48-Jähriger fährt Schleierfahnder an

Ammertal - Eine Routinekontrolle im Allgäu ist am Sonntagabend völlig eskaliert. Ein Ammertaler, der sich der Überprüfung unterziehen wollte, trat einfach aufs Gaspedal und rammte einen Beamten.

Mit vollem Karacho ist der 48-Jährige auf den Beamten der Schleierfahndung Pfronten zugerast. "Der 51-Jährige wurde von dem Pkw erfasst, zunächst auf die Motorhaube und dann seitlich weggeschleudert", schildert Christian Owsinski, Sprecher der Polizeidirektion Kempten, das ungeheuerliche Geschehen. Dabei hatte der angefahrene Fahnder großes Glück ­ er blieb unverletzt.

Der alkoholisierte Mann, der zudem Drogen konsumiert hatte, brauste einfach weiter, ignorierte sogar den Warnschuss eines weiteren Beamten. Daraufhin habe der Kollege gezielt einmal auf den hinteren rechten Reifen des Wagens geschossen, betont Owsinski. Trotz dieses Schadens setzte der Ammertaler seine Fahrt einfach fort. "Im Rahmen der weiteren Fahndung, bei der über zehn Einsatzfahrzeuge, ein Polizeihubschrauber sowie Polizeihunde eingebunden waren, stellte sich der Fahrzeugführer, dessen Pkw aufgrund des platten Reifen fahruntauglich war, und wurde festgenommen", betont der Direktionssprecher. Die weiteren Ermittlungen übernahm die Kripo Kempten. Gestern Nachmittag wurde der Mann dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt, der ihn ins Gefängnis steckte. Owsinski zufolge werden ihm ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Fahren ohne Fahrerlaubnis, Trunkenheit im Verkehr, Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen.

"Es passiert immer wieder, dass sich jemand einer Kontrolle entziehen will", weiß Owsinski von verschiedenen Einsätzen. "Dass es aber so eskaliert, ist sehr selten." Eine Streife der Schleierfahnder habe gegen 21 Uhr versucht, den Ammertaler in Nesselwang anzuhalten. Dieser aber ignorierte die Signale und versuchte zu flüchten. Nachdem die Beamten seinen Wagen bereits überholt hatten und stoppen konnten, wendete der 48-Jährige und türmte erneut. Im etwa zehn Kilometer entfernten Seeg entdeckten die Fahnder nur wenige Minuten später das stehende Auto des Ammertalers wieder. Als sie dort versuchten, den Mann aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu kontrollieren, gab er Gas und fuhr den Polizeibeamten an. "Ein solcher Vorfall, der eigentlich mit einer Routine-Überprüfung begonnen hat, zeigt, wie schwierig unser Beruf oft sein kann", meint Owsinski.

Der Ammertaler sei der Polizei übrigens als gewalttätig bekannt, informiert der Direktionssprecher aus dem Allgäu. Ihm wurde schon im Januar der Führerschein wegen des Verdachts weggenommen, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln am Steuer eines Autos gesessen hatte. Auch bei seiner Amok-Fahrt am Sonntag stand er nach derzeitiger Einschätzung unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln.

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