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Kreishaushalt 2016

Aufatmen in der Schuldner-Beratung

Landkreis -  2015 abgelehnt, 2016 genehmigt: Die Caritas bekommt doch Geld für zusätzliche Wochenstunden in der Schuldner-Beratung. Noch gibt es eine lange Warteliste.

Der Hilferuf kam schon Anfang 2015 bei den Lokalpolitikern im Landkreis an. Doch die Caritas-Schuldnerberatung, die dringend um finanzielle Unterstützung gebeten hatte, stieß auf taube Ohren. Eine Erhöhung der Wochenstundenzahl um 8,5, – was 16 500 Euro entspricht – wurde abgelehnt. Und das, obwohl die Warteliste bei der Einrichtung immer länger wurde. Die betroffenen, verschuldeten Menschen, die eigentlich schnell Hilfe bräuchten, mussten sich Wochen und Monate gedulden. Nun hatten die Kreisräte ein Einsehen. Im aktuellen Haushalt ist die zusätzliche Summe eingestellt. Entsprechend groß ist die Freude bei Monika Wehrsdorf, die die Schuldnerberatung leitet. In der Einrichtung hatte sich die Lage im Jahr 2014 extrem verschlimmert, immer mehr Menschen wandten sich an die Caritas. Die Folge: Die Warteliste umfasste Anfang vergangenen Jahres 52 Fälle. „Die Situation hat sich leicht verbessert“, sagt Wehrsdorf heute. Inzwischen stehen „nur“ noch 30 Klienten auf der Liste.

Möglich gemacht hat das aber eben nicht die Politik, sondern beherztes Engagement. Drei Ehrenamtliche, teils aus dem Bankensektor, bringen sich unentgeltlich ein. „Ohne sie hätten wir den Abbau nicht bewältigen können“, unterstreicht Wehrsdorf. Das große Glück dabei: Die Freiwilligen arbeiten auf hohem Niveau. Können also wirklich weiterhelfen. Auf die verfahrene Situation hatte Martin Schröter (FDP) im Sommer 2015 im Kreistag hingewiesen. Angesichts der dramatischen Zahlen hieß es damals von Landrat Anton Speer (Freie Wähler), dass die Erhöhung der Wochenstundenzahl – bislang waren es 43, was einem Zuschuss von 67 000 Euro entspricht – bei den nächsten Haushaltsberatungen wieder Thema sein sollte. Und Speer hielt Wort. Im Kreisausschuss sprach sich nun keines der Mitglieder mehr dafür aus, die Erhöhung abzulehnen.

Anders war es mit einem Antrag von FDP-Vertreter Schröter. Er hatte vorgeschlagen, weitere 43 Wochenstunden zu finanzieren und damit die Zahl praktisch zu verdoppeln. Das war aber viel mehr, sagte zum Beispiel Tessy Lödermann (Grüne), als die Caritas selbst in den Raum gestellt hatte. Dass sein Antrag abgelehnt wurde, ist anschließend wohl nicht zu Schröter durchgedrungen. Er wollte sich Wochen später im Kreistag gerade dafür bedanken, dass seinem Antrag entsprochen wurde, als ihn Sitznachbarin Lödermann leise über die eigentliche Situation aufklärte. „Egal“, lautete die spontane Reaktion des Liberalen. Hauptsache der Caritas und den betroffenen Menschen werde geholfen. Die 8,5 zusätzlichen Stunden übernimmt Wehrsdorf zufolge dabei kein neuer Mitarbeiter. Teilzeit-Angestellte stocken vielmehr ihre Arbeitszeit auf. Und Wehrsdorf zeigte sich angesichts der neuen Entwicklung und der politischen Unterstützung erleichtert. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass es uns gelingt, die Warteliste zügig komplett abzubauen.“

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