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Baustelle am Berg

Abschied von der alten Kreuzeck-Hütte

Landkreis - Für 150.000 Euro baut die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen eine neue Hütte im Classic-Skigebiet. Und hofft auf Spenden.

Zehn Bergwachtbereitschaften nutzen die Kreuzeckhütte im Classic-Gebiet, wenn während der Winterdienst ansteht. Nach dem Ende der Skisaison am vergangenen Montag haben die Garmisch-Partenkirchner Bergwacht-Kameraden wie immer zusammengeräumt, wenn auch auf andere Art und Weise. Denn diesmal ist es kein Abschied für Monate von der Hütte, sondern für immer. Läuft alles wie geplant, soll möglichst bald mit dem Abriss des Hauses begonnen werden. An seiner Stelle soll ein moderne Bau für 150 000 Euro entstehen. 

Schimmel an den Wänden und keine Heizung

„Dort war einfach nicht genügend Platz für die Versorgung von Patienten“, nennt Bereitschaftsleiter Andreas Dahlmeier den wichtigsten Grund für das Ende des alten Gebäudes. Wenn sich jemand verletzt hat und behandelt werden musste, war es zunächst an den Kameraden, die Hütte zu verlassen. „Außerdem gab es Schimmel an den Wänden“, berichtet Dahlmeier. Und nicht einmal eine Heizung, sondern nur einen Ofen. Das heißt: In den ersten Stunden vom Dienst musste sich die Hütte, die in den 1950 Jahren gebaut wurde, erst einmal aufwärmen. 

Nicht gerade ideale Bedingungen für den arbeits- und zeitintensiven Einsatz in dem Skigebiet. Denn der wenige Schnee im vergangenen Winter hat zwar den kleineren, niedrigeren Liften das Leben schwer gemacht. Am gut mit Schneekanonen ausgestatteten Hausberg war aber umso mehr los, wie Dahlmeier erklärt. Dazu passt die Statistik von Bergwacht-Geschäftsführer Anton Gehringer: „Im vergangenen Winter wurden 505 Patienten im Classic-Gebiet versorgt und ins Tal transportiert."

Noch fehlt die Baugenehmigung

Damit dies schon im nächsten Winter zu besseren Konditionen passiert, hofft Dahlmeier, bald Post aus dem Bauamt der Marktgemeinde zu bekommen. Noch liegt die Baugenehmigung nämlich nicht vor. Die Pläne sehen auf achtmal elf Metern eine neue Hütte mit einem Windfang, einem großen Aufenthalts- sowie einem Ausbildungsraum für die Patientenbetreuung vor. Außerdem ist draußen ein Geräte-Unterstand vorgesehen. 

Beim Bau wollen die Bergwacht-Kameraden möglichst viel in Eigenleistung umsetzen – um die Kosten zu senken. Und sie hoffen weiter auf Spenden. Solche liegen, wie Dahlmeier erklärt, bereits in Höhe von 60 000 Euro vor. Auch der Landkreis gibt einen Zuschuss von 30 000 Euro, die Bergwacht Bayern ist im 10 000 Euro dabei genauso wie der Lions-Club, und auch die Bürgerstiftung Mehrwert gibt 5000 Euro. Jeder Euro hilft dabei weiter. 

Im Mai sollen im Idealfall die Arbeiten an der Bodenplatte beginnen, über den Sommer folgt der Bau des Gebäudes selbst. In ihm sollen einzelne Elemente an die alte Kreuzeckhütte erinnern. Zum Beispiel die Eingangstür, durch die in den vergangenen Jahrzehnten schon so viele Menschen gegangen sind.

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