeinde nun ins Auge fasst.

Dieser betrifft vor allem das Stück am Anger sowie die Goethestraße. Und das hat es in sich. „Es gibt Strecken, die unkompliziert sind“, sagt der Rathauschef, „die sind aber in der Unterzahl“. Denn an manchen Stellen fehlt es schlicht und ergreifend an Platz, um zu bauen. Gerade Richtung Goethestraße sei es „äußerst beengt“, weil der Lainbach dort direkt an Häuser angrenzt oder sogar überbaut ist. Eine logistische Herausforderung, schließlich kommt für die Verbesserung des Hochwasserschutzes tonnenschweres Gerät zum Einsatz. Aufgrund der Nähe zu den Wohnhäusern sehen die Pläne vor, das Gerinne des Lainbachs zu verlegen und zu überdecken – weg vom Gebäude. Es wird sozusagen ein Sicherheitsabstand hergestellt.

Bessere Voraussetzungen herrschen im etwa 150 Meter langen Teil an der Straße am Anger. „Dort gibt es großzügig Platz“, sagt Hornsteiner. Vorgesehen ist eine geringfügige Verbreiterung des bisherigen trapezförmigen Gerinnes, das wie auch schon in Bauabschnitt eins, der von der Lainbachstraße bis zur Kurlanlage Puit reicht, in ein Rechtecks-Profil verwandelt wird. Anders als an der Goethestraße bleibt der Bach dort allerdings offen. „Es spricht nichts dafür, ihn zu schließen.“

Ehe die Marktgemeinde aber das Genehmigungsverfahren einleitet, will sie die direkt Betroffenen mit ins Boot holen, eine Versammlung einberufen und den Kontakt zu den Anliegern suchen. Das soll zeitnah geschehen, macht der Bürgermeister deutlich. Darauf legt er wert, um deren Fragen zu klären oder Änderungswünsche aufzunehmen.

Ohnehin ist er auf sie angewiesen. Der Rathauschef benötigt die Zustimmung aller Anwohner, um das wasserrechtliche Verfahren in Gang zu bringen. Wenn die betroffenen Bürger ihr Einverständnis geben und Hornsteiner die Genehmigung anfordert, rechnet er damit, diese bis etwa Ende Oktober vorliegen zu haben. „Dann könnten wir zumindest noch einen Teilbereich heuer ausführen.“

Derweil neigen sich die Arbeiten an Bauabschnitt eins am „Sandkasten“ am Zwergerhaus langsam aber sicher dem Ende zu. Die wasserbaulichen Maßnahmen sind abschlossen. Bis Anfang September soll dann auch der Rest fertig sein. Stück für Stück wird der Lainbach mit massiven Fertigbauteilen aus Beton neu eingekleidet. In den nächsten Monaten stehen zum Beispiel Gehsteig-Erneuerungen und Bachüberbauungen auf dem Programm.

Hornsteiner faltet die Pläne wieder zusammen. Er wird sie bis 2018 noch des Öfteren auf seinem Bürotisch ausbreiten. Denn solange dauert es noch, bis das ambitionierte Projekt, das acht Millionen Euro kostet, – der Freistaat übernimmt etwa 70 Prozent, also um die 2,4 Millionen Euro – vollständig beendet sein wird.

Manuela Schauer

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