Ammertaler Fußball-Klubs diskutieren über Spielgemeinschaft

Ammertal - FC Ammertal, vielleicht auch SpVgg Ammertal - das sind mögliche Namen für die künftige Fußballmacht aus dem Ammertal. Und die könnte schon bald Realität werden.

Am Montagabend jedenfalls fand in Unterammergau ein Treffen zu diesem Thema statt. Spruchreif sei noch nichts, betonen alle Beteiligten. Vom Tisch ist das Vorhaben allerdings auch nicht. „Die Überlegungen gibt es ja schon seit dem letzten Sommer“, sagt Hans Noll, der als Vorsitzender der Jugend-Fördergemeinschaft (JFG) Ammertal bereits Erfahrung mit einem ähnlichen Zusammenschluss hat. „Es gibt sicherlich mehrere denkbare Modelle. Aber ob es überhaupt zu Stande kommt und wie es letztendlich ausschaut, müssen wir noch abwarten.“

Die JFG, die im November 2007 gegründet wurde, ist das Vorbild. Darin sind alle Spieler - von D- bis A-Jugend - der Vereine FC Bad Kohlgrub, WSV Unterammergau, TSV Oberammergau und TSV Altenau zusammengefasst. Die Spielgemeinschaft ist eine Erfolgsgeschichte - alle Ersten Mannschaften spielen in der Kreisliga.

Warum also nicht auch bei den Erwachsenen die Kräfte bündeln? Diese Frage diskutierten die 15 Vertreter der Ammertal-Klubs im Vereinsheim des WSV Unterammergau. „Es ist aber noch gar nichts entschieden worden“, betont Sepp Geipl, Trainer in Bad Kohlgrub und Vize bei der JFG. „Das, was uns die JFG jetzt mittlerweile seit ein paar Jahren vorlebt, wollen wir gerne auf den Erwachsenenbereich ausweiten.“

Geipl sieht künftig Probleme auf die Vereine zukommen: „Die Jungs haben jetzt eine lange Zeit miteinander gespielt und würden das natürlich auch weiterhin gerne tun.“ Gerade die A-Jugend habe Potenzial, was natürlich auch anderen Vereinen nicht verborgen bleibt. Immer wieder werden Spieler von den Klubs in Starnberg, Wolfratshausen oder Geretsried gelockt. „Es ist doch klar, dass die Burschen weiterhin höherklassig spielen wollen“, sagt Geipl und hat dafür vollstes Verständnis. Doch gerade das wäre bei einer Rückkehr zu ihren Stammverein, so wie es ursprünglich geplant war, nur bedingt möglich.

Damit die Talente nicht abwandern, brauchen sie eine Perspektive. „Ich denke schon, dass wir Bezirksliganiveau erreichen können“, meint Herbert Schauer, Vorsitzender des FC Bad Kohlgrub. „Wenn wir unserem Nachwuchs eine ordentliche Zukunft in heimischen Gefilden bieten wollen, dann ist der Schritt wohl unumgänglich.“ Schauers Altenauer Kollege Hans Bumberger sieht das ähnlich: „Wir stehen den Plänen positiv gegenüber. Vier Vereine unter einen Hut zu bringen ist aber sicherlich nicht ganz einfach.“

In Unterammergau beispielsweise werden die Pläne nicht ganz so euphorisch gesehen. „Ich habe die Befürchtung, dass die gewachsenen Strukturen der Vereine darunter leiden“, sagt der sportliche Leiter des WSV, Ludwig Hutter. „Aber wenn wir nichts unternehmen, besteht die Gefahr, dass einige Spieler abwandern, und dann haben die einzelnen Vereine auch nichts davon“, gibt Noll zu bedenken. „Warum also sollen wir nicht doch versuchen, zumindest in der Region davon zu profitieren.“

In zwei Wochen soll das Thema bei einem weiteren Treffen noch einmal erörtert werden. „Und dann“, sagt Noll, „werden wir auch definitiv eine Entscheidung treffen." (ak)

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