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Auf dem Weg zum Autobahn-Tal?

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Die Arbeiten laufen schon bei Oberau: Auch für die Umfahrung Oberau könnte sich die ÖDP eine kleinere Variante ohne Auerbergtunnel vorstellen. foto: Sehr
Die Arbeiten laufen schon bei Oberau: Auch für die Umfahrung Oberau könnte sich die ÖDP eine kleinere Variante ohne Auerbergtunnel vorstellen. foto: Sehr

Landkreis - Die ÖDP geht mit den großen Verkehrsprojekten im Landkreis hart ins Gericht. Sie warnt vor einer größeren Verkehrsbelastung.

Der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 2 führe, so die Befürchtung der ÖDP, nicht zur gewünschten Entlastung, sondern bewirke genau das Gegenteil: Noch mehr Autos und Lastwagen, Lärm und Abgase. Nach Ansicht von Rolf Beuting, Kreischef der Partei, wird durch die geplanten Vorhaben in Garmisch-Partenkirchen (Wank- und Kramertunnel), Oberau (Ortsumfahrung) und Eschenlohe (Auerbergtunnel) die Autobahn 95 de facto verlängert - und als Route aufgewertet.

„Es entsteht die neue Transitstrecke München-Italien. Die Probleme werden nur größer“, warnt der Murnauer Gemeinderat. Dies sei keine gute Werbung für eine Region, die auf Tourismus setzt. „Wer will schon Urlaub im Autobahn-Tal machen?“, fragt er provokant. Zudem bestehe die Gefahr, dass sich die Staus nach Mittenwald und Grainau verlagern. Für Beuting steht daher fest: „Das ist ein Weg in die Sackgasse.“

Die ÖDP spricht sich nicht kategorisch gegen den besagten Straßenbau aus. Dieser sollte aber „mit Augenmaß“ betrieben werden, fordert Raphael Mankau, Mitglied und Verkehrsexperte des ÖDP-Kreisvorstandes. Die Ortsumfahrungen von Garmisch-Partenkirchen und Oberau seien natürlich sinnvoll, betont er. Aber es stelle sich die Frage, ob ein Ausbau dieser Größenordnung nötig sei. „Die Belastung muss aus den Orten raus. Mehr nicht.“

Die vier Vorhaben kosten dem Steuerzahler nach ersten Berechnungen fast 530 Millionen Euro. Vorarbeiten am Kramer und in Oberau haben bereits begonnen. Im Falle eines Olympia-Zuschlags soll bei der Umsetzung der Turbo-Gang eingelegt werden.

Beuting und Mankau sprechen sich dafür aus, die Planungen zu überdenken. „Wir wollen eine Diskussion anstoßen“, sagt Mankau. Ihnen schwebt eine abgespeckte Version vor. Wie diese im Detail aussehen könnte, dazu halten sie sich zurück. Nur soviel: Auf den Auerbergtunnel kann ihrer Meinung nach verzichtet werden. Sie bringen stattdessen eine Trasse entlang des Hangs nach Oberau ins Gespräch. Auch könnte sich, so Beuting, eine dreispurige Bundesstraße als ausreichend erweisen - mit einer Mittelspur, die je nach Bedarf in beiden Richtungen einsetzbar ist.

Die beiden Kommunalpolitiker kommen zur Schlussfolgerung: Der Landkreis braucht ein umfangreiches Verkehrskonzept, das nicht nur die Straßen im Blick hat, sondern auch den Öffentlichen Personennahverkehr, die Elektromobilität und Verkehrsleitsysteme. Diese Bereiche seien bislang vernachlässigt worden. (as)

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