Frage der Schadensregulierung muss geklärt werden

Bauern fürchten den Wolf

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Landkreis - Der Wolf geht um: Im Starnberger Raum wurde bereits ein Tier gesichtet, im Landkreis Garmisch-Partenkirchen dagegen noch nicht. Trotzdem rechnen schon einige mit seinem Auftauchen. 

Zehn Jahre ist es her, dass Bär Bruno den Landkreis Garmisch-Partenkirchen heimsuchte – und etliche Schafe gerissen hatte. Josef Glatz, Vorsitzender der Weidegenossenschaft Garmisch und Bezirksalmbauer, erinnert sich noch gut an seinen Beutezug. Schon lange rechnet er damit, dass auch ein Wolf auftaucht. Und erneut enorme Schäden unter dem Weidevieh anrichtet. Erst vor wenigen Tagen wurde ein junges Exemplar im Raum Starnberg gesichert. „Das ist bei uns natürlich Thema“, sagt Glatz. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie die Landwirte ihre Tiere schützen können.

Viele Möglichkeiten gebe es da nicht, räumt Nikolaus Onnich, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands ein. Zäune sind für die Wölfe nur bedingt ein Problem, und ob speziell ausgebildete Schutzhunde die Lösung sind, sei fraglich. „Wir haben Angst“, betont der Bad Kohlgruber. Nach über 100 wolfsfreien Jahren stehen die Bauern im Landkreis, von denen viele ihren Hof nebenher bewirtschaften, vor einem großen Problem. Das sieht Glatz genauso und auch, „dass wir machtlos sind“. Im Wolf erkennt er ein gewaltiges Problem. Wie man dem Herr werden will, ist eine Frage, die ihn umtreibt. Deshalb informierte sich Glatz in der Schweiz und jüngst in Brüssel – bisher ohne Ergebnis.

Dass der Wolf im Landkreis auftaucht, „ist nur eine Frage der Zeit“, bestätigt Meinhard Süß, Leiter des Forstbetriebs Oberammergau. Die Tiere seien extrem mobil. Noch „wurde bei uns aber keiner gesichtet, auch keine Fährte“. Trotzdem weiß auch Süß um das Problem mit der Weidewirtschaft. Nachdem der Wolf jedoch ganzjährig geschützt ist und deshalb nicht gejagt werden darf, müsse vor allem die Frage der Schadensregulierung geklärt werden. Damit kommt allerdings Glatz zufolge schon das nächste Problem auf die Landwirte zu: „Ist etwas passiert, muss von unserer Seite erst einmal nachgewiesen werden, dass es der Wolf war.“

Rubriklistenbild: © dpa

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