37890 Euro für den "Mehrwert im Alter"

Garmisch-Partenkirchen - Die Spenden-Bereitschaft im Landkreis ist überwältigend: Vom Erlös der Tagblatt-Weihnachtsaktion werden Senioren aus ihrer Einsamkeit und Armut befreit.

"Das Problem werde wahr genommen", freut sich Pfarrer Stefan Blumtritt, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung über dieses "fulminante Ergebnis". Nachdem die Spendenaktion etwas zäh angelaufen sei, "erkennen die Menschen inzwischen die Notwendigkeit, etwas gegen die Armut im Alter zu tun". Ein erster großer Schritt, um Senioren im Landkreis zu helfen, ist durch die Tagblatt-Weihnachtsaktion erreicht: "Dadurch und durch eine namhafte Zustiftung ist das Projekt für die nächsten Jahre gesichert", erklärt "Mehrwert"-Vorsitzender Helmut Kuhn. Dem Thema wolle sich die Bürgerstiftung natürlich auch über die Weihnachtsaktion hinaus annehmen, kündigt er an. "Vielleicht können wir damit einen Grundstein legen für ein Bürger- und Service-Zentrum", hofft Blumtritt. Beratung, ein Café, um sich zu treffen, und Unterstützungsangebote zur Selbsthilfe stellt sich der Pfarrer unter anderem vor.

Den Anfang auf dem Weg dorthin macht Sozialpädagogin Gundi Reitlinger, die künftig als Ansprechpartnerin fungiert und außerdem Seniorenbegleiter ausbildet. Gestern Nachmittag hat sie ihren Dienst aufgenommen und ist künftig immer montags von 16 bis 18 Uhr und donnerstags von 9 bis 11 Uhr im Freiwilligen-Zentrum an der Hindenburgstraße 39 vertreten. Vorerst verfügt Reitlinger noch über keine eigene Telefonnummer, weshalb man sie vorerst unter Z 0 88 21/90 85 96 übers Freiwilligen-Zentrum erreicht.

Wichtig sei die Koordination bestehender Angebote, findet Blumtritt. "Es geht um ein ganzheitliches Betreuungskonzept mit Vorlesen, Unterstützung beim Ausfüllen vom Formularen und vielem mehr." Die Menschen, denen so geholfen wird, "sollen beispielsweise über Nachbarn gefunden werden", betont Kuhn, der weiß, dass viele Senioren "einsam und verschlossen daheim in ihren Wohnungen sind". Um das zu ändern, unterstreicht Blumtritt, "muss heutzutage das gesellschaftliche Netzwerk an Stelle der Großfamilie treten".

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