Auch nach Auerochsen-Attacke wird Insel im Staffelsee nicht komplett eingezäunt

Seehausen - Statt auf einen meterhohen Maschendrahtzaun - "den sowieso keiner will" - setzt der Besitzer der 15-köpfigen Herde auf der Vernunft der Inselbesucher.

Seit dem Vorfall im Sommer 2007, der einer Ettalerin vier Wochen Krankenhaus bescherte, hat der Halter der Wildrinder auf der Insel Wörth die Schutzmaßnahmen noch verstärkt. Trotz Elektrozauns um die Weide weisen alle Warn- und Hinweisschilder darauf hin, dass ein Sicherheitsabstand von mindestens 40 bis 50 Metern der beste Schutz ist. Walter Frisch, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Auerochsenzucht: "Die Tiere sind in der Regel scheu und friedlich. Wenn eine Kuh mit einem neugeborenen Kalb ihrem Schutzinstinkt nachgibt, ist das keine Aggression, sondern eine Reaktion." Dann habe das Muttertier so einen Adrenalinausstoß, dass es Zäune gar nicht wahrnehme.

Der Vorfall hat die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung nicht daran gehindert, an ihrem Pilotprojekt festzuhalten, das wissenschaftlich begleitet wird. Vor dem Einsatz der Auerochsen als "Rasenmäher" 2005 wurde die Inselflora dokumentiert. Sie lässt sich nach fünf Jahren genau feststellen, ob sich diese Art von Landschaftspflege bewährt und zum Artenschutz beiträgt.

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