Die heimische Bergwelt in Öl, Kreide und Rötel bewundern auch Helmut Pfanzelt (l.) und Josef Kümmerle. Foto:Sehr

Ein bescheidenes „Allround-Genie“

Garmisch-Partenkirchen - Eine Sonderausstellung zeigt Werke des Wahl-Garmisch-Partenkirchners Oskar Schultz, Bergmaler aus Leidenschaft.

Er war einer jener Künstler, die es einst ins Werdenfelser Land verschlug, es lieben lernte, hier hängen blieb und diese Liebe schließlich mit einem recht bescheidenen Leben bezahlen musste. Heute jedoch, lang nach seinem Tod, sind seine Bilder kaum bezahl- und unerreichbar in den Händen weniger Sammler: Oskar Schultz, 1892 in Lettland geboren und seit 1921 bis zu seinem Tod 1971 in den Bergen von Garmisch-Partenkirchen ansässig, steht jetzt im Mittelpunkt einer verdienstvollen Ausstellung des Werdenfels-Museums.

Etwa 80 charakteristische Arbeiten dieses Alpenmalers werden präsentiert, der Berge und Menschen, Häuser und Tiere in einer packenden Harmonie von Form und Farbe vereinte. Schultz hielt seine Eindrücke in Öl fest, er zeigte sein großes künstlerisches, aber auch handwerkliches Können zudem mit Rötel und brillierte mit aquarelliert wirkenden Pastellkreidebildern. Mit diesen Mitteln und seinen selbst bei der Felsgestaltung warmen Farben generierte Schultz Kraft, Stimmung, Freude.

Ein wenig aus der Biografie des Oskar Schultz schilderte Museums-Hausherr Landrat Harald Kühn in seinen Begrüßungsworten. Ermöglicht worden sei die Schau, die bis 17. Oktober zu sehen ist, durch vier Leihgeber, berichtete Kurator Josef Kümmerle. Einer von ihnen, Helmut Pfanzelt, seines Zeichens Ehrenvorsitzender der hiesigen Alpenvereinssektion und langjähriger Freund des Künstlers, erzählte sodann amüsant vom Leben und Arbeiten des Malers. So habe ihn die Mutter einst in die Mandschurei geschickt, auf dass er nur ja nicht als Soldat in den Krieg musste. Später studierte er zwar in der Münchner Akadamie, hörte aber bald auf, weil „man dort nur verbildet wird“. In Garmisch-Partenkirchen schließlich sei er derart bescheiden gewesen, dass ihm zum Wohnen und Arbeiten eine winzige Wohnung genügt habe. Im übrigen sei Schultz, ein Freund der klassischen Musik, ein wirkliches „Allround-Genie“ gewesen. Beispielsweise habe er, als mal ein Bild vom Geroldsee samt Karwendel dem Kunden zu groß war, einfach das Gemälde zerschnitten, „bis es die gewünschte Größe hatte - der abgeschnittene Teil war immer noch sehenswert und das besitze jetzt ich“.

Bei aller Bescheidenheit: Pfanzelt besitzt recht viele Arbeiten von Oskar Schultz und deshalb kennt wohl auch jedes heimische Alpenvereins-Mitglied seine Bilder: Oft zierten sie die Titelseiten der AV-Mitteilungen. Freunden schöner Heimatbilder ist der Besuch der Ausstellung jedenfalls dringend anzuraten.

Die Ausstellung

„Den Alpen so nah“ ist im Werdenfels Museum (Ludwigstraße 47) bis 17. Oktober dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen. Begleitprogramm: Museumspädagogik für Kinder: 24. Juli und 8. Oktober Malen von Bergblumen.

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