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Jede Hilfe zählte: Dieser Feldwebel aus Mittenwald schaufelt den Schnee von einem Hausdach. 

Zusammenspiel der Helfer lief bestens ab

Wieder „alles in bester Ordnung“: Katastrophenfall im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist aufgehoben

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Jetzt kehrt wieder Normalität ein: Der Landkreis hat den Katastrophenfall mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Die wichtigsten Arbeiten sind bereits erledigt. 

Landkreis– Um 18.05 Uhr stand es fest: Der Katastrophenfall für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist aufgehoben. Eine Entscheidung, die sich bereits am Montag aufgrund der Fortschritte im Brennpunkt Isartal abgezeichnet hatte. „Es war eigentlich schon klar“, sagt Stephan Scharf. Aber solange die Einsatzkräfte noch Dächer von Schnee befreiten, blieb der Status erhalten.

Jetzt ist die Situation entschärft. „Alles in bester Ordnung“, sagte Landrat Anton Speer (Freie Wähler) nach der Bekanntgabe. Am Dienstag gegen 15.30 Uhr endete der Kampf gegen die weißen Massen. Vor allem in Krün waren noch Häuser abzuschaufeln gewesen. In Mittenwald könnte auch am Mittwoch noch der Fall eintreten, dass ein paar Hausdächer stabilisiert werden müssen. Darum kümmert sich aber die Gemeinde. „Das haben wir mit ihr abgesprochen“, sagt der Sprecher des Landratsamtes. Die offiziellen Arbeiten seien jedoch abgeschlossen.

143 Helfer standen den Krünern am Dienstagmorgen noch zur Seite, in Mittenwald 129. Jetzt ziehen die Rettungsorganisationen wieder ab. Das Zusammenspiel aller sei herausragend abgelaufen, betont der Landrat. Die unterstützenden Kräfte waren unter anderem aus Weiden, Schwabmünchen, Augsburg, Kronach und München angereist. Kurzzeitig, erzählt Scharf, trat ein zusätzliches „ernstes Problem“ auf. Es fehlte an nötigen Gerätschaften. Doch der Aufruf fruchtete.

Die Wetterprognosen stimmen zuversichtlich. Normalität kehrt wieder ein. Deshalb hat das Landratsamt bereits am Dienstagmittag verkündet, dass die Schulen ab dem heutigen Mittwoch wieder öffnen. Die Kinder und Jugendlichen hatten seit vergangenem Donnerstag unterrichtsfrei. Auch Spaziergänge im Michael-Ende-Kurpark in Garmisch-Partenkirchen sind wieder möglich. Die bisherigen Straßensperrungen beispielsweise zwischen Mittenwald und dem Grenzübergang bei Scharnitz und Leutasch oder zwischen Vorderriß und Wallgau bleiben dagegen bestehen. Es herrscht weiterhin Lawinengefahr.

Die durchfeuchtete Schneedecke in lückigen Bergwäldern oder steilen Wiesenhängen unterhalb 1600 Metern waren vielerorts ins Rutschen gekommen. Das berichtete das Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Weilheim. Doch insgesamt, so heißt es, haben die Lawinenschutzwälder, wie zum Beispiel oberhalb der B23 am Ettaler Berg oder am Scheinberg,, die Bewährungsprobe bestanden.

Weiterhin in einer Notsituation befinden sich aber Wildtiere. Laut Bundesjagdgesetz sind Jäger verpflichtet, solches Wild zu schützen, teilt Thomas Bär, Vorsitzender der Garmisch-Partenkirchner Kreisgruppe des Bayerischen Jagdverbandes mit. In Absprache mit den Staatsforsten wird der privaten Jägerschaft in den Hochwild-Hegegemeinschaften Werdenfels Süd, West und Ost deshalb empfohlen, die Jagd mit sofortiger Wirkung einzustellen.   

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