Korrekt? Das Wappen an der Eschenloher Schule. F: her

Ärger um "Garmisch-Partenkirchner" Wappen am Eschenloher Rathaus

Eschenlohe - Das Wappen an der frisch sanierten Eschenloher Rathaus-Fassade hat reichlich Diskussionen ausgelöst. Mancher behauptet: Es handelt sich um das Emblem von Garmisch-Partenkirchen.

Hans Mäher (Name geändert) reagiert bei diesem Anblick fast empört. Er meint: Es handle sich keineswegs ums Eschenloher Wappen, das da das Rathaus ziere – sondern um das ganz ähnliche Garmisch-Partenkirchner. „Das darf nicht sein, damit sind wir nicht einverstanden“, ereifert er sich. „Und ich bin nicht allein mit der Meinung.“

Das angebliche Wappen-Fremdgehen ist Thema an den Stammtischen und Ortsgespräch. Bürgermeister Anton Kölbl (CSU) kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen. Denn: Der Maler, der rasch habe fertig werden müssen, weil das Gerüst abgebaut werden sollte, habe das alte Wappen, das jahrzehntelang unkritisiert die Fassade zieren durfte, übernommen, – inklusive der „künstlerischen Freiheiten“ des Vorgängers. „Wir sind davon ausgegangen, dass das schon korrekt sein wird“, betont Kölbl. „Wir hätten halt Zeit und eine gescheite Vorlage gebraucht.“ Kritisiert wird unter anderem die angeblich falsche Form.

Diese sei indes nicht ausschlagebend in der Heraldik, sagt Josef Ostler (Weißgerber) aus Garmisch-Partenkirchen, „die macht man nach Lust und Laune, sie liegt in der Gestaltungsfreiheit des Malers“. Maßgeblich seien „Aufteilung, Farben und Inhalt“, betont der Vorsitzende des Vereins für Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte im Landkreis. Seiner Meinung nach kommt es vor allem auf einen Unterschied an, wenn Eschenloher und Garmisch-Partenkirchner Wappen verglichen werden: Letzteres weist in den roten Feldern eingestreute Blumen auf. Fehlten diese in der Darstellung am Eschenloher Rathaus, „ist diese in Ordnung“, findet Ostler.

Die Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr – das eine Wappen stammt vom anderen ab wie der Sohn vom Vater: „Faktisch“, sagt Garmisch-Partenkirchens Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer, „haben wir ja das Eschenloher Wappen übernommen.“ Beide Ortsteile führten zunächst eigene, im Zuge ihrer Zwangsvereinigung 1935 wurde eilig nach einem Kompromiss gesucht. Die Verantwortlichen wählten das Wappen der Gemeinde Eschenlohe, das dem von 1260 und 1261 überlieferten Siegelbild der Grafen von Eschenlohe entspricht.

Übrigens: Auch das Emblem von Telfs in Tirol stamme von den Grafen von Eschenlohe und sei identisch mit Garmisch-Partenkirchens Wappen, weiß Nöbauer.

Was aber tun? „Erst mal passiert gar nichts“, betont Kölbl. Er will die Frage nach dem korrekten Wappen zunächst gründlich klären – und nur nachbessern lassen, falls sich herausstellt, dass an seinem Rathaus wirklich ein fehlerhaftes Emblem prangt.

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