Unbefriedigend: die Parkplatzsituation am Klinikum Garmisch-Partenkirchen. Vor Beginn des siebten Bauabschnitts fordert die Marktgemeinde nun ein umfassendes Stellplatz-Konzept. Foto: Julia Pawlovsky

Baugenehmigung liegt auf Eis

Garmisch-Partenkirchen - Ende Mai will die Leitung des Klinikums Garmisch-Partenkirchen den mehr als 30 Millionen Euro teuren siebten Bauabschnitt starten. Dazu fehlt ihr eine Baugenehmigung der Gemeinde. Die pocht vorher auf ein umfassendes Stellplatz-Konzept.

Es ist ein gewaltiges Vorhaben am Klinikum des Landkreises Garmisch-Partenkirchen: die Sanierung des Bettenhauses bei voll laufendem Betrieb. In einem Zeitraum von 30 Monaten soll zuerst der Ost- und danach der Westtrakt erneuert werden. Nach den aktuellen Kostenschätzungen rechnet Geschäftsführer Wolfgang Türk mit einem Volumen von mehr als 30 Millionen Euro; bei der Vorstellung des Projektes im August vergangenen Jahres waren er und Landrat Harald Kühn (CSU) noch von 25 bis 30 Millionen Euro ausgegangen. Vom Freistaat Bayern kann der Kreis mit einer Förderung von 19,75 Millionen Euro rechnen.

Im Zuge der Sanierung erhält das Klinikum einen neuen Zugang in Form einer Halle, einer so genannten Magistrale, die sich entlang des Gebäudes zieht. Bisher betreten Patienten und Besucher das Haus über ein Rondell und einen Vorbau.

Doch um mit den Arbeiten beginnen zu können, braucht Türk zwingend die Baugenehmigung des Marktes. „Je früher, desto besser“, betont er. „Wir wissen ja nicht, welche Auflagen damit verbunden sind.“ Vor einer Genehmigung wiederum will die Gemeindeverwaltung ein präzises Stellplatz-Konzept haben. Das machten Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) sowie Bauamtsleiter Jörg Hahn im Bauausschuss deutlich.

Die Parksituation am Klinikum sieht Hahn sehr kritisch. Es gebe keine Aufteilung nach „Nutzergruppen“: Mitarbeiter, Patienten für ambulante Versorgungen und Besucher teilten sich die gleichen Plätze. Bei Baumaßnahmen in der Vergangenheit seien immer wieder einzelne Plätze weggefallen. Verschärft werde diese Situation, weil durch die Baustellen und deren Einrichtungen Flächen blockiert werden.

„Wir haben die Bauanträge in den vergangenen zehn Jahren immer wieder genehmigt, jetzt wollen wir ein Konzept haben“, sagt Hahn. „Wir machen keine Schwierigkeiten, im Gegenteil, wir machen gerne mit und helfen dem Kreis“, betonte Schmid. Dazu verkaufe die Gemeinde auch Flächen, die das Klinikum schon jetzt als Stellfläche nutzt. Aber die Leitung müsse eben sagen, wie viel sie davon wolle.

Ob denn die beiden Partner auch miteinander reden würden, hakte die CSU-Sprecherin Elisabeth Koch nach. „Wir verhandeln über einen Verkauf“, bestätigte Schmid. Zuletzt haben sich beide Seiten auf einen gemeinsamen Gutachter geeinigt, der den Preis ermitteln soll. „Aber wir wissen nicht, wie viel die wollen.“

Geschäftsführer Türk zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung verwundert. „Unsere Interessen, was wir erwerben wollen, kennt der Markt“, erklärte er. Auch wie das Klinikum die Parksituation künftig regeln wolle, sei längst im Rathaus bekannt. „Bisher haben wir alles harmonisch und zielführend mit dem Bauamt besprochen“, sagte Türk.

Lediglich über den Kaufpreis würden die Partner diskutieren. Die Fläche, die das Klinikum derzeit als provisorischen Parkplatz vom Markt gepachtet hat, möchte Wolfgang Türk als Grünfläche kaufen, nicht als Stellfläche. „Wir wollen ja ein schönes Umfeld schaffen.“ (matt)

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