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Robust, genügsam und offenbar zufrieden: Murnau-Werdenfelser Rinder im Stall der Familie Oswald.

Rinderrasse soll gerettet werden

Murnau-Werdenfelser dürfen nicht aussterben

Eschenlohe - Eine Bestandsanalyse brachte das Ergebnis, dass es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 724 Murnau-Werdenfelser gibt. 3000, so eine Schätzung, sollen noch in ganz Bayern leben.

Die Murnau-Werdenfelser dürfen nicht aussterben. Darüber sind sich alle einig beim Pressegespräch auf dem Hof der Familie Oswald in Eschenlohe. „Es wäre ewig schade, wenn es die Tiere nicht mehr geben würde“, betont etwa Klement Fend, Landwirt aus Oberammergau. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) sieht es genauso. „Die Murnau-Werdenfelser gehören einfach zu unserem Landkreis.“

Anlass des Pressetermins ist ein neues Projekt, das letzten Endes die Murnau-Werdenfelser Rinderrasse vor dem Aussterben bewahren soll. Es läuft im Rahmen der Regionalförderung und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Insgesamt kostet es 100 000 Euro. 80 Prozent davon übernimmt nach Angaben von Lisa Loth, Regionalmanagerin bei der Zugspitz Region GmbH (früher Kreisentwicklungsgesellschaft), das bayerische Finanzministerium.

Dabei will man eine Struktur zum Erhalt der Rasse sowie zur Vermarktung von Fleisch und Milch aufbauen. In puncto Fleisch ist schon einiges passiert. So gibt es eine GmbH, die die Ware verkauft. Bei der Milch gibt es nun die Idee, einen Käse anzubieten, der nur aus Milch von Murnau-Werdenfelsern stammt. 20 Laibe wurden in der Schaukäserei Ettal produziert. Der Rohstoff stammt von Oswalds Kühen sowie denjenigen von Josef Jais (Eschenlohe), Vorsitzender des Zuchtverbands Murnau-Werdenfelser Rind.

„Große Chance für die Landwirtschaft, etwas fürs Image zu tun.“

Der erste Käse soll am Dienstag, 3. Mai, angeschnitten werden. Es ist ein Testlauf. Man will schauen, wie das Produkt ankommt. „Wir wollen den Käse zunächst nur in Ettal verkaufen“, sagt Fend, der auch beim Förderverein zum Erhalt des Murnau-Werdenfelser Rindes aktiv ist. Wenn die Resonanz positiv ist, will man weitere Schritte unternehmen und die Ware irgendwann in Supermärkten anbieten. Doch es geht um mehr als Käse: Mit dem Förderprojekt wollen die Verantwortlichen die Zuchtbasis verbreitern, die Bestandszahlen erhöhen, ein umfassendes Marketingkonzept entwickeln, die Verbindung zum Tourismus herstellen und einiges mehr.

Fend sieht in dem Projekt auch eine „große Chance für die Landwirtschaft, etwas fürs Image zu tun“. Es ist auf Dauer angelegt. „Ein Strohfeuer hilft uns nichts“, unterstreicht Fend, der Mutterkuhhaltung betreibt. Die Zuchtlinien zu vermehren, wird ohnehin eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen.

Landrat Speer steht voll dahinter. „Es ist wichtig, gewisse Nischen zu besetzen.“ Landwirt Oswald, der elf Exemplare der seltenen Rinder im Stall stehen hat plus 25 Stück Nachzucht, bringt es auf die Formel: „Wenn man die Rasse erhalten will, muss man sie essen.“ Die Arbeit mit seinen Murnau-Werdenfelsern macht ihm richtig Spaß. „Wir haben eine Riesenfreude mit den Viechern.“ Ab April bis in den November hinein sind die Rinder draußen auf der Weide. Die restliche Zeit verbringen sie im Stall, der 2011 fertig wurde.

Eine Bestandsanalyse brachte das Ergebnis, dass es im Landkreis Garmisch-Partenkirchen 724 Murnau-Werdenfelser gibt. Doch der Schwaigener Landwirt Johann Probst, der Teilzeit für die Zugspitz Region GmbH tätig ist, hat noch nicht alle Bauern besucht, so dass es wahrscheinlich noch ein paar Tiere mehr sind. 3000 Stück, so eine Schätzung, gibt es in Bayern.

Roland Lory

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