Besorgter Anwohnerdenkt bereits an Haus-Verkauf

Bahnhof Uffing: Riesen-Ärger um geplante Mobilfunkantenne

Uffing - Aufregung und Empörung in Uffing: Am Bahnhof wird möglicherweise eine Mobilfunkantenne installiert. Genau diesen Standort hatte die Gemeinde stets verhindern wollen.

Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) hatte schlechte Nachrichten, als der Gemeinderat Uffing vor großem Publikum tagte: Zwischen dem neuen Eigentümer des Bahnhofs und der Deutschen Funkturm GmbH sei ein Vertrag geschlossen worden. Das Gebäude gehört inzwischen einem Konsortium, das aus dem britischen Immobilieninvestor Patron Capital und dem Hamburger Immobilienentwickler Procom Invest besteht. Die erwähnte Funkturm GmbH, die Teil der Deutschen-Telekom-Gruppe ist, plant und betreibt Antennenstandorte.

In der Vergangenheit suchten in Uffing die Betreiber E-Plus, T-Mobile und zuletzt auch Vodafone einen geeigneten Platz für einen Masten.

Mit der Hiobsbotschaft erreicht die Mobilfunk-Debatte, die in der Gemeinde seit Jahren geführt wird, einen neuen Höhepunkt. Der Standort am Bahnhof wäre gewissermaßen der Super-Gau. Denn die Gemeinde war stets bestrebt, dort eine Antenne zu verhindern.

Gemeinderäte sprachen von einer „Katastrophe“, Wintermeier sieht den Bahnhof als „miserabelste Lösung". Johannes Piegsa (CSU-Bürgerliste) warf den Betreibern eine „Verwirrtaktik“ vor. „Es sei eine „Sauerei, was passiert ist.“ Der Ex-Bürgermeister vertrat ferner die Ansicht, dass es seinerzeit richtig gewesen wäre, den Bahnhof zu kaufen.

Anwohner sind derweil äußerst besorgt: Andreas Huber erklärte, er spiele mit dem Gedanken, sein Haus zu verkaufen. Er wohnt 25 Meter vom Bahnhof entfernt. Markus Pause äußerte sich im gleichen Sinne.

Nach eineinhalbstündiger Diskussion beschlossen die Gemeinderäte das weitere Vorgehen. Man will sich unter anderem mit einem Gutachter des Umweltinstituts München abstimmen, zudem sollen die Mobilfunk-Betreiber darauf hingewiesen werden, dass am Bahnhof die Versorgung eventuell schlechter sei als an anderen Standorten. Weiter soll geprüft werden, ob und zu welchen Konditionen der Bahnhof zu kaufen wäre. Nochmals sprechen will man zudem mit den Grundeigentümern am Rußbichl.

Im Oktober hatten die Räte den Betreibern die Standorte Gemeindewald und Rußbichl vorgeschlagen. Allerdings bevorzugte das Gremium die erste Variante und erklärte sich bereit, mit den Unternehmen über einen Ausgleich der Mehrkosten zu verhandeln. Doch die Betreiber lehnten den Gemeindewald als Standort ab.

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