Strahlende Gesichter: Dr. Rainhard Riepertinger, Stellvertretender Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch, Pater Barnabas Bögle, Abt des Klosters, und Landrat Harald Kühn (v.l.). foto: hoffmann

Landesausstellung 2018: Verträge unterzeichnet

Ettal - Minister Wolfgang Heubisch besucht Kloster Ettal. Nach der Vertragsunterzeichnung können die Planungen für die Bayerische Landesausstellung ins Detail gehen.

„Sie sind Tourismus ja gewohnt. Aber richten Sie sich auf etwas Besonderes ein“: Diese kleine Warnung von Bayerns Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst war an Ettal gerichtet. Dr. Wolfgang Heubisch (FDP) meinte seine Worte im absolut positiven Sinn. 100 000, vielleicht 200 000 Menschen werden Ettal in fünf Jahren wohl zusätzlich besuchen. Wenn es gut läuft, sogar mehr. Dann, wenn die Bayerische Landesausstellung zum Thema „Mythos Wald“ ein Erfolg wird. Und davon sind gestern alle ausgegangen, als im Kloster feierlich die Verträge für das Großereignis im Jahr 2018 unterschrieben wurden.

Heubisch zufolge ist der Zeitpunkt nicht zu früh gewählt. Zwar bleiben noch fünf Jahre bis zur Eröffnung. Die Erfahrung zeige aber, dass die Zeit zum Ende meist knapp wird. „Das Haus der Bayerischen Geschichte ist noch ganz entspannt“, erklärte dessen Vize-Direktor Dr. Rainhard Riepertinger. Und er fügte an: „Noch gibt es kein fertiges Konzept.“

Klar sei bislang nur, dass der Wald in allen seinen Facetten gezeigt werden soll. Als Symbol für Freiheit und (Wildschütz-)Romantik, als Rohstoff-Lieferant, als Freizeitreservoir und als Naturschutz-Gebiet. Umgesetzt wird dies auf rund 1200 Quadratmetern Ausstellungsfläche im Kloster, das dafür seinen Südflügel renoviert. Geplant ist zudem ein Außenbereich, der sich vor allem an Kinder und Jugendliche wendet, sowie ein erlebnisorientierter Wanderweg zum Schloss Linderhof. Und noch eine Idee gibt es: Eine Panorama-Animation, die den von König Ludwig II. geplanten Landschaftspark im Graswangtal vorstellt. „Dann können wir gleich noch einen Mythos aufrufen“, sagte Riepertinger. Denn grundsätzlich ist die Landesausstellung im Jahr 2018 in die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats unter dem Motto „Mythos Bayern“ eingebunden.

Ettal - so waren sich alle einig - ist dafür bestens geeignet. Einen „herausragenden Ort“ nannte es Heubisch. Riepertinger sprach von einem „besonders schönen Flecken“. Und Harald Kühn ergänzte: „Man hätte keinen besseren Standort wählen können.“ Schließlich bestünden 60 Prozent des Gemeindegebietes aus Wald. „Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 36 Prozent“, verdeutlichte der Landrat (CSU).

Auf seine Behörde kommt in den nächsten Jahren die Aufgabe zu, ein großes Begleitprogramm für die Ausstellung auf die Beine zu stellen. Weiterer Partner ist das Bayerische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Wie Abt Barnabas Bögle erklärte, gehe auch das Kloster die große Herausforderung, eine solche Ausstellung zu organisieren, gern an. Und zwar aus gutem Grund. Er erinnerte an die Bibel: Sie fordere die Menschen auf, sich nicht der Natur zu bemächtigen, sondern sie vielmehr zu behüten. Der Respekt vor der Schöpfung Gottes beinhalte auch den Schutz des Waldes.

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