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Ein starkes Miteinander: Diese Asylbewerber lernen bei Jochen (3. v. r.) und Erika Kuhleber (5. v. r.) Deutsch. foto: klammt

Miteinander gegen die Sprach-Barriere

Landkreis - Ein Ehepaar bringt Asylbewerbern in Garmisch-Partenkirchen ehrenamtlich Deutsch bei. Jede Unterrichtsstunde bringt auch die Kuhlebers weiter.

Jochen Kuhleber und seine Frau Erika geben seit Ende September ehrenamtlich Deutschunterricht für Asylbewerber im ehemaligen Garmisch-Partenkirchner Altenheim St. Vinzenz. „In unserem Team sind noch ein Lehrer, eine Studentin der Ethnologie und zwei Studentinnen der Schnitzschule“, erzählt er. Der Unterricht ist von der Caritas organisiert und findet täglich statt. „Mein Mann und ich kommen ein- bis zweimal pro Woche“, sagt Erika Kuhleber (70). Dann unterrichten sie bis zu 14 Frauen und Männer, die aus dem Kongo, Guinea, Irak, Eritrea, der Ukraine, Tschetschenien und Afghanistan stammen. Die Atmosphäre ist entspannt. „Alle wollen schnell Deutsch lernen“, sagt Jochen Kuhleber.

Das Konzept ihres Unterrichts ist auf das Lebensumfeld der Asylbewerber orientiert. „Wir verwenden ausschließlich Vokabeln aus deren Alltag“, berichtet er. In typischen Situationen sollen sie sich auf Deutsch verständlich machen können. Um das zu vermitteln, nutzen er und seine Frau das „Hamburger ABC“. Ein Lehrwerk, das aus aufeinander aufbauenden Lerneinheiten besteht. Daraus kopieren sie Arbeitsblätter für jeden ihrer Teilnehmer.

Nach anfänglicher Skepsis, wie die Asylbewerber wohl in der Marktgemeinde aufgenommen werden würden, stand für die Kuhlebers schnell fest, dass sie sich hier engagieren. Schließlich wissen beide noch, wie es den Familien nach dem Zweiten Weltkrieg ergangen war. Auch da waren Flüchtlinge auf fremde Hilfe angewiesen. Als Erika Kuhleber erfuhr, dass man Menschen sucht, die Deutsch unterrichten, entschieden sie und ihr Mann sich sofort dafür. „Wir freuen uns auf jede Unterrichtsstunde“, sagt Erika Kuhleber. „Die Menschen sind so dankbar.“

Jochen müsse 200 Jahre alt werden, habe eine Afghanin einmal gesagt, so lange wolle sie bei ihm Deutsch lernen, erzählt sie lachend. Dafür ist aber nicht nur ihr Einsatz wichtig, sondern auch finanzielle Unterstützung, um den Unterricht zu gewährleisten. „Schön wäre es, wenn die Gruppe eine Handkasse zur Verfügung hätte“, sagt Angelika Lichteneber, Leiterin der Asylbeweberunterkunft. „Daraus könnten dann kleinere Ausgaben bestritten werden.“ akl

Die ehrenamtliche Arbeit mit den Asylbewerbern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen zu unterstützen, kann seine Spende - unter dem Stichwort Weihnachtsaktion 2014 - auf eines der Konten der landkreisweit aktiven Bürgerstiftung Mehrwert überweisen. Die Stiftung unterstützt das Garmisch-Partenkirchner Tagblatt/ Murnauer Tagblatt wieder bei seiner Weihnachtsaktion:

Konto 200 078 190 bei der VR-Bank Werdenfels (BLZ 703 900 00) oder Konto 11 145 141 bei der Kreissparkasse Garmisch-Partenkirchen (BLZ 703 500 00).

Alle Spenden sind zweckgebunden für unsere Aktion. Der Durchschlag des Überweisungsträgers wird bis zu 200 Euro vom Finanzamt als Zuwendungsbestätigung anerkannt. Für Spenden über 200 Euro stellt die Bürgerstiftung Mehrwert eine Spendenquittung aus. Geben Sie dazu unbedingt Ihre vollständige Adresse bei Ihrer Überweisung an. Die Spender sollen in unserer Zeitung genannt werden. Wer das nicht möchte, möge auf seiner Überweisung bitte „kV“ für „keine Veröffentlichung“ vermerken.

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